Und nun ist sie vorbei. Die Therapie. Und zurück bleibt eine mehr oder weniger ratlose Svü. Ist das nun gut so? Habe ich was gelernt? Hat sie was gebracht? War es nun Zeitverschwendung? Werde ich wieder eine brauchen? Wird sie mir fehlen?

Und daran dass diese ersten Sätze bereits seit 3 Tagen da stehen und die Therapiestunde jetzt schon über eine Woche her ist sieht man auch eindeutig wie leicht mir das jetzt fällt. 😉

Ich bin nach wie vor nicht zu allen Antworten gekommen. Zumindest nicht zufriedenstellend. Aber ich habe mir meine Gedanken gemacht und diese auch heute mit D. besprochen. 

Es ist wohl ganz gut, dass sie nun zu Ende ist. Denn seien wir mal ehrlich: Die letzten Monate hatte ich keine Lust, war unmotiviert und wirklich wichtiges besprochen wurde da auch nie. Ich bin alle paar Wochen hin, habe was erzählt, Feedback bekommen und bin wieder gegangen. Schön. Nachhaltige Wirkung? Ich denke nicht. 

Ob ich generell über die 2 Jahre etwas „gelernt“ habe? Ich weiß es nicht. Ich kann es nach wie vor nicht greifen. D. meinte allerdings, dass sie persönlich Fortschritte sieht, wenn sie mich jetzt und zu Betreuungsbeginn vor 1,5 Jahren (solange schon…) betrachtet. Ihrer Meinung nach kann ich problematische Themenbereiche nun differenziert betrachten. Als einzelne Bereiche und nicht als große graue/schwarze Wolke die mich verschluckt. Das scheint schon irgendwie zu stimmen. Ob ich das jetzt der Therapie zu schreiben würde wäre die andere Sache. Ohne jetzt nachzulesen würde mir eh nicht einfallen was Thematik war. -.-

Gebracht hat sie mir in jedem Fall die Möglichkeit Dampf abzulassen. Und das saubere Blut. 😉 Keine Medikamente mehr, weil sie es immer wieder angebracht hat. Und ich es irgendwann aufgenommen und umgesetzt habe. 

Wenn ich allerdings daran denke, was ich wohl insgeheim erwartet habe, nämlich, dass meine Gefühlswelt geordneter sein wird, dann war es wohl Zeitverschwendung. Denn die kommt mir weder angenehmer noch geordneter vor. Ob es machbar gewesen wäre ist die andere Frage. Aber irgendwie schwingt da auch Enttäuschung mit, dass sich da offensichtlich wenig geändert hat. 

Auch die Verhaltensänderungen würde ich eher D. zuordnen als der Therapeutin.

Werde ich wieder Therapie brauchen? Bzw. wird es sinnvoll sein? Ich hoffe nach wie vor, dass ich um den stationären Kram drum herum kommen werde. Und mit etwas Abstand betrachtet glaube ich auch nicht, dass klassische Verhaltens- oder Gesprächstherapie bei mir noch so viel bringt. Das klingt jetzt vllt. resigniert ist aber nicht so gemeint. Es ist mehr die Erkenntnis, dass die Werkzeuge hier nun eigentlich alle rumliegen. Teilweise in Blogartikeln festgehalten, teilweise als Gedankenfetzen. In der Theorie weiß ich schon lange was nun Sache sein sollte. An der Umsetzung hat aber keine der Therapien irgendwas geändert. Schätzungsweise bräuchte ich eher einen Sklaventreiber als eine Therapeutin. Immer schön drohend und antreibend mit Peitsche hinter mir. Oder so ähnlich. Im Zusammenhang mit meinen enormen Gedächtnislücken und den immer wiederkehrenden Fragen an die letzten Jahre kam dann heute mit D. der tiefenpsychologische Ansatz ins Gespräch. Aber… da winken selbst bei mir als Psychologie-Studentin alle möglichen Klischees. *hust*

Wird sie mir fehlen? Jaein. In letzter Zeit bin ich ja generell eher ungern hin. Von daher ist es schön zu wissen, dass diese Termine nicht mehr anstehen. Anderseits war es jetzt schon merkwürdig, als D. zeitgleich zum Ende krank wurde. So plötzlich gar keine Anlaufstelle. „Was machst du, wenn die Welt untergeht? An wen richtest du dich dann theoretisch?“ (Obwohl ich ja in Notfällen bekanntlich nie eine Telefonnummer in Anspruch genommen habe.) Es war nicht mal potentiell jemand Offizielles zu erreichen. Und da fühlte ich mich schon recht allein gelassen. Dass neben der Medikamentenstütze nun auch diese weg ist… ist merkwürdig. Immerhin war ich jetzt seit 2007 den Großteil der Zeit irgendwie therapeutisch versorgt. Das fällt nun weg. Wenn die Betreuung aus welchen Gründen auch immer weg fällt bin ich alleine. Das Gefühl missfällt mir.

Vorgenommen habe ich mir nun, dass ich mir die Therapie-Artikel noch mal durchlesen werde. Dass ich mir generell mal alte Artikel anschauen werde um vllt. selbst herauszulesen ob und wie ich mich verändert habe… Mehr kann die Therapie jetzt eh nicht mehr leisten. 😉

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