Und noch nie – tolles Wort für fünf Wochen – war es so schwer raus zu gehen. Noch nie – abgesehen von den ersten beiden Nächten – hatte ich so Angst vor der Arbeit. Vor dem Hingehen. Vor der Kommunikation, vor Kritik oder anderen Konflikten. Noch nie hatte ich so viel Ungeklärtes in mir ohne eine Lösung parat zu haben. Und D. sagte letztens noch, dass es schwer sein kann. Auch sinnlos. Dass es möglich ist, dass ich einfach nur die Zeit absitzen werde, aber die Frage doch immer sei was ich daraus mache. Also sitze ich in der Bahn und fahre. Gaukel mir selbst vor, dass ich das tue, weil ich nicht flüchten will. Nicht etwa weil ich mich nicht getraut hätte anzurufen. Nein, natürlich nicht. Genauso wie ich auch kein Problem damit haben werde mich nächste Woche krank zu melden. Warum sollte ich…

 
Es sind übrigens natürlich genau diese Tage an denen der IPod schon auf dem Hinweg leer ist. Oder an denen der Handy Akku morgens schon bedenklich aussieht. Und ich mich frage wie ich ohne diese Fluchtmöglichkeiten wieder nach Hause kommen soll. Und es sind diese Tage an denen die Schmerzen wirklich überaus ätzend sind. Mich aber nur an nächste Woche erinnern und somit an den Ursprung meiner Angst… Wie sage ich dem Chef, dass ich nächste Woche nicht arbeiten können werde? Und wann? Erkläre ich es heute wie es sein wird und warum es so sein wird? Mit dem Hintergedanken, dass er sagt: Kommen Sie einarmig, wir finden was für sie. Und ich weiß nicht ob ich das wollen würde, obwohl eine Woche fehlen auch eine Woche weniger Geld bedeuten würde…

Und jetzt sitze ich hier auf der Arbeit und nix funktioniert wie es soll. Erst sind die Dateien irgendwie zerschossen, dann ist der Drucker nicht im Netzwerk und somit haben wir immer noch keine Zeitung. Mein Nervenkostüm findet das alles eher gar nicht schön. Von einem Mitarbeiter fühle ich mich die ganze Zeit unterschwellig angegriffen, weil ich ja irgendwie „zuständig“ war und jetzt nichts so ist wie es sein sollte. Beim Schreiben fällt mir dann auf, dass euch ja eine ganze Reihe Wochen von der Arbeit fehlen. Dass ihr gar nicht auf dem aktuellsten Stand seid… Oder auch noch gar nicht wisst, wieso ich nächste Woche nicht arbeiten kann. Blöd. Echt blöd. 

Und der Perfektionismus in mir schreit: „Schreibe dafür einen eigenen Artikel“.  Aber ich frage mich: Wann? Wann würde ich das denn schlussendlich tun. Also packe ich das wohl doch einfach mal mit hier rein…

Nachdem ich jetzt seit 1,5 Jahren Schmerzen habe und wir nochzu keiner Erkenntnis gekommen sind was es sein könnte, wird mir meine Hausärztin den rechten Arm nächste Woche erst mal stilllegen. Erst mal „nur“ ein Zink-Leim-Verband. Für 5 Tage. Aber sie sagte, dass ich wohl nicht arbeiten können werde. Und ich denke mir: Theoretisch doch. Ich könnte auch mit einer Hand tippen. So wie ich es zu Hause wohl tun werde. Aber wie ziehe ich mich überhaupt gescheit an? Und wie koche ich mir mein Essen? Und zur Hölle… schon wieder Stress beim Duschen? Da darf das Bein endlich wieder nass werden, da ist der Arm dran? Gnarr. Und wie packe ich meinen Koffer und wie gehe ich zur Tafel… und so weiter…  Es knockt mich ein wenig aus. Und es geht mir auf den Sack.

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