Ich habe vorhin geschlafen. Mittagsschlaf. Naja, Nachmittagsschlaf. Nach dem Aufstehen ging der erste Griff zum Handy – oh Wunder – und dann wurden die Tweets nachgelesen. Und dann las ich es und war plötzlich ziemlich schnell auf den Beinen.

Dirk Bach ist tot aufgefunden worden. 51. Todesursache unbekannt. 

Und in mir zog sich alles zusammen.

Es gibt wenig Todesfälle bei den Promis die mich wirklich mitnehmen. Natürlich sind die meisten davon tragisch. Es hängt Familie dran. Freunde. Es ist nun mal ein toter Mensch. Und wenn es dann so plötzlich passiert ist es noch mal so schlimm.

Aber, dass Amy Winehouse gestorben ist war mir relativ egal. Auch Whitney Houston hat mich jetzt nicht sonderlich mitgenommen. Michael Jackson? Günther Kaufmann? Es gibt viele Promis bei denen mir das wirklich ganz egal war.

Doch bei Heath Ledger damals musste ich weinen. Als meine Mutter mir das am Telefon mitteilte war mir erst mal schlecht. Ich habe geheult. (5 Tage vor meiner Einweisung fällt mir grad mal auf…) Und ich finde es auch bis heute traurig und schade. Und ich liebe seine Filme und halte ihn für einen großartigen Künstler. Er war großartig. Und im Endeffekt halt auch einfach nur zu schwach für diese Welt. Unabhängig davon ob es nun Unfall oder Absicht war. Wer das auch so sieht dem empfehle ich „So weit bin ich noch nicht: Eine Heath-Ledger-Geschichte“ von Martin Spieß. Nicht nur, dass Martin einer vom wunderbaren Comedy-Folk-Duo „Das Niveau“ ist, nein auch diese fiktive Geschichte ist irgendwie… schön. Und sie hält den Glauben aufrecht, dass es ein Unfall war. Und sie gefällt mir. 

Irgendwie zur gleichen Zeit verschwand Gaby Köster von der Bildfläche. Die Todesgerüchte hielten sich hartnäckig. Ich dachte mir, dass man es mitbekommen würde, wenn es so wäre. Und ja doch. Ihr Tod hätte mich traurig gemacht. Und ich war so glücklich und froh und auch erleichtert, als sie letztes Jahr plötzlich wieder da war. Gezeichnet, aber ihren Humor nicht verloren.

Über Robert Enke hab ich oft genug geschrieben. Als er starb kannte ich ihn nicht. Bewegt hat mich das aus anderen bereits bekannten Gründen.

Als dann Brittany Murphy starb war ich gerade mal wieder in der Klinik. Und ich erinnerte mich, dass ich sie so süß fand. Und denke da auch heute noch dran, wenn mir ein Film von ihr begegnet. Sie fiel mir gerade ein auch wenn sie bei Weitem nicht so eine Wirkung auf mich hatte wie Heath Ledger und ihr Tod mich nicht ganz so mitnimmt.

Jetzt ist Dirk Bach tot. Viel verschiedenes habe ich nicht von ihm gesehen. Dschungelcamp halt. Frei Schnauze. Schillerstraße. Aber ich mochte ihn und seine Art. Er war authentisch. Stand zu dem was er war und konnte sich selbst so unglaublich gut auf die Schüppe nehmen. Und er war bissig. Hatte die Art Humor die mir gefiel. Völlig unabhängig davon wie viel gescriptet war, ich habe ihm jedes Wort geglaubt. 

Er gehört zu den Menschen die einen bleibenden, positiven Eindruck hinterlassen. Die sich für andere engagiert haben. Die für ihre Sache und die Dinge an die sie glauben einstehen und kämpfen. Und da ist es mir völlig egal ob er ein Promi war oder nicht.

Wäre er mein Nachbar gewesen, wäre ich genauso traurig gewesen. Und wäre Amy Winehouse meine Nachbarin gewesen, hätte es mich genauso wenig interessiert. Das macht in diesem Fall keinen Unterschied.

Und es macht mich wütend, dass man darüber nicht traurig sein darf, „weil man es ja nur ist, weil er ein Promi war“. Nein, verdammt. Und „in Afrika verhungern ständig Kinder, aber ihr trauert um einen Promi“. Nun ja. Auch ein Mensch. Warum sollte mir das nicht leid tun? Und wer sagt überhaupt, dass mir die Kinder in Afrika egal sind, na?

Ich bin traurig, weil er mir sympathisch war. 

Ich wäre auch traurig, wenn ein Blogger den ich ein Stück weit begleitet habe, stirbt. 

Völlig unabhängig davon, ob ich je auch nur ein Wort mit der Person gewechselt habe. 

→Sie war mir z.B. unglaublich sympathisch. Ich habe nie mit ihr geredet und es hat mich trotz allem mitgenommen.

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