Was macht das mit Ihnen?

„Was macht das mit Ihnen?“ war eine der Fragen, die man im ersten Klinikaufenthalt ständig gestellt bekam und ständig beantworten musste. So oft, dass wir untereinander irgendwann in jeder Situation Gespräche mit dieser Frage beendeten. 

In den letzten Wochen habe ich viel mit der Frage zu tun gehabt, ob etwas mich glücklich gemacht. Angefangen hat es mit einem Buch und dem dadurch ausgelösten Entrümpeln. Ich habe nur noch Dinge behalten wollen, die mich glücklich machen. (Oder die wirklich nötig sind… Ausweise, Mietverträge, Putzzeug ….) 

Das ging so weit, dass ich mich auch in meinem Freizeitverhalten gefragt habe, ob mich etwas glücklich macht und ob es mich ausreichend glücklich macht im Vergleich zu der Aussicht darauf es nicht zu tun und Ruhe zu haben. Das waren keine wirklich schlechten Wochen. 

Irgendwann hatte ich so viel entrümpelt, dass ich jetzt theoretisch in eine kleinere Wohnung umziehen könnte. Nicht zu klein natürlich, weil Bedürfnisse und Katzen nun mal bleiben, aber etwas kleiner wäre möglich. Mir ging dann auch auf, dass ich mich so in dieses Entrümpeln stürzte, weil es a) plötzlich ging aber b) auch Kontrolle gab. Ich konnte den wirklich schlechten Wohnungsmarkt nicht kontrollieren. Ich hab das mit dem Abnahmen gerade nicht so ganz im Griff, konnte mein Knie nicht „kontrollieren“, weil es immer wieder schnell überlastet war. Ich konnte so vieles nicht kontrollieren, aber Dinge wegwerfen war gut und nötig und sinnvoll. Und eine Vorbereitung für einen möglichen, dringend nötigen Umzug. 

Ich habe seit April aktiv nach Wohnungen gesucht. Weil der Schimmel an einzelnen Stellen zurück kommt. Und das nur 5 Monate nach der kraftraubenden Renovierung, die mit einem Drohbrief meiner Hausverwaltung endete, die ankündigte, dass alles was jetzt passieren wird in meiner Verantwortung liegt und sie mich dafür schadenersatzpflichtig machen wird. Ich wohne auf einer Zeitbombe, die mittlerweile sehr, sehr rot leuchtet und immer hektischer tickt und bin angeblich Schuld daran. 
Ich wollte hier weg. Habe gesucht und habe nichts gefunden. 

Als Bezüge beziehender Mensch kann ich nicht so einfach umziehen. Mein Umzug unterliegt Richtlinien und Gesetzen. Und in den meisten Fällen glaube ich an Richtlinien und Gesetze aber in diesem Fall geht mir der Glaube immer mehr verloren. 
Ich muss also bestimmte finanzielle Grenzen einhalten. Finde ich so weit nachvollziehbar und richtig. Wären diese Grenzen irgendwie realitätsnah. Sind sie aber nicht. So wie der Posten „Öffentliche Verkehrsmittel“ im Hartz 4 Satz nicht mal das örtliche SOZIALTICKET! abdeckt, so haben die Mietgrenzen mit der „Sie können bis zu 50m² beziehen.“-Aussage auch mehr humoristischen denn realistischen Charakter. Ich suchte also nach Wohnungen, die diesen Kriterien (349€ Bruttokalt = Kaltmiete + Nebenkosten; <50m²) entsprachen. Und ich suchte lange und gar nicht so wirklich inaktiv, auch wenn es sehr kraftraubend war. Ich suchte mit Hilfe der Maßnahme in der ich aktuell so lose steckte (nicht wirklich wichtig), ließ mich mehrfach von Wohnungsvermittlern auslachen, dass man für mich nichts finden würde, weil es a) nur 35m² für den Preis gäb oder es b) unmöglich wäre mit 3 Monaten Kündigungsfrist etwas zu kriegen, weil immer jemand schneller wäre. Okay. Auch irgendwie nachvollziehbar. 
Egal. Weitersuchen.

Dann war da diese Wohnung. Mehr zufällig. Über einen Anruf den die wunderbare Frau aus der Maßnahme tätigte stand ich plötzlich in einem Verteiler, die schickten mir ein Angebot. Ich sah die Wohnung. Yeah. Alles passt. Lage. Größe. Kosten. Monat mietfrei für schnelleren Umzug. Frisch renoviert bei Bezug. Ich bewarb mich und man schickte mir ein Wohnungsangebot fürs Jobcenter. Das war letzte Woche. Mittwoch – Email mit Besichtigungstermin, Donnerstag gesehen, Freitag drauf beworben. 

Montag bin ich zum Amt und habe nach einer Umzugsgenehmigung gefragt. Für Mittwoch bekam ich einen Termin. Diese vielen Tage die sich das bis zu diesem Tag hinzog waren anstrengend. Es hat viel Energie gekostet sich nicht komplett reinzusteigern und war dann halt trotzdem nicht zu verhindern. Gedanklich war man schon dabei welchen Fußboden man verlegen muss. „Was hat das mit Ihnen gemacht?“

Ich hatte Hoffnung. Hoffnung darauf hier raus zu kommen. Noch vor Weihnachten! Ohne mein Ghetto, mein Umfeld wirklich verlassen zu müssen. Ich hatte Hoffnung, dass ich irgendwann mal entspannt vor die Tür kann. Entspannt in den Hausflur, weil ich mir nicht einbilden muss die Hausverwaltung zu hören. Entspannt zu leben, weil ich keine Angst vor Briefen von ihr habe. Entspannt zu Hause sein, weil der Blick nicht ständig zur Decke schweift ob da irgendwelche schwarzen Punkte auftauchen. Denn das tut er. Ständig. Ich wache morgens auf und das erste was ich tue ist: An die Schlafzimmerdecke schauen. Gucken wie es aussieht. Im Wohnzimmer drehe ich mich ständig um und gucke hoch. Im Badezimmer – das ja nie renoviert wurde – schimmelt es noch. Das sehe ich jeden Tag. Ich hatte also Hoffnung. Ging an diesem Mittwoch zu dem Termin, legte alle meine gesammelten Unterlagen vor und habe erzählt warum ich umziehen möchte. Warum ich umziehen muss. Und diese junge Frau, vermutlich jünger als ich hörte sich das alles an und verfasste ein Protokoll. Nahm alles schriftlich auf und machte sich Kopien, während ich lesen und unterschreiben sollte. Und dann platzte ich, fing im Büro an zu heulen und konnte auch nicht mehr aufhören. Sie fragte was los ist, ich erzählte ihr noch von dieser Angst und sie fügte diesen Abschnitt noch in das Protokoll ein. Dass ich mich nicht traue raus zu gehen. Dass ich schlecht schlafe, weil ich Angst habe. Und ließ mich unterschreiben.

„Den Bescheid können sie morgen am Empfang abholen.“ Ja, so was wird nicht in Beisein des Klienten entschieden. Das machen sie, wenn sie kein Gesicht mehr vor Augen haben. Wenn sie Abstand haben. Wenn sie nüchtern nach Fakten entscheiden können. Denn auch wenn sie sehen, dass man psychisch völlig durch und am Ende ist weil man in dieser Situation wohnt. Sie lehnen so eine Anfrage ab, denn es ist ein privatrechtlicher Grund. Kein Grund, der das Amt direkt betrifft. 

Weil zu keinem Zeitpunkt ein Anwalt eingeschaltet wurde, ist es privat. Weil sie im Endeffekt mit ihrer nutzlosen Renovierung eingelenkt hat ist es nie zum Anwalt gegangen. Auch nicht als sie mir danach den quasi Drohbrief geschickt hat. Weil ja akut nichts vorlag. 

Ich darf diese Wohnung also nicht offiziell beziehen. Ich würde keine Umzugshilfe bekommen. Keine Renovierungszuschüsse oder ähnliches. Aber ich könnte theoretisch trotzdem umziehen. Wenn die Bruttokaltmiete der neuen Wohnung der jetzigen Wohnung entspricht oder niedriger liegt. Aber soll ich euch was sagen? Das ist unmöglich. Denn meine jetzige Wohnung hatte a) damals schon eine sehr niedrige Kaltmiete (man wird wissen warum…) und b) ist die Miete 10 Jahre alt. Hier wurde 10 Jahre nichts erhöht. Natürlich ist die Miete nicht vergleichbar mit dem aktuellen Markt. Und natürlich werde ich auf dem aktuellen Markt nichts, aber auch gar nichts finden was das Problem irgendwie löst. Und somit bleibe ich hier. Auf der Zeitbombe.

„Was macht das mit Ihnen?“, fragt mich diese Stimme da seit gestern immer und immer wieder in meinem Kopf. Ja, was macht es?

Es macht hoffnungslos. Alles ist irgendwie sinnlos. Wofür Kram ausmisten, wenn er genauso gut auch hätte hier stehen bleiben können. Wofür sich Mühe geben, wenn ich eh keine Möglichkeiten habe etwas zu ändern. Wofür aufstehen, wenn schon morgens mehr als 1/3 aller verfügbaren Löffel in Alpträumen verloren gegangen sind und ein weiteres Drittel es im Verlauf des Tages tun wird, wann immer der Blick zur Decke schweift. Da ist keine Kraft oder Energie. Und da ist vor allem keinerlei Freude. 

„Was macht das mit Ihnen?“
Es macht mich mutlos. Es lässt mich den Glauben an Gerechtigkeit verlieren. Es lässt mich fragen was ich verbrochen habe und wann ich so krass falsch abgebogen bin, dass ich es verdient habe in diesem Kreis fest zu hängen ohne Aussicht auf Neustart. 

Es widerstrebt mir eigentlich den Kopf hängen zu lassen. Also twitterte ich was ich jetzt alles nicht machen muss, weil ich nicht umziehen muss. Und suchte irgendwie die positiven Seiten daran diesen Stress nicht zu haben. 

Dann drehte ich mich zu meiner Katze um, die oben auf dem Schrank saß. Schaute an ihr vorbei und sah die ersten neuen Schimmelflecken direkt über ihrem Ohr. 

„Was macht das mit Ihnen?“
Es schlägt mich K.o. 

 

Etwa im April wird dann eben dieses Amt, dass jetzt dafür gesorgt hat, dass ich in dieser Situation bleibe. Dieses Amt, dass nach seinen Richtlinien entschieden hat, dass ich hier bleiben muss. Dieses Amt, dass alle persönlichen Befindlichkeiten und Belange als nicht beachtenswert betrachtet. Dieses Amt wird beschließen wollen, dass ich arbeitstauglich bin. Es wird mich in eine Maßnahme stecken wollen und nicht verstehen wollen, dass ich dafür keine Kraft habe. Weil ich völlig damit beschäftigt bin irgendwie aufrecht zu bleiben, während hier die Decke über mir zusammenstürzt. 

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1 Jähriges.

Heute vor einem Jahr, habe ich angefangen Kalorien zu zählen.

Meine Aufzeichnungen starten mit 106,5kg am 30.04.16. Der aktuelle Tiefststand beträgt 74,1kg. Das macht -32,4kg. 🙂

Am 11.05. habe ich mich das erste Mal vermessen. Zu dem Zeitpunkt habe ich 105,7kg gewogen. Heute früh hab ichs schlicht vergessen. die letzten Daten sind vom 20.04. mit 75kg. (Die hatte ich heute aber auch drauf.)

Oberarme….: 11.05.16 – 38/40 / 31/31 – 20.04.17 = …-7/9cm
Brust…….: 11.05.16 – .113. / ..91. – 20.04.17 = ….-22cm
Unterbrust..: 11.05.16 – ..97. / ..78. – 20.04.17 = ….-19cm
Taille……: 11.05.16 – ..96. / ..75. – 20.04.17 = ….-21cm
Bauch…….: 11.05.16 – .111. / ..86. – 20.04.17 = ….-25cm
Hüfte…….: 11.05.16 – .123. / ..99. – 20.04.17 = ….-24cm
Oberschenkel: 11.05.16 – 75/75 / 58/56 – 20.04.17 = -17/-19cm
Wade……..: 11.05.16 – 51/52 / 41/42 – 20.04.17 = -10/-10cm
Knöchel…..: 11.05.16 – 35/32 / 26/25 – 20.04.17 = ..-9/-7cm

(Ich hab die Daten so aus dem Forum übernommen… deswegen ist die Darstellung jetzt nicht so wirklich hübsch… aber ihr werdet das schon lesen können. ^^)

Besonders krass ist die Erkenntnis, dass meine aktuelle Taille dieselben Werte hat, wie meine 11.05.16 – Oberschenkel. Das bekomme ich gerade nicht so ganz verarbeitet. Klar.. meine Oberschenkel waren überaus dick… aber SO dick? Ein wenig trauere ich um meine Brüste. Man lacht mich zwar aus, wenn ich sage, dass ich keine mehr habe, aber es ist wirklich irgendwie traurig. 😀 Mein nächster BH dürfte wieder die Größe haben, die ich mit 17 getragen habe. Faszinierend.

Ansonsten bleibt die Erkenntnis, dass die Differenzen sich ziemlich ähneln… wenn auch deutlich wird, dass meine Oberschenkel schon noch ein wenig hinterher hängen. Oben kann ich nicht mehr allzu viel abnehmen… an den Oberschenkeln gibt es da noch ordentlich Potenzial.

Kleidergrößen finde ich nach wie vor schwierig. Da ich hauptsächlich alte Sachen auftrage und die Größen mit den heutigen nicht so vergleichbar sind, kann ich da recht wenig zu sagen. Es sind auf jeden Fall ein paar weniger geworden. 😉 Das einzige was ich sagen kann ist, dass ich von Qwertee Girlie XXL zu Girlie L gerutscht bin… ^^

 

 

Tick Tack.

Asynchron. So fühle ich mich. Verstand, Gefühl und Angst-Ich ticken einfach nicht im Gleichklang.

Klar… Verstand und Gefühle sind sich selten einig, das kennt wohl jeder… und da versuche ich mich auch selten gegen zu wehren, weil das ist nun mal so. Wenn der Verstand weiß, dass man etwas lassen sollte und das Gefühl schreit „Ich will aber“… ja dann ist es halt Murks. Und wenn man dann so wie ich meistens auf den Bauch hört, geht es auch irgendwie schief… aber jetzt gerade ist Faktor 3 einfach lästig.

Verstand und Gefühl sind sich einig. Einfach zu gucken. Zu machen. Zu warten. Weil es reicht. Und gut so ist. Aber dieses Angst-Ich will Klarheit. Will Antworten. Und ist einfach so penetrant und macht alles so anstrengend. Und vllt. tickt es irgendwann durch und explodiert und dann ist da nur Schutt und Asche. Und Schutt und Asche wollen weder Verstand noch Gefühl. Die wollen einfach nutzen was da ist. 

Einatmen. Ausatmen.

Erzählen, dass es mir besser geht wollte ich. Darüber schreiben, dass ich seit dem Blogbeitrag letzte Woche meinen Arsch hoch bekommen habe und dann doch noch so einiges hier geschafft habe. Darüber reden, dass ich kurzzeitig mein Exil aufgegeben habe und einen durchaus netten Abend gehabt habe. Ich wollte positive Dinge schreiben. Vorhin noch. So „Alles wird schon irgendwie“ Dinge… und „Hey… nach dem Schreiben geht es immer aufwärts. Alles fein.“ Dinge… 

Und dann habe ich ein Tagebuch im Forum aufgerufen von jemandem den ich sehr, sehr schätze…. Und jetzt sitze ich hier und heule Rotz und Wasser… weil sie mit so ziemlich allem was sie einfach nur so in den Raum sagt tief in meinem Herzen rumrührt und Dinge zu Tage fördert die halt immer direkt Lawinen auslösen. Immer. Unabhängig davon, ob ich jetzt gerade ne depressive Grundstimmung habe, oder ob es mir ganz gut geht. Sie trifft einfach immer tief. 

Und genau deshalb hab ich es die letzten Wochen oft vermieden da rein zu schauen. Weil ich wusste, dass ich es nicht verarbeitet bekomme. Oder dass ich nicht den Kopf habe um es in dem Ausmaß zu würdigen, in dem es das verdient hätte… aber heute habe ich gelesen… und es ging um so vieles… Um den Mut sich zu trauen das zu tun, was man eigentlich möchte … das Vertrauen darin, dass es irgendwie schon gut werden wird… darum sein Leben zu nutzen… und irgendwann stand da auch ein Satz über junge Menschen und Krebs… und ich war gedanklich sofort bei der Chaoskatze… bei der ich manchmal schlicht vergesse, dass sie ja gar nicht mehr da ist. Und erst Recht nicht begreife, dass es schon 1,5 Jahre her ist… Und diese Erkenntnis, dass ihr Tod mich so viel mehr kratzt als jeder einzelne Todesfall in meiner Familie in den letzten Jahren. Dass da dieser Mensch so weit weg war… den man nur ein paar Mal gesehen hat… der einen so viel tiefer berührt als die eigene Verwandschaft. Die Erkenntnis, dass sie auch jetzt noch für all die Dinge steht, die ich einfach nicht so hin bekomme… und dass da immer ein wenig Neid mitschwang, weil sie einfach gemacht hat. Und weil sie – zumindest nie sichtbar – gehadert hat mit dem was passiert… Sie hat das getan was sie wollte. Egal für wie verrückt man sie gehalten hat. Sie hat es einfach getan. Und so oft nehme ich mir vor das auch einfach zu tun… einfach zu machen. Und tue es dann doch nicht. Und sehe wie die Zeit so verrinnt. Kätzchen, ich hab dich so bewundert. Immer. Und irgendwann… da werde ich mich auch einfach trauen. Versprochen.

Einfach schwimmen…

Mein Schlafrhythmus ist verdreht. Und das erste Mal im Leben fühlt es sich nicht gut an. Weil sich gar nichts gut anfühlt. Es ist bald 17 Uhr. Ich bin noch keine 3 Stunden wach und alles was ich fühle ist „Zu spät … zu spät… zu wenig Zeit … zu wenig Zeit…“

Es ist schon Dienstag. Von meinem geplanten „Urlaub“ oder „Menschen fasten“ ist „nur“ noch eine Woche übrig und ich fühle mich so gehetzt. Von allem. Von jedem. Vom Leben. Einfach nur gehetzt. 

Seit Wochen ziehe ich mich zurück… und bin einfach nur genervt. Angeschlagen und genervt. Egal wer was wie sagt. Es bedrängt mich. Verunsichert mich. Nichts macht wirklich Spaß. Zumindest stimmt das Verhältnis nicht. Möglicherweise macht es Spaß, aber es rechtfertigt nicht die Energie, die ich aufwenden muss um es zu erleben.

Überhaupt ist da das Problem. Energie. Ich fühle mich so ausgezehrt und ausgesaugt. Nicht wirklich depressiv, aber einfach überanstrengt. Wobei ich schon länger den Verdacht habe, dass sich meine Depression einfach gewandelt hat … und das jetzt die neue Version ist. Einfach alles zu viel finden. Leerer als früher. Abgestumpfter. 

Ich werde umziehen müssen. Da führt kein Weg mehr dran vorbei und in meinem Kopf rotiert es. Und es macht mir Angst. Es ist zu groß für mich. Und dann sind da diese Freunde, die ihre Hilfe versprechen, aber es ist einfach so anstrengend. So anstrengend drüber zu reden. So anstrengend dran zu denken. Ich mag nicht dran denken. Ich mag eigentlich an gar nichts denken.

Ich würde gerne einfach nur sein. Und funktionieren. Ohne Pläne machen zu müssen. Ohne mit irgendwas jonglieren zu müssen. In meinen Kalender schauen ohne dass mir schlecht wird. Weil da Dinge drin stehen mit denen ich mich nicht beschäftigen möchte. 

Wenn ich mich 2 Wochen nicht mit Terminen auseinander setzen muss – so dachte ich – würde ich ruhiger werden. Wieder zu mir finden. Aber es wird einfach nur konfuser und anstrengender. Ich vergesse zunehmend Termine. Ich vergesse und verdränge Ausgaben. Und plötzlich ist der 11. und ich bin so pleite wie nie zu vor. Habe nichts mehr auf dem Sparkonto. Nicht mal mehr auf dem Paypal-Konto. Ich bin so pleite, dass ich von nun an wirklich beim Einkauf mit dem Taschenrechner rumlaufen sollte. Und beten sollte, dass die Physio damit einverstanden ist erst im Mai abzurechnen. Und ich kann dafür nicht mal ne unvorhergesehene Ausgabe verantwortlich machen. Die gab es nicht. Ich hab es einfach nur verpeilt.

Und dann sind da diese Ausgaben die mit dem Umzug kommen werden. Und für die es keine Rücklagen gibt. Irgendwann in den letzten Monaten ist da was schief gegangen. Und ich weiß noch nicht so ganz genau wann und warum. Und wie.

 

Mein sicherer Hafen ist plötzlich nicht mehr stabil und fest. Er schwankt. Ich kann mich nicht mehr unerschütterlich drauf verlassen. Ich muss überlegen was ich wo sage. Wie ich wo bin. Und ich kann mich nicht drüber freuen, dass ich nicht den einfachen Weg gegangen bin. Weil ich es auch gar nicht gekonnt hätte.

Ich fühle mich allein. Teilweise, weil ich es bin. Weil da was kaputt gegangen ist. Teilweise, weil ich nicht reden mag. Weil ich es so anstrengend finde mit irgendwem über meine Befindlichkeiten zu reden. Weil ich genervt bin, wenn jemand fragt wie es mir geht. Weil ich das Gefühl habe jeden einzelnen meiner Sätze mehrfach erklären zu müssen. Weil ich glaube einfach nicht so sein zu können wie ich bin. Und weil ich nichts gutes erzählen kann. Ich mag nicht nur jammern, aber mir fällt so wenig anderes ein. Mir fällt nichts ein was einfach nur gut ist. Es ist nichts einfach nur gut. Alles ist anstrengend. Oder schmerzhaft. 

Ich kann nicht einfach gut schlafen, weil mein Kassettendeck nicht mehr funktioniert wie früher. Ich mag meine Wohnung nicht mehr, weil ich überall nach Schimmel Ausschau halte. Ich kann keinen Sport machen, weil mein Knie auch nach – ich weiß nicht wie vielen Wochen – nicht wirklich besser wird. Ich kann mich auf so vieles nicht freuen, weil es mit Geld verbunden ist oder mit Menschen die ich nicht sehen möchte.

Nichts läuft. Aber ich hab auch keine Kraft, Lust und Energie mit irgendwem darüber zu reden.