Würde ich jetzt gerne halten. Jetzt einschlafen und irgendwann später wieder aufwachen. Vielleicht in ein paar Monaten. Vielleicht in einem halben Jahr. Und auf jeden Fall dann bitte nur gelöste Probleme. Zwischendurch für ein Konzert wache ich auch gerne mal auf. Aber dann bitte nur einen Tag. 

Ich hatte heute einen Termin bei meiner Psychiaterin. Und dass ich den nächsten Termin in 3 Wochen habe ist nicht unbedingt das beste Zeichen. Ich habe sie bisher nur 2 oder 3x gesehen und von daher kennen wir uns kaum. Eigentlich war sie eh nur da, um die medizinische Anbindung nicht gänzlich zu verlieren und jemanden für die fachärztlichen Stellungnahmen bezüglich der Betreuung zu haben. Also war ich jetzt 1x im Quartal da und habe bisher immer gesagt wie gut es mir doch geht. Tja… 

Vermutlich hat mein Vater das ausgelöst… seine Aussage, dass ich einfach tun sollte was ich will. Glücklich sein mit dem was ich tue… Geld verdienen mit dem was mir Spaß macht. Und die Frage in mir: Was ist das denn überhaupt?

Ich habe seit Monaten nicht gelernt. Ich habe seit Anfang Juni nicht mehr länger als 5 Minuten in meine Unterlagen geschaut. Ich konnte nicht. Jedesmal, wenn ich sie öffne sehe ich mich an diesem Küchentisch sitzen. Glücklich. Hirnlos verschossen. Aber glücklich. Und ich möchte dieses Gefühl zurück. Dieses Gefühl zwischen uns, wenn alles gut war. Und ich weiß, dass es nicht mehr so sein wird. Selbst wenn du zu Verstand kommen solltest. Ich kann dich nicht mehr ernst nehmen und dir vor allem nicht verzeihen. Das weiß ich. Und trotzdem blockierst du mich. Und es kotzt mich an, dass du so einen Einfluss auf mich hast. Dass du mich so blockierst. Meine Zukunft zerstörst.

Und natürlich ist es überspitzt. DU zerstörst gar nichts. Das tue ich selbst. Du hast nur so viel Einfluss wie ich zulasse. 

Aber warum lasse ich das zu… ? Vielleicht weil es eine willkommene Ausrede ist.

Als Anleiterlein gestern in einem Nebensatz erwähnte, dass ich Bewerbungsunterlagen zusammen stellen sollte (weil das einfach normal ist und nicht zwangsläufig was bedeutet) habe ich mich gefragt: „Wofür?“ Und die Panik stieg in mir hoch. 

Dann am Abend. Mein Leben & Ich. Staffel 6. Alex überlegt was sie studieren soll und fängt einfach bei A im Vorlesungsverzeichnis an. Schaut sich sämtliche Studiengänge an. Und alle fragen sich: Wieso nicht Photographie? Was sie als Kind schon immer wollte. Und sie schaut es sich an und merkt: Ich will das gar nicht mehr. Und genau deshalb hatte sie es nicht sofort versucht. Aus Angst, dass sie merkt, dass sie sich das gar nicht mehr wünscht. Und ich saß hier und war am Heulen. So wie jetzt.

Heute im Gespräch mit der Psychiaterin habe ich es ausgesprochen. „Ich bin mir nicht mehr sicher… Ich bin mir einfach nicht mehr sicher was ich will.“ Und es stimmt. Ich hätte vermutlich letzte Woche noch jede Diskussion zum Thema Studium einfach beendet. Ich mache das. Weil ich es will. Und jetzt weiß ich es nicht mehr. Weiß nicht ob ich es will. Oder ob ich seit Jahren auf Trotz programmiert bin. Ich weiß es einfach nicht mehr. 

Und sie sagte, dass sie denkt, dass ich es mir einfach nur nicht zutraue. Und wenn das der Grund wäre, dann sollte ich es einfach weiter machen. Auch gerne in meinem Tempo. Und sie sprach von Berentung. Davon, dass es nicht gut ist nach 8 Wochen Arbeit schon wieder so am Ende zu sein. Und ich unter Rente doch weiter studieren könnte.

Klar. Aber… will ich das? Und wenn nicht? Will ich irgendwas anderes? 

Und jetzt verlässt mich mitten im Gedankengang die Energie. 

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