Und weil einem gar nichts anderes übrig bleibt, schaltet der Körper dann sehr zügig auf Normalbetrieb. Mehr noch. Der Trotzkopf in mir denkt sich ein „Jetzt erst Recht. Leben auf die Reihe kriegen.“ Und plötzlich läuft mehr als vorher. Was nicht heißt, dass alles weniger weh tut. Oder das Leben weniger anstrengend ist. Man macht es halt einfach trotzdem. Hat ja eh keine Wahl. Denn auch wenn ich diese Welt nun noch weniger verstehe als vorher und sie wirklich, ganz im Ernst hasse. Die einzige Alternative, die alle Probleme langfristig lösen würde ist doch keine wirkliche Alternative. 

Also bleibt man nicht zu Hause. Lässt sich mit Eis und Schokosauce versorgen. In den Schlaf kraulen und ist die ganze Zeit überaus… ja was denn? Nüchtern? Neutral? Wenig mitgenommen jedenfalls. Muss ja weiter gehen.

Doch wenn man dann alleine mit der Musik ist. Nur ein paar Meter läuft. Dann tut es wieder weh. Schließlich läuft man ja alleine. 

Dann wieder Normalbetrieb. Tafel. Lächeln. Freundlich sein. Über das ein oder andere wirklich freuen. 

„1 Person? Da läuft doch was schief.“ Der nette Tafelmann, der einem schon mal einen älteren Mann andrehen wollte. „Die wissen wenigstens was sie wollen.“ Und wieder lächeln. Zu viel sagen. Scherze machen. Kurz drüber nachdenken, was man sonst hätte sagen können. Normalbetrieb.

Betreuungstermin. D. holt mich an der Tafel ab. „Gabs was tolles?“ – „Ja. Erdbeeren, Kirschen & Himbeeren! Wird später zelebriert.“ – „Und sonst alles gut?“, strahlt sie mich an. „Nein.“ Und wieder erzählen. Nüchtern. Sachlich. Es ist halt so.  Es ist nicht zu ändern. Es ist nichts wo irgendwer etwas für kann. Wo man eine Wahl hätte. Wo man kämpfen könnte. Nicht zu ändern. „Sieh es als Chance, dein Leben auf die Reihe zu kriegen. Ohne Ablenkung.“ Ja. Vielleicht.

Und man spricht ganz normal miteinander. Entkrampfter. So sollte es sein. Immer. 

Doch dann diese Kleinigkeiten. Das Tee kochen. Die Gedanken an die wenigen Sachen die nicht da sind wo sie sein sollten. Die Gedanken ans wiederholen. Ans sich sehen. Und dieses schmerzhafte vermissen. Keine Zukunft, wo man sie so gerne gehabt hätte. Gedanken an Serien, die man nicht mehr schmerzfrei sehen kann, weil man sie gedanklich immer miteinander verbinden wird. 

Gedanken an so vieles, was gemeinsam so viel mehr Spaß gemacht hätte. In einer Zukunft die man nun halt nicht hat. 

Schicksal ist und bleibt ein Arschloch.

Aufschreiben. Weitermachen. Normalbetrieb.

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