Cuxhaven.

Ich weiß nicht in wie fern ich das hier erwähnt hatte. Ich hab ja zugegebenermaßen nicht allzu viel erwähnt in den letzten Monaten. Und ich habe jetzt auch keine Lust meine älteren Beiträge zu lesen, die machen mir nämlich meistens schlechte Laune. 😉

Jedenfalls gab es zum Geburtstag – auch schon wieder 4 Monate her o.O – einen Erbanteil von Oma. Also Mama hat geerbt und ein wenig davon auf meinen Bruder und mich umgelegt. Das war jetzt nicht so wirklich wenig & hat mir unter anderem eine neue Couch beschert auf der ich jetzt seit Montag schon mehr Zeit verbracht habe, als auf der alten über das ganze letzte Jahr verteilt. 😀

Außerdem hatte ich beschlossen einen Teil davon für Urlaub zu investieren und bereits im Oktober (sogar noch vor meinem Geburtstag sehe ich gerade) Urlaub in der Ferienwohnung von 2014 gebucht. Das war ein wenig mühsam, denn ursprünglich wollte ich günstig im Februar – also quasi jetzt – aber das hat aus diversen Gründen nicht funktioniert. Zum einen liegen bzw. lagen Junggesellenabschied (letzte Woche Samstag) und Hochzeit im Februar und dazwischen puzzeln hätte von Entspannung halt auch nicht so viel gehabt, zumal es nicht ohne weiteres möglich gewesen wäre da 2 Wochen am Stück zu bekommen. Außerdem wird das Ferienhaus gerade renoviert.
Aber die Vermieterin wäre nicht weltbeste Vermieterin, wenn sie nicht einfach sagen würde „Ach es geht ums Geld? Ja dann kommen sie im März zum Februarpreis.“ Und das habe ich dann auch gebucht. 16.03. – 30.03.18 ❤

Ich habe auch relativ schnell die Hinfahrt gebucht, bevor dann plötzlich die Angst griff, dass man mir diesen Urlaub vielleicht schlicht nicht genehmigen würde und ich dann auf allen möglichen Stornokosten hängen bleiben würde. Immerhin hat man mir ja auch meinen Umzug nicht genehmigt und das ist zwar nicht wirklich vergleichbar, aber Angst ist ja nun mal auch nicht so furchtbar rational. Außerdem hatte ich die Hoffnung noch nen Tag auf Neuwerk dran zu hängen, aber Neuwerk geht erst ab dem 01.04. und ich fahre ja am 30. zurück… ja genau. Blödes Timing.

Jedenfalls hatte ich am Freitag dann die Ortsabwesenheitsgenehmigung im Briefkasten. Und kann mich jetzt endlich, endlich freuen. Also hab ich direkt die Rückfahrt gebucht. Incl. 4 Std Aufenthalt in Hamburg am Bhf um die liebe Marsha auf 1-3 Kaffee treffen zu können 😀

Es folgte stundenlanges Geklicke aus dem es mir dann mehrere Erkenntnisse entgegen prasselte:

1.) Ich war noch nie 2 Wochen am Stück im Urlaub um einfach nur Urlaub zu machen. Ich war immer da oben um auch für irgendeine Klausur zu lernen. Dieses mal muss ich das nicht tun. Ich könnte. Aber ich muss nicht. Ich kann einfach 2 Wochen Dinge tun.

2.) Dafür, dass ich so vergleichsweise oft in Cuxhaven bin kenne ich von Cuxhaven und vor allem von der Umgebung herzlich wenig. Ich würde sicherlich blind zum Bäcker, zum Strand und zum Postkartenverkäufer finden und möglicherweise sogar bis zur Kugelbake, aber darüber hinaus habe ich sehr wenig von der Stadt und der Gegend gesehen. 

3.) Ich bin ein völlig anderer Mensch als damals. Mit völlig anderen Voraussetzungen.
Denn als ich mir „zum Anregungen holen“ meine alten 2014er Artikel durchgelesen habe, habe ich festgestellt wie unbeweglich und eingeschränkt ich eigentlich war.
Ich habe die halbe Zeit gejammert, dass mir irgendwas weh getan hat. Darüber geschrieben wie fertig ich tagelang! von 7km! GEHEN! war. Gehen. 7km. Ich will nicht sagen, dass ich das heute mit links mache…. aber ja doch. Vielleicht schon. 

4.) Es gibt einen kostenlosen „Tierpark“ und eine verdammte Sternwarte mit kostenlosen Vorträgen in Cuxhaven. Warum wusste ich das nicht? 😀

Gerade Punkt 3 erschreckt mich doch sehr. Ich hab das gar nicht verstanden. Nicht in Bezug gesetzt. Und bin jetzt etwas Baff ob all der Möglichkeiten die sich da auftun.

Ich kann zu Fuß einkaufen gehen. Ich muss nicht mit dem Bus hin und her fahren. Es gibt keine Veranlassung mehr im teuren Edeka einzukaufen. Ich kann mir nämlich auch einfach ein verdammtes Fahrrad mieten und damit mal eben 10min zum nächsten Penny/Lidl/Netto/Aldi fahren. Den Fahrradkorb gibt es gratis beim Mieten dazu. Und da oben ist Rad fahren ja auch kein Problem.

Ich kann eben dieses Rad nutzen und einfach mal raus fahren. Horizont erweitern. Ne Tagestour machen sofern das Wetter mitspielt. Ich kann wandern gehen. Es gibt kostenlose Sportangebote am Strand. Es gibt die Möglichkeit das Fitnessstudio in der Therme zu nutzen, wenn man Sauna-Eintritt bezahlt hat. Es gibt so verdammt viel.

33 Tage bis Meer. ❤

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Wenn ein Buch ein Leben verändert.

Vor ein paar Tagen habe ich meinen Buchblog wiederbelebt. Als erste Buchbesprechung ist da nun mein Beitrag zu „Fettlogik überwinden“ erschienen. Und weil ich da nicht völlig euphorisch eskalieren wollte und vor allem nicht den Rahmen sprengen wollte, werde ich hier noch ein wenig weiter ausholen.

Aber zunächst empfehle ich euch den Beitrag auf dem Buchblog zu lesen, damit ich hier nicht noch mal erzählen muss womit es sich überhaupt befasst. 🙂

Vor 2002.
In meinen Erinnerungen bin ich ein kräftiger Teenager, der ständig gesagt bekommt, dass er moppelig und kurvig ist. „Du hast die (kräftigen) Beine deiner Oma geerbt.“ & „Das sind halt die Gene.“

2002 / 2003.
Ich bin 17, werde 18. Wiege 65kg auf 1,70 und habe somit absolut Normalgewicht. „Wenn du 70kg wiegst bekommen wir ein Problem“, sagt mein damaliger Freund. Mein Vater nennt mich „Mops“. Ich fühle mich dick. Unnormal. Aber das sind halt die Gene.(1)

2007 / 2008.
Mein Gewicht ist langsam aber stetig gestiegen. Aber ich kann eh nichts dran ändern. Die Gene, ihr wisst schon.(1) Außerdem habe ich Depressionen.(2) Es ist also wirklich unmöglich abzunehmen. Zudem wird Hashimoto diagnostiziert.(3) Mit ner kaputten Schilddrüse bin ich meinem Gewicht hilflos ausgeliefert. Die Psychopharmaka tun ihr übriges. (4)

2009 – 2016.
Ich nehme immer mal ein paar kg ab. Meistens, wenn ich frisch verliebt bin. Ihr wisst schon. Besseres zu tun als essen. 😉 Lange sind die 100kg die magische Grenze. Die will ich nicht überschreiten. Das schaffe ich meistens. Am häufigsten versuche ich es mit Weight Watchers. Ich zähle fleißig Punkte und bin maximal frustriert, wenn ich mich nach einem harten qualvollen Tag, am nächsten Tag auf die Waage stelle und mehr wiege als am Tag vorher.(5) Ich schaffe einmal 8kg abzunehmen. Danach nicht mehr. Die habe ich auch schnell wieder doppelt und dreifach drauf. Jojo-Effekt halt. (6) Einmal versuche ich „Schlank im Schlaf“, aber mein Tagesrhythmus passt nicht zum System. „Mit meinem Schlafrhythmus ist abnehmen also unmöglich. Ich werde immer nach 18 Uhr essen müssen.“ (7) Sport erscheint mir zwingend nötig. Aufraffen kann ich mich dazu nicht. Und ohne Sport halt keine Abnahme. (8)

30.04.2016 – Die Wende
Ich weiß nicht mehr woher genau der Impuls kam gerade dieses Buch zu lesen. Ich weiß aber, welcher Teil meines Körpers mich dazu brachte mich plötzlich wieder mit dem Thema Abnahme zu beschäftigen. Mein Bauch. Der plötzlich über die Hose „schwappte“. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte ich mir erfolgreich einreden, dass ich zwar etwas moppelig, aber durchaus gutaussehend bin. Die Verteilung stimmte. Von Männern mit dummen Kommentaren wurde ich nach 2005 verschont. Ich wurde durchaus geliebt. Es gab keinen Grund was zu ändern. Es war ja eh unmöglich. Aber dann war da dieser Bauch, der sich nicht mehr kaschieren ließ. Am 01.05.2016 brachte ich 106,5kg auf die Waage. Das war auch gar nicht mehr nur moppelig. Das war ein BMI von 37. Adipositas.

Und was ist nun mit dem Buch?

Es hat keinen Spaß gemacht es zu lesen. Es hat nämlich sehr weh getan. Und es hat mich wütend gemacht. Wie das halt so ist, wenn man sich ertappt fühlt. Wie das halt so ist, wenn da etwas an der Komfortzone rüttelt. Und das hat es. Es hat ziemlich gerüttelt und geschüttelt und nicht nur einmal hab ich mich von einer Kapitelüberschrift angegriffen gefühlt. Und davon gibt es viele.

Unzählige kleine Kapitel beschäftigen sich mit den sogenannten „Fettlogiken“.
„Fettlogiken“ bezeichnen hierbei „Mythen“ und „Glaubenssätze“ rund um Gewicht und Diäten. Jeder dürfte schon mal „Jojo-Effekt“ und „Hungerstoffwechsel“ gehört haben.

Stinksauer war ich, weil es ein Kapitel zum Thema Depressionen gab. Und ich mir vorher dachte „Ey, was willst du mir bitte dazu sagen… du hast doch keine Ahnung.“ Davon ab, dass sie als Verhaltenstherapeutin natürlich eine Ahnung hat, weiß ich mittlerweile auch, dass sie das auch über ihren Job hinaus versteht. Aber ich war sauer. Ich hab es trotzdem gelesen. Und dann angefangen Kalorien zu zählen.

Denn.. Spoileralarm: Abnehmen = Weniger essen als man verbraucht. 
Geheimnis gelüftet. Das klappt nun für den ein oder anderen einfach durch logisch denken und weniger Essen. Andere Menschen – so wie ich – brauchen Zahlen zum lang hangeln. Und zählen lieber klassisch Kalorien. 7000kcal = 1kg. 7000kcal einsparen = -1kg auf der Waage. Mathe. So einfach. Gültig in jedem Alter. Für jedes Geschlecht. Mit vermutlich (Zahl geschätzt) nahezu 98% der Gesundheitszustände. So verdammt einfach. 

Plötzlich ist nichts von dem was einem vorher gebremst hat mehr relevant.

Ich habe immer noch Omas Beine (1), die werde ich auch immer haben, aber auch die gibt es in fettfrei. Ich habe 18cm Umfang JE Oberschenkel verloren. 9cm JE Wade. Meine Knöchel! sind 10cm weniger je Seite. Und vor allem: Ich hab nur noch sehr selten geschwollene Beine. Weniger Wasser. Yay.

Ich bin auch in diesem Winter wieder in eine Depression gerutscht (2). Und sie war (ist) aus so vielen Gründen so heftig. Und diese Hoffnungslosigkeit war (ist) maßlos. Und ja, ich habe in der Zeit 2kg zugenommen. Aber daran war nix magisches. Das war kein magischer Jojo-Effekt (6). Das war zu viel Essen. Zu wenig vor die Tür gehen. Zu viel Fast Food, weil fürs Kochen die Energie fehlte. Kurz: Zu wenig Disziplin. 

Hashimoto (3) wird mich mein Leben lang begleiten. Aber soll ich euch was sagen? Wenn man medikamentös eingestellt ist, dann macht das für den Stoffwechsel keinerlei Unterschied. Dann kann man genauso schwer / leicht abnehmen wie jeder andere kerngesunde Mensch auch.
Durch die Abnahme bin ich von 175µg L-Thyroxin auf 112,5µg runter. Und ich bin zuversichtlich, dass ich irgendwann wieder bei glatt 100 landen werde. 

(7) Ich esse nach wie vor mitten in der Nacht. Oft gibt es um Mitternacht Abendessen. Das hat keinerlei Unterschied gemacht bei der Abnahme. Allerdings wundert man sich mit logisch denken dann auch nicht mehr, wenn man morgens mehr wiegt als am Tag vorher. So Essen wiegt halt einfach grundsätzlich was… bis es seinen Weg nach draußen gefunden hat. ^^ (5) Es ist so banal… aber die Erkenntnis, dass sich Abnahme nicht von einem Tag auf den anderen zeigen muss… hat einiges verändert. 

Anfang 2017 habe ich mir den Meniskus überdehnt und durfte lange keinen Sport machen. Ich habe trotzdem weiter abgenommen (8). Natürlich nicht so schnell wie mit Sport, einfach weil Kalorien ja auch irgendwie verbrannt werden müssen, aber die Rechnung bleibt dieselbe. Mehr verbrauchen als man isst. Fertig.

Aber, war das jetzt nicht alles ganz furchtbar schrecklich und anstrengend?

Selten. War Sport am Anfang noch Mittel zum Zweck, hat es irgendwann angefangen wirklich Spaß zu machen. Es kollidiert natürlich immer mal mit der Sozialphobie. Nicht immer hab ich Bock vor die Tür und ins Studio zu gehen. Und während ich keine Aerobic machen durfte, war das schon sehr nervig. Ich bin nämlich nicht der Typ für wenig essen. Ich bin eher so der Typ für „viel bewegen“ und „nur ein bißchen weniger essen“. Auch so eine der Erkenntnisse, die man so für sich gewinnt.

Es gibt endlos viele Wege wie man im Endeffekt die richtige Kalorienbilanz findet. Wirklich verzichtet habe ich die meiste Zeit nicht. Man hinterfragt vieles, wenn man sich damit beschäftigt.

Brauch ich jetzt wirklich die Cola? Und den Rockstar Energy? Tut es eine zuckerfreie Variante nicht auch? – Ja. Völlig okay.

Brauch ich so viel Zucker und Milch im Kaffee? – Ja.

Kann und will ich auf Schokolade verzichten? – Nein. Niemals.

Aber die Butter.. die kann man durch Frischkäse ersetzen, oder? – Ja. Stimmt eigentlich.

Und so puzzelt sich jeder irgendwie seine Methode zusammen. 

Ich habe Bekannte, die essen tatsächlich nur 700-1000kcal am Tag und werden davon satt. Mit guter Planung ist das absolut möglich. Auch ohne Nährstoffmangel.

Ich kenne Menschen die grundsätzlich nicht frühstücken.

Menschen die 50kg abgenommen haben, aber nie wirklich Kalorien gezählt haben. Sondern einfach „nur“ drauf geachtet haben und sich mehr bewegt haben.

Menschen, die regelmäßig einen ganzen Tag fasten.

Ich habe für mich jedoch erkannt, dass ich unter 1500kcal / Tag unausstehlich bin. Möchte ich also ein hohes Defizit (Verbrauch – Nahrung = Defizit) haben, muss ich mich dafür gescheit bewegen. Außerdem kann ich nicht aufs Frühstück verzichten, denn dann komme ich nicht gescheit in den Tag. Den Zucker im Kaffee habe ich halbiert, drauf verzichten werde ich nie. Wie oft ich in den letzten 2 Jahren Nudeln gegessen habe, kann ich an zwei Händen abzählen. Sie gehen zwar schnell, aber befriedigen mich null und Hunger hab ich auch zügig wieder.

Man entwickelt das ganz eigene System, das funktioniert und das einem niemals zur Last fällt (PMS und Depressionen mal ausgenommen), weil es eben das eigene System ist. Und weil es das eigene ist, kann man das eben auch durchhalten. Und wird nicht herum jojoen, weil man es auch schlicht nicht wieder verlernt.

Will ich an einem Tag diese wirklich mega geile dick belegte Pizza, darf ich halt nicht beim Frühstück eskalieren. Oder ich mach vorher/nachher Sport. Auf die Pizza verzichten muss ich jedenfalls nicht. Musste ich zu keinem Zeitpunkt.

Das Buch zu lesen hat so vieles verändert.

Ein Großteil meiner Zeit verbringe ich mittlerweile im Forum, dass sich zufällig parallel zu meinem Abnahmestart bildete. Ich bin da Moderatorin, organisiere Wettkämpfe und tue damit das was ich am besten kann. Menschen zusammen halten und Dinge organisieren. Es macht mich glücklich zu sehen, dass ich irgendwie einen (guten!) Einfluss auf Menschen habe. Außerdem habe ich durch meine Anwesenheit und die „Arbeit“ dort eine Menge sehr toller Menschen kennengelernt. Die wohnen zwar natürlich überall verteilt, aber sie sind toll. Ich möchte sie nicht mehr missen.

Ich mag mich mehr als vorher. Ich habe mir selbst gezeigt, dass ich etwas aus mir selbst heraus erreichen kann. Und manchmal bin ich deswegen sogar mutiger. Ich bewege mich anders. Ich fange an Ampeln an zu zappeln, weil ich nicht mehr ruhig stehen kann. Vieles ist sehr viel besser geworden. Anderes wird noch eine Zeit dauern. Mein Kleidungsstil hat sich komplett geändert. Ich besitze nur noch 2 Hosen. Zufällig, weil die jetzt von früher halt passen. Dafür hab ich etwa 15 Strumpfhosen in verschiedenen – teilweise sehr auffälligen – Farben. Und Röcke. Und Kleider. Und ja, ich erinnere mich noch dunkel daran, dass ich „Ein Kleid tragen“ auf meiner Aufgabenliste beim Therapeuten stehen hatte. Irgendwo unter „Eine Mütze tragen“. Was mir jetzt im nachhinein überaus lächerlich erscheint.

Ich habe nicht nur im Forum Menschen beeinflusst. Ich habe auch Einfluss auf mein Umfeld gehabt. Mittlerweile habe ich gut und gerne 300kg (mit) abgenommen. Da ist KatjaDa ist dieser Mensch auf Twitter, der mich irgendwann anschrieb, dass ich ihn motiviert habe, der auch knapp 50kg! runter hat. Da ist meine Mama, die nach langem ringen und „Ich esse zu gerne und überhaupt… Gründe 1-8“ auch 10kg abgenommen hat. Da ist mein kleiner Bruder, der immerhin 8kg verlor und mehr auch gar nicht muss. Seine Freundin, deren Freundin. Die 25kg, die eine andere Freundin abgeworfen hat, nachdem sie mir am Anfang noch sagte, dass es auch bei ihr aus Gründen gar nicht so einfach wäre… Die Menschen sind alle glücklich damit. Und das macht mich glücklich. Zusätzlich zu meinen -33kg. 

Und nun?

Nun bin ich über die Feiertage etwas eingeschlafen. Sofern man Geburtstage im Oktober auch als Feiertage sieht, passt das in etwa. 😉 Es war ein verdammt hartes Jahr. Und irgendwann hat mich halt die Energie verlassen. Da war atmen und überleben wichtiger. Da fehlte die Kraft vor die Tür zu gehen um Sport zu machen. Da zickte das Knie immer noch rum und Aerobic war nicht machbar. Da habe ich über 4 Monate nicht wirklich was geleistet, aber auch nur 2kg zugenommen. Da bin ich nicht in alte Muster zurück gefallen. Habe mich nicht in Fast Food und Schokolade vergraben. Ich hab den Schaden in Grenzen gehalten.

Dieses Jahr war ich bereits 4x beim Sport. Ich bin bereits 15 Meilen gelaufen. Ich bin zuversichtlich, dass auch die letzten 10-15kg noch fallen werden. Am Besten noch in diesem Jahr. Im Idealfall auch schneller. Vllt. wird mein Ego noch weiter wachsen. Wer weiß was sonst noch so passieren wird. Aber nichts davon wäre möglich, wenn ich nicht dieses Buch in die Finger bekommen hätte. Egal wie übertrieben das nun klingen mag. 🙂


Sorry, dass das nun so ausgeartet ist. Aber ich hatte immerhin ein paar Jahre aufzuholen. ^^

Frohes Neues Jahr!

Eigentlich würde ich gerne warten, bis ich irgendwas schönes zu erzählen habe, aber die Tage vergehen und sind entweder so vollgepackt, dass ich am Ende des Tages das Gefühl habe keine Zeit zum Schreiben zu haben, oder sie fangen so an wie heute und können eigentlich nur in die Tonne. 

Wenn ich also warten würde bis ich was schönes zu erzählen habe, dann würde ich vermutlich noch lange warten und dann würde dieser Blog so verweist aussehen wie letztes Jahr und das kann ja auch keine Lösung sein.

Also erzähle ich vielleicht, wieso es hier so ruhig (gewesen) ist. Man könnte meinen, dass ich das Schreiben nicht mehr gebraucht habe. Oder gar keine Zeit zum Schreiben hatte. Aber das wäre schlicht gelogen. Tatsächlich ist es so, dass ich euch quasi fremdgehe. Ich schreibe wenn im Abnehmforum und das hat mehrere Gründe. 

Zum einen sind das seit Mai 2016 die Menschen mit denen ich einen Großteil meiner Zeit verbringe. Ich habe eine wichtige Rolle in dem Forum übernommen (Dez 2016) und trage auch eine gewisse Verantwortung (Okay, das klingt heillos übertrieben, aber irgendwie stimmt es halt.). Ich habe viele Bekanntschaften gemacht. Menschen mit denen ich in erster Linie die Abnahme und das ganze drum herum geteilt habe und irgendwann dann eben alles. Und weil ich denen eh erzähle was mich so umtreibt, habe ich diesen Blog hier nicht gebraucht. Die Reaktionen im Forum sind sehr viel schneller, direkter und vielfältiger, weil die Zielgruppe irgendwie auch breiter gefächert ist. Außerdem ist das hier mehr so ne Ein-Mann-Show, da ich ja offensichtlich nicht in der Lage bin Kommentare auch zeitnah zu beantworten und viele meiner Leser selbst gar nicht bloggen, dementsprechend wenig mit der Welt teilen und mir für direkte Gespräche Zeit & Energie fehlen. Ich sagte es schon mal: Ich bin nicht gut im Kontakte halten. 

Jetzt könnte ich die dort geschriebenen Beiträge hier natürlich einfach reinkopieren. Aber das fühlte sich zunächst auch irgendwie falsch an… Ich sage Dinge so ungerne zweimal… und später fiel mir auf, dass ich diesen geschützten Rahmen dort auch sehr schätze. Blogs lesen erst nach Anmeldung. Ich bekomme angezeigt wer meine Beiträge gelesen hat. Ich weiß wer mit liest. Und das hat durchaus auch seinen Reiz. 

Hier kamen über die Jahre immer mal wieder Mails von Ex-Freunden. Oder von aktuellen Freundinnen von Ex-Freunden. Und auch wenn das niemand bös meinte, es war immer irgendwie merkwürdig. Nicht zu wissen wer aus meinem realen Umfeld hier mitlesen kann. 

Ein weiterer Grund ist, dass sich mein Leben jetzt 1,5 Jahre zu einem Großteil ums Abnehmen gedreht hat. Was halt nicht zuletzt auch daran liegt, dass ich meine Freizeit zum Großteil in diesem Forum verbringe. Aber ich bin halt mit meinem Prozess auch noch nicht fertig. Und es ist wesentlich befriedigender mit Leuten zu reden, die exakt dasselbe durchmachen oder durchgemacht haben. Die nicht mit „Aber ist jetzt auch mal gut?“ oder „Du bist doch jetzt schon so schön schlank… “ (Ich kratze gerade mal am Normalgewicht und bin offiziell immer noch dick. ^^) ankommen. Die nicht mit Fettlogiken (Bist halt so gebaut, das ist genetisch, also mit Medikamenten geht das ja eh nicht, Mit Lipödem abnehmen ist sau schwer, bla bla bla) ankommen. Sagen wir mal… es ist sehr viel entspannter das Thema Abnahme mit Leuten zu durchleben, die genauso aufgeklärt sind wie man selbst. Und deswegen fühle ich mich da wohl(er). Mal ganz davon ab, dass da wunderbare Menschen vertreten sind. 

Gleichzeitig macht es mich aber auch etwas unglücklich, dass der Blog hier so brach liegt. Gleichzeitig denke ich mir bei vielem Privatkram, dass ich im Forum zu viel „Off-Topic“ bin… und insgesamt bin ich einfach mit allem nicht so recht zufrieden, habe aber auch keine Lösung.

Man könnte Beiträge schreiben, kopieren und nur ein klein wenig abändern.. je nach Plattform. Aber das ist auch wieder doppelte Arbeit zu einer Zeit, in der ich froh bin, wenn ich überhaupt dazu komme mal zu schreiben. Von daher bin ich mir immer noch nicht sicher wie ich das handhaben möchte. Aber ich dachte ich sag zumindest mal Hallo. 😉

Und weil ich gerade so mitteilungsbedürftig bin, habe ich auch meinen Buchblog wiederbelebt. Schauen wir mal ob das alles Eintagsfliegen bleiben.

Danke Ingrid!

Den heutigen Beitrag widme ich der Bastelmaus Ingrid,

die mir seit unzähligen Jahren Karten zum Geburtstag und zu Weihnachten schickt und immer mal wieder Emails schreibt und fragt ob es mir noch gut geht, wo ich doch hier so gut wie nichts mehr sage.

Ich antworte da viel zu selten drauf, vergesse ihren Geburtstag (wie alle anderen Geburtstage auch / irgendwann im Mai? 10? 14?) und habe schon sehr lange keine Karten mehr verschickt.

Danke Ingrid!

Ich hab mich – wie immer – sehr gefreut und ja.. dunkel ist immer noch gut 🙂

Was macht das mit Ihnen?

„Was macht das mit Ihnen?“ war eine der Fragen, die man im ersten Klinikaufenthalt ständig gestellt bekam und ständig beantworten musste. So oft, dass wir untereinander irgendwann in jeder Situation Gespräche mit dieser Frage beendeten. 

In den letzten Wochen habe ich viel mit der Frage zu tun gehabt, ob etwas mich glücklich gemacht. Angefangen hat es mit einem Buch und dem dadurch ausgelösten Entrümpeln. Ich habe nur noch Dinge behalten wollen, die mich glücklich machen. (Oder die wirklich nötig sind… Ausweise, Mietverträge, Putzzeug ….) 

Das ging so weit, dass ich mich auch in meinem Freizeitverhalten gefragt habe, ob mich etwas glücklich macht und ob es mich ausreichend glücklich macht im Vergleich zu der Aussicht darauf es nicht zu tun und Ruhe zu haben. Das waren keine wirklich schlechten Wochen. 

Irgendwann hatte ich so viel entrümpelt, dass ich jetzt theoretisch in eine kleinere Wohnung umziehen könnte. Nicht zu klein natürlich, weil Bedürfnisse und Katzen nun mal bleiben, aber etwas kleiner wäre möglich. Mir ging dann auch auf, dass ich mich so in dieses Entrümpeln stürzte, weil es a) plötzlich ging aber b) auch Kontrolle gab. Ich konnte den wirklich schlechten Wohnungsmarkt nicht kontrollieren. Ich hab das mit dem Abnahmen gerade nicht so ganz im Griff, konnte mein Knie nicht „kontrollieren“, weil es immer wieder schnell überlastet war. Ich konnte so vieles nicht kontrollieren, aber Dinge wegwerfen war gut und nötig und sinnvoll. Und eine Vorbereitung für einen möglichen, dringend nötigen Umzug. 

Ich habe seit April aktiv nach Wohnungen gesucht. Weil der Schimmel an einzelnen Stellen zurück kommt. Und das nur 5 Monate nach der kraftraubenden Renovierung, die mit einem Drohbrief meiner Hausverwaltung endete, die ankündigte, dass alles was jetzt passieren wird in meiner Verantwortung liegt und sie mich dafür schadenersatzpflichtig machen wird. Ich wohne auf einer Zeitbombe, die mittlerweile sehr, sehr rot leuchtet und immer hektischer tickt und bin angeblich Schuld daran. 
Ich wollte hier weg. Habe gesucht und habe nichts gefunden. 

Als Bezüge beziehender Mensch kann ich nicht so einfach umziehen. Mein Umzug unterliegt Richtlinien und Gesetzen. Und in den meisten Fällen glaube ich an Richtlinien und Gesetze aber in diesem Fall geht mir der Glaube immer mehr verloren. 
Ich muss also bestimmte finanzielle Grenzen einhalten. Finde ich so weit nachvollziehbar und richtig. Wären diese Grenzen irgendwie realitätsnah. Sind sie aber nicht. So wie der Posten „Öffentliche Verkehrsmittel“ im Hartz 4 Satz nicht mal das örtliche SOZIALTICKET! abdeckt, so haben die Mietgrenzen mit der „Sie können bis zu 50m² beziehen.“-Aussage auch mehr humoristischen denn realistischen Charakter. Ich suchte also nach Wohnungen, die diesen Kriterien (349€ Bruttokalt = Kaltmiete + Nebenkosten; <50m²) entsprachen. Und ich suchte lange und gar nicht so wirklich inaktiv, auch wenn es sehr kraftraubend war. Ich suchte mit Hilfe der Maßnahme in der ich aktuell so lose steckte (nicht wirklich wichtig), ließ mich mehrfach von Wohnungsvermittlern auslachen, dass man für mich nichts finden würde, weil es a) nur 35m² für den Preis gäb oder es b) unmöglich wäre mit 3 Monaten Kündigungsfrist etwas zu kriegen, weil immer jemand schneller wäre. Okay. Auch irgendwie nachvollziehbar. 
Egal. Weitersuchen.

Dann war da diese Wohnung. Mehr zufällig. Über einen Anruf den die wunderbare Frau aus der Maßnahme tätigte stand ich plötzlich in einem Verteiler, die schickten mir ein Angebot. Ich sah die Wohnung. Yeah. Alles passt. Lage. Größe. Kosten. Monat mietfrei für schnelleren Umzug. Frisch renoviert bei Bezug. Ich bewarb mich und man schickte mir ein Wohnungsangebot fürs Jobcenter. Das war letzte Woche. Mittwoch – Email mit Besichtigungstermin, Donnerstag gesehen, Freitag drauf beworben. 

Montag bin ich zum Amt und habe nach einer Umzugsgenehmigung gefragt. Für Mittwoch bekam ich einen Termin. Diese vielen Tage die sich das bis zu diesem Tag hinzog waren anstrengend. Es hat viel Energie gekostet sich nicht komplett reinzusteigern und war dann halt trotzdem nicht zu verhindern. Gedanklich war man schon dabei welchen Fußboden man verlegen muss. „Was hat das mit Ihnen gemacht?“

Ich hatte Hoffnung. Hoffnung darauf hier raus zu kommen. Noch vor Weihnachten! Ohne mein Ghetto, mein Umfeld wirklich verlassen zu müssen. Ich hatte Hoffnung, dass ich irgendwann mal entspannt vor die Tür kann. Entspannt in den Hausflur, weil ich mir nicht einbilden muss die Hausverwaltung zu hören. Entspannt zu leben, weil ich keine Angst vor Briefen von ihr habe. Entspannt zu Hause sein, weil der Blick nicht ständig zur Decke schweift ob da irgendwelche schwarzen Punkte auftauchen. Denn das tut er. Ständig. Ich wache morgens auf und das erste was ich tue ist: An die Schlafzimmerdecke schauen. Gucken wie es aussieht. Im Wohnzimmer drehe ich mich ständig um und gucke hoch. Im Badezimmer – das ja nie renoviert wurde – schimmelt es noch. Das sehe ich jeden Tag. Ich hatte also Hoffnung. Ging an diesem Mittwoch zu dem Termin, legte alle meine gesammelten Unterlagen vor und habe erzählt warum ich umziehen möchte. Warum ich umziehen muss. Und diese junge Frau, vermutlich jünger als ich hörte sich das alles an und verfasste ein Protokoll. Nahm alles schriftlich auf und machte sich Kopien, während ich lesen und unterschreiben sollte. Und dann platzte ich, fing im Büro an zu heulen und konnte auch nicht mehr aufhören. Sie fragte was los ist, ich erzählte ihr noch von dieser Angst und sie fügte diesen Abschnitt noch in das Protokoll ein. Dass ich mich nicht traue raus zu gehen. Dass ich schlecht schlafe, weil ich Angst habe. Und ließ mich unterschreiben.

„Den Bescheid können sie morgen am Empfang abholen.“ Ja, so was wird nicht in Beisein des Klienten entschieden. Das machen sie, wenn sie kein Gesicht mehr vor Augen haben. Wenn sie Abstand haben. Wenn sie nüchtern nach Fakten entscheiden können. Denn auch wenn sie sehen, dass man psychisch völlig durch und am Ende ist weil man in dieser Situation wohnt. Sie lehnen so eine Anfrage ab, denn es ist ein privatrechtlicher Grund. Kein Grund, der das Amt direkt betrifft. 

Weil zu keinem Zeitpunkt ein Anwalt eingeschaltet wurde, ist es privat. Weil sie im Endeffekt mit ihrer nutzlosen Renovierung eingelenkt hat ist es nie zum Anwalt gegangen. Auch nicht als sie mir danach den quasi Drohbrief geschickt hat. Weil ja akut nichts vorlag. 

Ich darf diese Wohnung also nicht offiziell beziehen. Ich würde keine Umzugshilfe bekommen. Keine Renovierungszuschüsse oder ähnliches. Aber ich könnte theoretisch trotzdem umziehen. Wenn die Bruttokaltmiete der neuen Wohnung der jetzigen Wohnung entspricht oder niedriger liegt. Aber soll ich euch was sagen? Das ist unmöglich. Denn meine jetzige Wohnung hatte a) damals schon eine sehr niedrige Kaltmiete (man wird wissen warum…) und b) ist die Miete 10 Jahre alt. Hier wurde 10 Jahre nichts erhöht. Natürlich ist die Miete nicht vergleichbar mit dem aktuellen Markt. Und natürlich werde ich auf dem aktuellen Markt nichts, aber auch gar nichts finden was das Problem irgendwie löst. Und somit bleibe ich hier. Auf der Zeitbombe.

„Was macht das mit Ihnen?“, fragt mich diese Stimme da seit gestern immer und immer wieder in meinem Kopf. Ja, was macht es?

Es macht hoffnungslos. Alles ist irgendwie sinnlos. Wofür Kram ausmisten, wenn er genauso gut auch hätte hier stehen bleiben können. Wofür sich Mühe geben, wenn ich eh keine Möglichkeiten habe etwas zu ändern. Wofür aufstehen, wenn schon morgens mehr als 1/3 aller verfügbaren Löffel in Alpträumen verloren gegangen sind und ein weiteres Drittel es im Verlauf des Tages tun wird, wann immer der Blick zur Decke schweift. Da ist keine Kraft oder Energie. Und da ist vor allem keinerlei Freude. 

„Was macht das mit Ihnen?“
Es macht mich mutlos. Es lässt mich den Glauben an Gerechtigkeit verlieren. Es lässt mich fragen was ich verbrochen habe und wann ich so krass falsch abgebogen bin, dass ich es verdient habe in diesem Kreis fest zu hängen ohne Aussicht auf Neustart. 

Es widerstrebt mir eigentlich den Kopf hängen zu lassen. Also twitterte ich was ich jetzt alles nicht machen muss, weil ich nicht umziehen muss. Und suchte irgendwie die positiven Seiten daran diesen Stress nicht zu haben. 

Dann drehte ich mich zu meiner Katze um, die oben auf dem Schrank saß. Schaute an ihr vorbei und sah die ersten neuen Schimmelflecken direkt über ihrem Ohr. 

„Was macht das mit Ihnen?“
Es schlägt mich K.o. 

 

Etwa im April wird dann eben dieses Amt, dass jetzt dafür gesorgt hat, dass ich in dieser Situation bleibe. Dieses Amt, dass nach seinen Richtlinien entschieden hat, dass ich hier bleiben muss. Dieses Amt, dass alle persönlichen Befindlichkeiten und Belange als nicht beachtenswert betrachtet. Dieses Amt wird beschließen wollen, dass ich arbeitstauglich bin. Es wird mich in eine Maßnahme stecken wollen und nicht verstehen wollen, dass ich dafür keine Kraft habe. Weil ich völlig damit beschäftigt bin irgendwie aufrecht zu bleiben, während hier die Decke über mir zusammenstürzt.