Ich streike heute. Das habe ich so für mich beschlossen. Ich werde heute nichts von anderen lesen oder korrigieren. Ich werde ein paar Artikel in das Seitenlayout quetschen und maximal das Format anpassen und mir einfach nur mal einen Überblick verschaffen. Aber ich werde mich nicht um die Seiten anderer kümmern. Und nein, auch meinen eigenen Artikel werde ich nicht schreiben. So gaukel ich zumindest ein wenig Arbeit vor und nehme trotzdem das „Kein Stress machen“ Motto sehr Ernst. Und in meinem Blog komm ich auch mal weiter, nicht wahr? 😉

Theoretisch zumindest. Denn praktisch ist es jetzt schon wieder nach 11 Uhr und hier fängt gerade das Putzen an. Ich habe das dezent verdrängt, dass wir Freitag haben und jetzt geputzt wird. Und meine Laune ist gerade auch nicht mehr die beste. Dafür ist der letzte Freitag im Monat und gleich wird noch gegrillt. Verkürzt die Arbeitszeit natürlich auch enorm, aber man kommt natürlich dadurch zu nix.

Problematisch ist auch, dass es einfach so ewig her ist, dass ich was über die Arbeit geschrieben habe und ich einfach nicht mehr weiß was alles passiert ist und sowieso ja immer viel zu viel passiert und so weiter…

Die Frage die im Raum stand war ja wie ich mir das hier erträglich machen kann, damit Arbeit nicht das Problem ist und es nur noch darum geht das drum herum zu Hause zu gestalten. Wirklich aufgeben war jetzt eigentlich nicht geplant.

Zum einen habe ich mir jetzt selbst den finanziellen Gedanken bzw. den Druck heraus genommen in dem ich nicht unbedingt im Februar nach Cuxhaven fahren werde. Ich wünsche mir Geld zu Weihnachten, spare auch so ein wenig und fahre dann eben wenn es passt. Mit dem Gedanken „Du musst arbeiten, damit du fahren kannst.“ habe ich mir quasi jeden Fehltag noch schwerer gemacht.

Zum anderen habe ich ein Gespräch mit meinem Anleiter (Der in dem Zusammenhang auch meinte, dass ich gute Arbeit leiste, er aber den Eindruck hat, dass ich ein wenig übertreibe und zu viel an mich reiße… -.-) und dem übergeordneten Pädagogen ^^ gehabt. Wir haben daraufhin eine Mail an das Jobcenter geschrieben mit der Frage, ob man meine Woche auf 4 Tage reduzieren kann, da ich mehr Zeit für Regeneration und (Haushalt und vllt. auch Uni) benötige. Dabei ist der Hauptaspekt nicht die Arbeitsstunden, denn 3 erscheinen mir meistens wirklich zu wenig und ich könnte definitiv 1 Stunde mehr arbeiten und verdienen.  Aber mehr Arbeit würde auch weniger Zeit zu Hause bedeuten und das funktioniert auch so schon nicht. Anstrengend ist auch nicht die eigentliche Büroarbeit, sondern die Kommunikation mit den Leuten… Meistens habe ich am Wochenende dann die Wahl zwischen „Freunde sehen“ oder „Auftanken“… das könnte sehr zu Lasten meiner Sozialkontakte gehen. Natürlich weiß ich, dass es allen Arbeitnehmern so geht, aber solange ich die Chance habe das einzudämmen wollte ich es versuchen.

Die Mail haben wir jetzt vor knapp 2 Wochen geschrieben und bisher habe ich keine Rückmeldung erhalten. Ab und an frage ich nach, weil ich mir auch nicht sicher bin ob man sofort an eine Weiterleitung denken würde, aber bisher kam da nichts. Der Plan wäre gewesen Mo, Di, Do, Fr je 4 Stunden zu arbeiten, weil ich auf einem Minimum von 15 Stun…

… und dann kam die Aufforderung zum Aufbruch. Und danach war der Tag überaus stressig. Also komme ich erst jetzt dazu den Artikel zu beenden. ^^

Also.. ich muss minimum 15 Stunden die Woche arbeiten um den Vertrag zu erfüllen. Von daher müssen die Stunden irgendwie anders verteilt werden. Der Vorteil daran, dass ich jetzt erst weiter schreiben kann ist in jedem Fall, dass ich ein paar neue Informationen habe. 

Zum einen will sich der übergeordnete Pädagoge ^^ Montag oder Dienstag um eine Antwort bemühen. Sollte das funktionieren würde ich laut seiner Aussage ab dem 5.11. nur noch eine 4-Tage-Woche haben. Das wäre grandios, aber wirklich dran glauben tue ich nicht. 

Zum anderen habe ich heute dann auch geklärt, dass es ohne Probleme ginge Freitags einfach eine Stunde später zur Tafel zu kommen. Völlig unbürokratisch. Das wäre nämlich bei einem 4-Stunden-Tag auch noch zum Problem geworden.

Ansonsten… Nun ja. Die Zeitung läuft. Sehr gut sogar würde ich meinen. Obwohl wir am Montag gesagt haben, dass wir wohl keine Zeitung für Oktober zu Stande bekommen und uns mal wieder mitgeteilt wurde, dass wir ja keinerlei Zeitdruck haben und es auch gar nicht so schlimm wäre, wenn wir keine raus bringen (wahrscheinlich selbst, wenn wir sie nie wieder machen würden…) können wir schätzungsweise in der ersten November-Woche drucken. Und es ist erstaunlich wie viel Energie da plötzlich drin steckt. Wie die Artikel aus dem Boden schießen und wie motiviert viele auf einmal sind. Für eine Zeitung die kein Schwein lesen wird.

Und sie nennen mich alle Chefin oder wahlweise Chefredakteurin. Sie fragen mich bei so ziemlich allem was sie tun und wenn ich jemanden etwas frage heißt es immer häufiger: Entscheide du doch. Und natürlich gefällt mir das irgendwie. Und natürlich weiß ich, dass es nicht verwunderlich ist, dass es so ist, wenn ich vor Motivation sprühe, obwohl diese Zeitung im Nichts verschwinden wird. Und es ist auch schön, wenn ich da irgendjemanden mit anstecken kann, mit dieser Motivation. 

Aber beim Korrekturlesen muss ich meckern. Viel. Bei Vorschlägen wäre immer Ja-Sagen auch total bescheuert und unangebracht. Und ich habe Angst, dass man mir irgendwann wieder Arroganz vorwirft. Oder dass man Angst vor meiner Kritik/Meinung hat. Ich habe Angst, dass man meine vielen Themen-Vorschläge irgendwann als Anweisungen und nicht mehr als Vorschläge versteht. Denn Gegenwind bekomme ich so gut wie nie. Wirklich nicht. Zu glauben, dass es so ist, weil alles was ich sage grandios ist fällt mir logischerweise etwas schwer und von daher frage ich mich halt, ob da kein Gegenwind kommt, weil es den Leuten egal ist oder weil sie sich wirklich nicht trauen was zu sagen!? *kopf kratz* Und im Hintergrund immer der Chef der meinte,  dass ich zu viel an mich reiße… aber wenn nicht ich, wer dann?

Ich wurde (woanders)schon arrogant genannt, als ich noch nicht mal was gemacht habe. Wie soll das erst werden, wenn ich etwas wirklich gut mache… und ich denke das tue ich eigentlich… *grübel*

Und natürlich stellt sich auch nach wie vor die Frage: Wofür? Wofür hänge ich mich da so rein, wenn es doch eh keiner zu lesen bekommen wird?

Dann gibt es auch die Schattenseiten. Die neue Kollegin – Madame Bohnenstroh – die ich einfach nicht ertrage. Ja, werft mir Arroganz vor – in dem Fall kann ich damit ganz gut leben – aber ich ertrage dumme Menschen nicht. Wirklich nicht. Nicht in dem Ausmaß. Und dumme, beratungsresistente, aufdringliche und dreiste Menschen erst recht nicht. Sie hat es geschafft einen Flyer so ABZUTIPPEN, dass der Inhalt nachher nicht mehr zu verstehen war.  Mal davon ab, dass ich unter „abtippen“ keinen Artikel verstehe… aber… hallo? Rechtschreibfehler beim Abtippen, nicht mal selbst Korrektur lesen, die überarbeitete Fassung (aus Versehen) löschen und dann auch noch ständig und immer wieder etwas fragen und dann trotzdem falsch machen… Mal davon ab, dass sie einfach immer Gespräche unterbricht. Worauf ich sie heute aber auch mal hingewiesen habe. Ich kann natürlich schlecht sagen: „Ey, Bohnenstroh… du bist echt zu blöd für die Welt.“ Aber ich kann sagen, dass sie uns gefälligst nicht unterbrechen sollte… 

Kurz drauf hat sie sich beim Anleiterlein beschwert, dass wir uns zu laut unterhalten. Obwohl er nicht sagte von wem die Beschwerde kam war es klar, denn alle anderen quatschen mit. Später hat sie es dann doch noch mal selbst angemerkt. Immerhin. Wir würden zu viel reden. Sie könnte sich nicht konzentrieren. Wenn es um die Arbeit ginge wäre das ja okay, aber sonst (Privatgespräche also jetzt verboten?) doch bitte auch wesentlich leiser… Ist klar. Ob die Gute sich mal Gedanken um meine Konzentration gemacht hat? Mit der steht es auch nicht allzu gut, wenn sie alle zwei, drei Minuten irgendwelche Fragen stellt… ^^

Ich habe später trotzdem höflich, distanziert geholfen. Ich bin nun mal so. Aber angepisst bin ich trotzdem. 

Auch die herzallerliebste Katzenfrau die mir neuerdings immer Post-Its zur Begrüßung an den Rechner pinnt merkt, dass die Stimmung im Büro angespannt ist. Wenn sie um 12 Uhr kommt haben wir etwa 15 Minuten gemeinsam, bevor ich gehe. Eben diese wurde dann heute auch noch von Bohnenstroh angesprochen. Sie hätte ja den und den Text leider nicht lesen können, weil sie sich nicht konzentrieren konnte… 😉 Hat sie die Rechnung ohne die Katzenfrau gemacht. Die meinte nur sie solle das nicht alles so verbissen sehen. ^^ 

Ich bin gespannt wie es nun weiter geht.

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