Vorhin bin ich ausnahmsweise mal wieder Bahn gefahren. Mäßig voll. Theoretisch Sitzplatz möglich, auf der kurzen Strecke aber eher überflüssig. Stehplatz ohne Kuschelei. Sehr gut. Nicht weit von mir: Junge Familie – etwa mein Alter – mit Kinderwagen. Direkt daneben älteres Ehepaar. (Was erlaubt mir eigentlich zwangsläufig davon auszugehen, dass sie verheiratet sind…) 

Die ältere Frau schaut die ganze Zeit in den Kinderwagen und lächelt. Der Wagen steht mit „dem Rücken“ zu mir, so dass ich nicht reinschauen kann. Dem Glucksen entnehme ich aber, dass das Kind sich freut. Frau lächelt noch mehr. Kind gluckst. 

Bilder der Art sieht man häufig. Und auch wenn Kinder nun ja wirklich nicht so meins sind: Ich erwische mich auch immer häufiger dabei, wie ich in einen Kinderwagen reingrinse – sofern er offen ist natürlich nur, ich würde nie von oben reinschauen – und tatsächlich angegluckst werde. Die Zeiten wo Kinder mich sehen und anfangen zu heulen scheint vorbei. 😉

Jedenfalls wird in so ziemlich jeden Kinderwagen reingelächelt. Und aus fast jedem Kinderwagen wird zurückgelächelt. Und wenn die Eltern das sehen, dass lächeln sie auch zunächst den lächelnden Erwachsenen und dann ihr eigenes Kind an. Manchmal auch umgekehrt. Eine ganze Menge Lächeln jedenfalls. 

Und dann stellen wir uns das ganze mal ohne Kinderwagen vor. 

Ich steige lächelnd in die Bahn und schaue dabei – zufällig – jemanden an. Was passiert? Meistens einfach nichts. So gar nichts. Es wird scheinbar nicht mal wahrgenommen. Manchmal wird man auch merkwürdig angeschaut. Ganz ganz ganz selten wird zurückgelächelt. Schade. 

Passend dazu geistert im Moment im Facebook das Foto von dem jungen Mann herum, der neben sich ein sinngemäßes Schild hat: „Ich brauche nicht ihr Geld, aber über eine Umarmung und ein Lächeln würde ich mich sehr freuen.“ 

Oh ja. Da wäre ich manchmal gerne wieder Kind im Kinderwagen. 

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