…oder: Zeitlosigkeit in Perfektion.

Gerade eben wird mir der ultimative Vorteil eines PC-Arbeitsplatzes bewusst. Ich kann schreiben. Einfach so. Denn die meiste Zeit habe ich tatsächlich nicht wirklich was zu tun. Sämtliche Zeitungen die ich mir durchlesen sollte, habe ich bereits gelesen. Das zweite Mal dann jetzt. Denn gestern ja auch schon. Dabei fiel mir auf, dass der Redaktionsschluss der 25. September ist. Es sollte wirklich machbar sein bis dahin einen Artikel auf die Beine zu bekommen. Nicht wahr? Und da hier ja nach dem Prinzip „langsam erst mal ankommen“ gearbeitet wird… Komme ich halt langsam an. 😉

Ernsthaft. Ich bin da. Heute angstfrei hier aufgetaucht. Noch vor der Tür die Kollegen begrüßt, den ersten Kaffee im Stehen eingenommen, weil Anleiterlein an meinem PC noch ein Tipp-Lern-Programm für die Kollegin installieren musste und dabei festgestellt, dass die Kaltmieten-Begrenzung hochgestuft wurde. Theoretisch könnte ich also glatt noch mal nach Wohnungen schauen. Wäre jetzt aber irgendwie auch… blöd. Wo doch gerade alles so hübsch steht und fast fertig ist. ^^

Der Kaffee hier kostet übrigens 30 Cent. Das ist absolut vertretbar, weil Trinken am Arbeitsplatz ja eh nicht erlaubt ist. Werden also maximal 3 Kaffee am Tag. Vor der Arbeit, in der Pause, nach der Arbeit. 90 Cent. Gut, wenn man bedenkt, dass ich hier auch nur 3,75€ am Tag verdiene sieht die Sache schon wieder anders aus… ^^ Wenn man dann bedenkt, dass ich offensichtlich nicht dazu komme zu Hause zu frühstücken und mir jeden Tag noch nen Brötchen für 1,60€ hole, dann bleibt vom „Gehalt“ nicht mehr allzu viel übrig. Sollte ich also noch mal überdenken, denn das Geld ist ja eigentlich verplant.

 

Obriges war von gestern. Heute sieht meine Arbeit wie folgt aus: Ich komme völlig matschig hier an, habe immerhin auf dem Weg gefrühstückt und den ersten Kaffee auf der Arbeit genehmige ich mir mit schlechtem Gewissen, denn er muss noch gekocht werden und als wir fertig sind ist es nach 9 Uhr. Fühle ich mich mies mit. Ich habe 15 Minuten Pause zur Verfügung – die ich laut Anleiterlein nach der Hälfte der Arbeitszeit nehmen soll – und dann fühle ich mich wirklich schon mies, wenn es 16 Minuten sind. Auch hier jetzt arbeitsfremd zu tippen ist schon ein wenig mit Unbehagen behaftet, aber die Unruhe hier heute trägt nicht unbedingt dazu bei, dass ich mich in die Arbeit stürzen kann. Nun gut, vllt. haftet es auch einfach an mir, dass ich mir mal anhören durfte, dass ich ja nur quatsche und Kaffee trinke und sonst nichts tue. Also versuche ich das zu vermeiden. Manchmal schaut das Anleiterlein so, dass ich mich frage ob ich was falsch gemacht habe. Auf Nachfrage verneint er das. Das Gefühl bleibt jedoch. Heute konnte ich dem ein wenig entgegenwirken, denn direkt nach dem Kaffee und unmittelbar nachdem der Rechner hochgefahren war kam Anleiterlein mit einem Putzeimer an. Alle 2 Wochen putzen wir hier wohl die Büros. Okay. Direkt mal für zu Hause geübt. Da muss ich das nämlich heute auch noch. [Habe ich natürlich nicht getan. ^^] Also hier geputzt, dann doch noch nen Kaffee getrunken (war ja dann fast Pausenzeit und die Räume eh feucht und unbetretbar), dabei wieder nervös an die Zeit gedacht und glaube ich mein Umfeld ziemlich damit genervt. Vllt. sollte ich mir angewöhnen eine Uhr zu tragen. Wirklich. Denn die Uhren hier gehen alle unterschiedlich. Wenn denn überhaupt irgendwo eine hängt. Dass meine PC-Uhr jetzt nicht mehr zehn Minuten daneben geht musste ich mir heute mühsam erbetteln. Wurde aber eingerichtet. Sehr schön. Also kann ich davon ausgehen, dass wir jetzt 11.14 haben. Das heißt: In einer Stunde habe ich Feierabend. An sich genug Zeit um sich noch mal in die Arbeit zu stürzen. Hier wird aber heute irgendwann irgendwo gegrillt. Drüben im Gebäude wohl. Bzw. auf dem Hof. Heißt auch: Irgendwann gehen wir rüber. Genaue Zeitangabe nicht möglich. Ist ja ein zeitloses Universum. Wie soll ich mich da also bitte konzentrieren und anfangen etwas zu tun, wenn ich nicht weiß ob ich in 2 Minuten aufspringen und grillen muss. Kann ich nicht… Zumal das Grillen für mich durchaus mit Stress belastet ist. Denn meine neue beste Freundin wird auch da drüben sein. Auf die Begegnung kann ich wirklich ganz in echt verzichten. Ein wenig hoffe ich noch, dass ich drum herum komme und man erst rüber geht, wenn ich sowieso schon fast Feierabend habe. Aber die Uhrzeitangaben varieren da von 11 – 12.30 Uhr und von daher kann ich mich da nicht allzu gut drauf verlassen.  

 

Zeitsprung. In einem zeitlosen Universum ist so ein Zeitsprung sicher sehr beeindruckend.

Ich konnte gestern gerade noch den Artikel abspeichern und mir als Entwurf in die Mails setzen. Dann sind wir auch schon rüber. Meine halbherzigen Fluchtversuche wurden von Rik ^^ vereitelt. Das Grillen selbst war dann jetzt nicht so tragisch – wenn auch viel zu viele Menschen – die Organisation aber überaus lieblos. Sehr lieblos. Und auch irgendwie.. zeitlich total Banane. Für mich bedeutete das jetzt gestern: Wir gehen um 11.30 Uhr nach der Ansage „Wollen sie schon rübergehen? Ach, gehen sie rüber.“. Ich bin die langsamste von allen, denn ich hatte tatsächlich noch meine Dateien auf. Alle anderen saßen glaub ich nur noch zur Zierde am Schreibtisch. Sogar mein Artikel für die Zeitung wurde um zwei  Zeilen erweitert. Ob Anleiterlein mittlerweile mitbekommen hat was ich überhaupt tue, weiß ich nicht. Bin mir auch nicht sicher ob er mich gewollt nicht beachtet, so nach dem Motto „Finden sie sich erst mal einfach ein…“ oder ob er einfach so verpeilt und verplant ist, dass er es nicht schafft sich um mich zu kümmern. Interessant wäre jedenfalls herauszufinden ob der „Redakteur“ der Zeitung überhaupt weiß, dass ich nun mitwirke. Aber erst mal herausfinden wer das ist 😀

Jedenfalls sind wir rüber. Haben eine bereits gegrillte – leckere – Wurst gegessen, sind aus der Sonne und vor den vielen Leuten in die Cafeteria geflüchtet, haben *trommelwirbel* Kaffee getrunken und noch ein wenig gequatscht. Zu viert. Mit der Katzenfrau und Gimli. 😀 Habe meine erste Bahn verpasst und meine neue beste Freundin nur mal kurz 5 Minuten im Rücken gehabt. Hat mir aber auch gereicht. *seufz* Die arme Kaffeetasse.

Für die Katzenfrau – die erst um 12.15 anfängt zu arbeiten – hieß das gestern übrigens: Nur fürs Grillen antanzen und nach etwa 1 Stunde wieder nach Hause geschickt werden. Finde ich dezent überflüssig, zumal ihr der Weg nicht leicht fällt. Das ist  hier sicher nicht als Gemeinheit gedacht, sondern einfach nur völlig verpeilt und verplant. Alle ein wenig verwirrt halt.

5 Tage im Vertrag überstanden. Davon 3 Arbeitstage. Macht 9 Stunden. 11,25€  😉

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