Ich tue Dinge. Dinge die ich mich sonst nicht traue. Dinge die normalerweise länger dauern würden bis ich sie tue. Und ich tue sie gerne. Sie machen wirklich Spaß. Obwohl sie mich wirklich unglaublich anstrengen. Ich tue sie trotzdem. Gehe noch mal spontan vor die Tür. An mehreren Tagen hintereinander. Im Dunkeln. Mit Fremden. Obwohl ich die wenige ruhige Zeit die ich habe nutzen sollte. Für mich alleine. Aber Freitag noch war es mein Wunsch, meinen Bekanntenkreis zu erweitern. Also tue ich das. Nutze es aus, dass ich diese Angstschwelle überschritten habe. 

Aber es löst auch viel aus. Es tritt einiges los. Schmerzhaftes. Es macht die Kluft zwischen Können und Wollen, Innenwelt und Außenwirkung wieder überaus deutlich. Und es macht mich auch angreifbarer. Diese massive Reizüberflutung ist halt nicht einfach so… wegsteckbar. Dieses nicht regenerieren können ist genauso präsent wie während der 6 Monate Arbeit. Um mich herum läuft alles in Zeitlupe oder gar nicht. Das „nach draußen gehen“ nimmt zu viel Raum ein… Und ich frage mich, ob es wirklich gut so ist. Oder ob ich mich bremsen sollte… Ob ich unachtsam werde. Oder ob es eben eine Entwicklung ist. Ob ein Fortschritt in die eine Richtung eben einen Rückschritt in anderen Bereichen mit sich bringt. Bringen muss.

Manchmal, da gab es so Anfälle. Spontane Anfälle. Zum Beispiel die 1. Verabredung morgens um halb vier. Oder um kurz nach zwölf bis morgens um 5 bei Burger King. Um halb zwei nach Hattingen fahren und bleiben. Nachts um halb eins Besuch aus 1,5 Stunden Entfernung antanzen lassen. Den Polterabend crashen war auch ein Anfall. Dinge, die meiner Meinung nach meinem Naturell entsprechen und nur raus brechen, wenn die Angst aus irgendeinem Grund lahmgelegt ist. Und nur in einem dieser Fälle war ich betrunken. 😉

Es waren kurze Episoden. Meistens ein einzelner Tag. Nur der Polterabend und Hattingen waren am selben Wochenende. Beides aber auch eher Extremfälle. Der Rest ist meistens so eine „nach müde kommt doof“-Sache. Diesmal ist es anders. Es sind bereits mehrere Tage am Stück die ich quasi dauerhaft „doof“ bin…

Dummerweise ist das Universum ja ein Arschloch. Also ist es nur logisch, dass genau jetzt, während ich ein nervliches Wrack bin die SMS vom Wixxer kommt. Und jemand anderes von dem ich lange nichts gehört habe schreibt mir plötzlich. Hab ich gerade keinen Kopf für. Für beides nicht. 

Also fange ich einfach mitten in den guten Dingen die ich tue an zu heulen. Wegen absoluter Überladung. Und das gute Gefühl verblasst etwas. Aber ich weiß, dass es noch da ist. Trägt allerdings nicht dazu bei weniger verwirrt zu sein.

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