(Vorsicht: Lang und voller Bilder! Habe mich bewusst gegen eine Diashow entschieden und auch kaum aussortiert.)

Da isses nun vorbei. Wie so häufig. Man wartet ewig auf etwas, plötzlich geht es ganz schnell (so schnell, dass die Organisation hektisch wird) und dann ist es auch auf einmal schon wieder rum. Obwohl es sich stundenweise wirklich wie eine Ewigkeit anfühlte. Morgens, wenn man im völlig überhitzten Zelt aufwachte und es einfach nicht kühler wurde… z.B. 😉

Und wenn ich dran denke möchte ich immer sagen „Mein erstes Festival“. Aber irgendwie ist es das eigentlich ja nicht, denn vor langer Zeit gab es ja da mal die Loreley und das Vaya con Tioz. Aber ich erinnere mich da echt gar nicht mehr dran. Auch nicht ans Festivalgefühl oder sonst was. Und irgendwie wars ja auch immer mehr eine Onkelzveranstaltung als ein Festival. Egal wie viele andere Bands da aufgetreten sind…

Betrachten wir das Deichbrand also als erstes Festival in meinem Leben.

Es war schön!  

Ich würde jetzt nicht sagen „großartig“ oder „wundervoll“, denn ehrlich gesagt gab es ja doch so einiges was nervig oder anstrengend war…  Zelten, morgens aufwachen, dringend auf Klo müssen und sich erst mal anziehen z.B. 😉 Vor allem wenn die Nachbarn schon wach sind und irgendwie auch nicht zu den Personen gehören, die man unbedingt morgens sehen will… Das hier war ihr Zeltplatz (nach der ersten Nacht).

IMG_3595Für so nen Dreck bin ich halt wirklich zu alt… da fehlt mir echt das Verständnis. (Ebenso wie für „in Bier duschen“, morgens um 8 mit dem Saufen anfangen und komatös auf dem Stuhl hocken, weil man sich so weg geschossen hat, dass nix mehr geht.)

Positiv überrascht war ich von den sanitären Anlagen und den Essenspreisen! Hätte ich letztere vorher auch nur erahnt, hätten wir uns das ganze Einkaufsdrama sparen können, denn im Endeffekt haben wir nicht ein einziges „Mittagessen“ von unserem Plan umgesetzt… Zum Einweggrill bedienen waren wir zu blöd, der Esbitkocher ließ sich auch nicht zur Arbeit überreden und überhaupt war ja auch alles so staubtrocken, dass man immer Angst hatte, dass irgendwas in Flammen aufgeht… 

Staub ist übrigens das Stichwort. Es war ekelhaft staubig. Das war schlimmer als jedes Dixiklo (die neben den anderen Klos fast schon überflüssig waren, aber trotz allem unglaublich sauber o.o)… der Staub war immer und überall da. Sonnencreme auftragen und danach bewegen? Ihhh. Irgendwas anpacken? Hände staubig. Generell waren die Hände eigentlich immer schwarz. Und bei den leichten Turnschuhen waren es auch die Füße. Und sauber bekam man nichts davon. Ständig Angst sich ins Gesicht zu fassen, weil es danach ja schwarz sein könnte. ^^ Und ich bin jetzt wirklich nicht sooo eitel. Aber das war arg grenzwertig und das Wasser Sonntag nach dem Duschen würdet ihr nicht sehen wollen. Habe ja auch immer noch das Gefühl nicht sauber zu sein… 

Generell war es aber doch ein schönes Erlebnis. Eins auf das ich nicht verzichten wollen würde und es gab eine Menge Momente in denen ich vor Freude hätte platzen können. Und es jetzt auch noch tue, wenn ich dran denke. 

Überraschend gut lief es mit den 35.000 Leuten. Abgesehen vom „morgens völlig matschig zum Dixiklo torkeln müssen“ waren sie mir nämlich relativ egal. Also… im normalen Rahmen unangenehm. So unangenehm wie mir Menschen generell sind. (Die mich anschauen könnten. Und bewerten. Und überhaupt.) So blöde, dumm und nervig wie sie normalerweise auch sind. Oder eben nicht. Aber ich habe mich zu keiner Zeit eingeengt oder bedrängt gefühlt. Angst in einer Masse oder in einem Gedränge gehabt. Es war alles sehr weitläufig und wir hatten mit unserem persönlichen Zeitplan auch immer die Chance genau da zu stehen wo wir stehen wollten. 

Unser Zeitplan war jetzt allerdings auch nicht so eng. Es hat sich zwar definitiv gerechnet und gelohnt, aber dauerhaft auf dem Gelände waren wir nun wirklich nicht. 

Während Donnerstag „Letzte Instanz“ spielten waren wir noch mit dem Monster von Zelt beschäftigt. Nicht unseres, sondern geliehen und somit waren wir völlig planlos was uns da erwartet. Ein Segen, dass der Campingplatz mit Flutlicht erleuchtet war. Im Dunkeln wäre das niemals was geworden. Auch so war es irgendwie windschief, aber es hat den stürmischen Freitag gut überstanden und geriet danach auch nicht mehr ins Wanken!! (Während in unserem Umfeld viele, viele Pavillons einen grausamen Tod starben.) Jedenfalls war das eine der „Wäre nett gewesen, müssen wir aber nicht unbedingt sehen“  Bands. Und zeitlich war das einfach nicht anders möglich. 

Freitag fing das Programm offiziell um 12 Uhr an. Für uns um 15 Uhr mit „Funeral for a friend“. Nett, aber nicht unbedingt nötig und zu Ende geschaut haben wir es auch nicht. 

Ab 16 Uhr gab es dann den ersten Poetry Slam im Palastzelt. Finde ich ganz grandios, dass es auf diesem Festival 3 Tage lang Poetry Slam gab. ❤ Leider war meine Begleitung da nicht so der Fan von und somit haben wir immer nur einen Teil geschaut. Ein paar neue Poeten (Katja Hofmann, Laurin Buser, Sven Kamin, Sabrina Schauer z.B.) habe ich da aber mitnehmen können und heute auch schon ein wenig gehört… 🙂

Während wir auf die Broilers gewartet haben, haben wir noch ein wenig von Bosse mitbekommen. Die Bands spielen auf dem Deichbrand nämlich abwechselnd auf zwei Bühnen. Steht man aber an der anderen Bühne, kann man die Show über Leinwand verfolgen. Hören tut man sie eh, weil die Bühnen nicht weit auseinander stehen. Meiner Meinung nach ein großartiges Konzept… Generell ist es auch so klein, dass man die Musik bis zum Zelt hören konnte und wir waren am hintersten Ende vom Campingplatz!

Jedenfalls ging Bosse bisher irgendwie an mir vorüber. Aber er hat so viel Freude auf die Bühne gebracht, da werde ich mich wohl mal mit beschäftigen müssen. Hätte sich vermutlich gelohnt den Auftritt komplett zu sehen.

Um 18.20 Uhr dann die Broilers. Und ganz ehrlich? Das war mein Highlight. Mein absolutes „Mir schlägt das Herz bis zum Hals, wenn ich nur daran denke.“-Highlight. Das war einfach groß. Ganz groß. Und es ist überhaupt keine Frage mehr, dass ich mir demnächst auch ein Konzert anschauen werde… Wenn ich denn dann mal schnell genug bin bevor sie ausverkauft sind. *seufz*

Danach galt es Zeit zu überbrücken. Ich weiß jetzt nicht mehr wie wir das gemacht haben. Wir sind die ganzen Tage immer wieder zwischen Gelände und Zelt gependelt, haben zwischendurch meinen Akku ausgetauscht (Ich hatte mir für das Wochenende ein Akku-Abo bestellt und bin da auch wirklich dankbar drum. Waren in meinen Augen gut investierte 9€!) oder waren mal wieder beim Hände waschen. ^^

Dann um 21.10 Uhr Casper. Was quasi Highlight Nr. 2 war. Aber nicht ganz so perfekt, weil ich mich hier zwischen den Fans doch irgendwie strange gefühlt habe. Aber er war toll und es hat Spaß gemacht und wenn ich textsicherer werde, dann wird das mit dem Konzert Ende Oktober auch sicher ganz ganz toll 😀

Wir haben uns danach aus „Will ich mal kurz hören, ich glaub die fand ich gut“ und „Muss man halt gesehen haben.“-Gründen „Tocotronic“ und „In Flames“ angeschaut. Tocotronic hatte sich dann relativ schnell erledigt. War blöd. Meine Begleitung kommentierte das mit „Ach ja, der Sound war geil, aber die Texte blöd.“ Aber die In Flames-Show war schon geil. Und trotzdem sind wir obwohl wir darauf fast 1,5 Stunden gewartet haben nach 3 Liedern gegangen. Wir waren müde, es war arschkalt und irgendwie klingt ja doch auch alles gleich. Und wir wollten duschen. *hust* Also sind wir duschen gegangen und haben uns die H-Blockx nur aus der Ferne angehört. Obwohl wir beide gesagt haben, dass wir das vermutlich bereuen werden. Aber es war schon okay so. Duschen war einfach zu geil. 😉

Am Samstag fing das Programm für uns erst um 16 Uhr an. Poetry Slam Runde 2. Doch im Vorbeigehen haben wir noch „Mango Dip“ und „Luis Laserpower“ gehört… werde ich später mal googeln müssen. Aus der Ferne klangen beide irgendwie ganz gut…

Dann ein kurzer Blick auf „Bush“. Ja… der Sänger ist lecker anzuschauen, aber auch hier irgendwie alles ein Einheitsbrei und wir hatten ja im Palastzelt noch ein Date mit Mrs. Greenbird. Die waren zwar schön anzuhören, aber auch hier muss ich mir kein weiteres Konzert geben… Also für lau mitnehmen gerne. Aber nicht für die über 30€ die sie nun kosten… ^^

Dann noch ein wenig „Frida Gold“ aus der Ferne und Kraftklub. Aber im Ernst? Ich hab selten eine Band gehört, bei der wirklich nur der Text sich ändert, aber die Melodie fast so klingt wie beim vorherigen Song. Kraftklub hat in meinen Augen also nur einen einzigen guten Song… und während der lief waren wir schon im Zelt. Dringendes Bedürfnis nach Alkohol und nur ein geringes Zeitfenster bis zu den Sportfreunden. 

Und wenn ich jetzt so weiter schreibe klingt das alles schon eher negativ. Als wäre es irgendwie ein sehr maues Festival gewesen… denn auch die Sportfreunde waren eher enttäuschend. Schön zum nebenher hören, aber nix wo man sich 2 Stunden für in ne Masse stellen muss. Sagte auch meine Begleitung die nun wirklich absoluter Sportfreunde Fan ist. Also schälten wir uns aus der Menge, suchten uns einen Platz vor der anderen Bühne und warteten auf „Emil Bulls“.  Schön sie mal gesehen zu haben. Nett, aber ihr kennt den Text schon, oder? 😉 Wir wollten wieder duschen… doch diesmal erwies sich die Uhrzeit als ungünstig und somit sind wir zwar früh abgehauen, aber trotzdem nicht zum Duschen gekommen.

Sonntag. Letzter Tag. Noch heißer als alle Tage vorher. Hölle. Aber unter dem vielen Dreck bin ich tatsächlich sehr, sehr braun geworden. Faszinierend. Den Sonnenbrand vom ersten Tag, konnte man am zweiten Tag durch ein längeres Shirt ein wenig schonen, aber am Sonntag konnte ich mir beim besten Willen kein Stück Stoff zu viel anziehen. Trotzdem überlebt. 😉

Wir hatten den grandiosen Plan alles abzubauen bevor wir aufs Gelände gingen und waren da auch wirklich gut organisiert. Bloß nicht einmal zu viel laufen, nebenher Getränkeflaschen auffüllen, damit das Auto gerettet werden kann, und gefühlt 200x die Hände waschen. „We are the ocean“ um 14.30 Uhr war unser erstes Ziel und die waren wirklich, wirklich gut. Hat mir Spaß gemacht und auf dem Weg dahin liefen noch „Itchy Poopzkid“. Nie gehört. Klang aber gut. Google ich gleich auch mal. (Wenn ich diesen Artikel irgendwann mal fertig bekomme…)

Dank der Affenhitze konnte ich meine Begleitung dazu bringen um 16 Uhr beim Poetry Finale zu sitzen. Im Zelt scheint nämlich keine Sonne. 😉 Fast bis zum Schluss, dann den Akku wegbringen, das Pfandgeld kassieren und zu Madsen. Im Schatten. Wir standen immer an der selben Stelle. Unmittelbar vorm Lichtturm, Mischpult, Sanigraben. Bla 😀 Und das war in meinen Augen der perfekte Platz. Man hatte Blick auf die Leinwände, konnte die Bühne zumindest ein wenig sehen, war nicht mitten im Circle Pit und trotzdem weit, weit vorne. ❤

Bei Madsen war die Stimmung großartig. Auch wenn ein Großteil nur schon hier war um sich einen guten Platz für die Hosen zu sichern. Und ich mag sie. Meine Konzertstimmung ist aber irgendwie auch immer davon abhängig wie viele Texte ich wirklich kann.. und das waren bei Madsen jetzt nicht sooo viele. 😉

Während wir danach dann gewartet haben, dass die Hosen anfingen ging es meiner Begleitung plötzlich mies… und sie wollte unbedingt ein wenig laufen. Tat sie dann auch, ich blieb zurück und sie versuchte danach noch zurück zu kommen. So mehr oder weniger. Kam sie aber nicht. Also hab ich das Hosen-Konzert alleine erlebt. Und auch hier war mir das Umfeld relativ egal. Ich war näher dran als in Bochum, habe Bonnie & Clyde endlich mal gehört ohne vor dem Klo zu stehen und die Stimmung war auch wirklich entspannt und angenehm. Ich bin dann aber während der 1. Zugabe gegangen. Weil ich keinerlei Interesse daran hatte mich in der Schlange nach draußen schieben zu lassen. 😉 So waren wir bereits ne halbe Stunde später am Auto und auf der Autobahn. Hatten vorher noch was gegessen. Ein letztes Mal die Hände gewaschen. Und nicht mal eine Sekunde im Stau gestanden. 

Um halb drei war ich zu Hause. Und danach erst mal ne halbe Stunde duschen. Bin immer noch dreckig. Will aber nächstes Jahr noch mal. ❤

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