„Man kann sich selbst nicht helfen, wenn man nicht den anderen hilft. Wir sind alle miteinander verbunden und niemand kann sein eigenes Glück verwirklichen. Wenn wir Egoisten bleiben wollen, sollten wir wenigstens intelligente Egoisten sein: helfen wir den anderen!“, Dalai Lama

Das Zitat auf der Rückseite des Buches wird diesem eigentlich nicht mal im Ansatz gerecht und ist bei weitem nicht das schönste oder gar zutreffendste.  Aber würde ich anfangen jetzt nach den schönsten Zitaten zu suchen – was ich am Anfang echt vor hatte – würde dieser Artikel ausarten und überaus lang werden. Eigentlich trifft er nämlich auf nahezu jeder Seite ins Schwarze. Mir persönlich ging es jedenfalls so, dass ich quasi ständig den Kopf schüttelte und dachte „Oh man, er hat ja so Recht.“

Ich tue mich sonst schwer mit „solchen“ Büchern. Ich hab keinerlei religiöse Einstellung und mein Wissen über Tibet beschränkt sich darauf, dass ich weiß, dass „Die Tibeter“ – also meine Entspannungsrituale die ich immer mal wieder fast jeden Morgen mache – in Tibet völlig unbekannt sind. Ich mache einen Bogen um alles geschichtliche. Schon immer. Und vermutlich wird das auch noch eine Weile so bleiben. Wenn nicht sogar nie anders werden.

Generell ist meine Allgemeinbildung eher mangelhaft. Auch wenn man mir immer mal wieder mitteilt wie gescheit ich doch bin. Ja gut streite ich nicht ab, aber dafür ist klassische Allgemeinbildung offensichtlich gar nicht notwendig. ^^ Ich bin der lebende Beweis. So ist „Dalai Lama“ halt auch nur ein Begriff der mir mal irgendwo, irgendwann begegnet ist. Vermutlich war es irgendein Zitat von ihm, bei dem eben „Dalai Lama“ drunter stand. Ja, das ist sogar sehr wahrscheinlich, dass es genauso war. Das war es. Damit beschäftigt? Nein, wieso auch. Gab es überhaupt gar keinen Anlass zu. 😉

Ich glaube es war beim zweiten Date, als mir der Herzmensch zwei Bücher vor die Nase hielt. Ich glaube, weil wir über das eine mal kurz gesprochen hatten. Das andere war eben dieses hier „Ratschläge des Herzens“ vom Dalai Lama. Und eigentlich, ja eigentlich schreckt mich so ein Titel ja echt schon ab. Wie kitschig. Wie… ja was eigentlich? Irgendwie halt unangenehm.

Aber ein Blick rein verwarf diese Bedenken wieder, denn das Inhaltsverzeichnis versprach zumindest oberflächlich interessanten Inhalt. Die Ratschläge richten sich hier nämlich an verschiedene Lebensalter (junge Menschen, Erwachsene, alte Menschen), oder Menschen in verschiedenen Lebenslagen (Männer/Frauen, unverheiratet, homosexuell, arm/reich, krank, behindert, …). An Menschen mit verschiedenen Funktionen in der Gesellschaft (Politiker, Juristen, Lehrer, Wissenschaftler,…). Und an Menschen mit unterschiedlichen Lebensweisen und Gesinnungen (glücklich/unglücklich, Pessimisten, einsam, eifersüchtig, stolz,…). Auch das spirituelle Leben bekommt einen eigenen Bereich und richtet sich sowohl an Gläubige, als auch an Nichtgläubige. Die Einteilungen reizten mich doch sehr, vor allem weil man so das Gefühl hatte nicht alles auf einmal lesen zu müssen. 

Bisher haben Bücher mit Ratschlägen mich meistens abgeschreckt. Sie triefen nur so voller Klischees oder sind – vermeintlich anspruchsvoller – so kompliziert geschrieben, dass einem beim Lesen schon schwindelig wird und man nach der 1. Seite wieder aufgeben möchte.

Doch das hier ist wirklich anders. Es ist so unglaublich einfach geschrieben, dass man es in einem Rutsch durchlesen könnte, wenn man danach nicht das Gefühl hätte, dass man dem Buch damit irgendwie nicht gerecht geworden ist. Deswegen werde ich es noch mal lesen müssen. 😉

Dabei hat man in allen Abschnitten nicht nur das Gefühl, dass der Dalai Lama einen persönlich anspricht, man ist auch von dieser grundsätzlichen Toleranz, die er wirklich jedem entgegenbringt, völlig ergriffen.

Ich kann das Buch jedem nur wärmstens empfehlen. Da man sicher häufiger reinschaut, um sich noch mal einen Rat zu holen, oder sich an etwas zu erinnern lohnt sich auch ein Kauf.

„Ein großer Teil unseres Leids rührt daher, dass wir zu viel denken und dass wir nicht auf gesunde Art und Weise denken. Wir sehen nur unsere unmittelbare Befriedigung, ohne die langfristigen Vor- und Nachteile für uns selbst oder für andere zu bedenken.“

(Das ist nun eine Mischung bzw Überarbeitung, von einem Artikel, den ich vor 2 Wochen während der Zugfahrt geschrieben habe und dem Buchtipp aus der letzten Zeitung an der ich mitgewirkt habe.) 

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