Es sind nur noch 11 Arbeitstage. Dann ist es vorbei und das ist auch wirklich gut so.

Am 13.02. habe ich den Termin bei meiner Psychiaterin. Im Moment denke ich aber, dass ich mich nicht noch einmal krank schreiben lasse.  Es ist natürlich ermüdend, aber es sind nur noch wenige Tage. Wenige Tage, die aber immerhin 55€ bringen werden. Und sind wir doch ehrlich, →debil grinsen beflügelt durchaus ein wenig. Ich werde diese 11 Tage also rum kriegen. 

Alleine schon, weil ich auch gerne ein letztes tolles Werk abliefern würde. Eine letzte schöne Zeitung raus bringen. Und die Artikel-Ideen sprudeln gerade wieder und ein klein wenig verdränge ich damit auch, dass ich diese blöde Bewerbung noch schreiben muss. Pflicht halt. Ganz nebenbei kam dann heute auch tatsächlich noch ein Auftrag. Inventurlisten abtippen. Und es war dann durchaus praktisch eine so hohe Anschlagszahl vorweisen zu können. Das dürfte morgen erledigt sein, dann müsste ich auch den ersten Artikel (von vermutlich drei) fertig bekommen und die Zeitung nimmt langsam Form an. Denn bei all dem demotivierenden Angelegenheiten: Die Zeitung hat mir Spaß gemacht. Mich ständig als Redaktionsleitung bezeichnet zu wissen auch. Diejenige zu sein die gefragt wird, ob und wie etwas in die Zeitung kann war großartig. Und ich weiß, dass ich den  Job gut gemacht habe. Das besagt auch mein Abschlussbericht. Quasi mein Arbeitszeugnis. 

Das wurde nämlich am Dienstag mit Anleiterlein zusammen besprochen. Den Fragebogen hatte er zuvor selbst ausgefüllt und wollte ihn dann mit mir besprechen. Dabei ging es um Einschätzungen zu Pünktlichkeit oder zur Sauberkeit des Auftretens, aber auch um Konzentration, Engagement und ähnlichem. Im Ernst, mein Zeugnis ist quasi großartig. Die Umstände betreffend sogar wirklich erstaunlich und eigentlich würde mich damit wohl jeder mit Kusshand nehmen, wenn man denn nur wüsste in welchem Job. 😉 

Dummerweise beurteilt das natürlich nur meine Arbeitsweise und lässt den psychologischen Aspekt völlig außen vor. Demnach würde ich mit diesem Zeugnis dem Amt nicht überzeugend darstellen können, dass ich zu fertig bin. Zu mal Anleiterlein mein Weggehen mit der Aufnahme meines Studiums begründet (was ja nicht mal stimmt, da es ja schon länger läuft). Und das ist ja nun wirklich ein verdammt mieses Argument, wenn man weiterhin Hartz 4 beziehen „möchte“, weil es anders einfach nicht geht. ^^ 

Also hatten wir heute einen Termin mit dem sozialen Dienst des Vereins. Und haben ihm die Situation noch mal verdeutlicht. Das Zeugnis wird nun soweit ergänzt, dass auch erwähnt wird, dass ich trotz Reduzierung auf 4 Tage nicht in der Lage war mein Leben außerhalb der Arbeit gescheit zu gestalten. Dass sämtliche Lebensstruktur verloren gegangen ist und es im Moment einfach zu früh und zu viel war und ich aus diesem Grund aus der Joborientierung ausscheide. Dass ich erst mal mein Leben festigen und auf die Reihe bekommen muss um dann neu zu ordnen und herauszufinden, welches Arbeitskonzept ich bewerkstelligen kann. 

Es war ein gutes Gespräch. Aber die Frage nach dem „Wie geht es dann weiter… was planen sie?“ konnte ich wieder nicht vollständig beantworten. „Erst einmal Ruhe. Dann weiter schauen. Es gibt Optionen.“

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