Es fühlt sich hier so still an. Obwohl ich fast jeden Tag was schreibe, habe ich gleichzeitig das Gefühl quasi nichts zu sagen. Als würde ich verstummen, aber nach außen den Schein wahren und es nicht tun. Und selbst beim jetzt darüber schreiben ist es mühsam. Als würde jeder Buchstabe darum kämpfen ob er jetzt getippt wird, oder eben nicht. Und nichts davon fühlt sich gut an. 

Das Internet macht es möglich. Plötzlich lesen hier Menschen, denen man all das sonst nicht erzählen würde. Zum einen weil man sie nicht kennt. Zum anderen weil man sie zu selten sieht und sie all das nicht mitbekommen würden. Und einigen wenigen würde man das auch einfach nicht erzählen wollen. Weil es eben Grenzen gibt die Grenzen bleiben sollten. 

„Papa, ich kann nicht so schreiben wie ich will seitdem du mit liest.“ – „Wieso?“ – „Weil es merkwürdig wäre hier von all meinen Dates zu erzählen wenn du das liest.“ – „Ja sowas musst du ja auch nicht schreiben.“ – „Würde ich aber, wenn du nicht mitlesen würdest.“ – „Ich lese trotzdem weiter.“ – „Jor, dacht ich mir.“ 

So oder so ähnlich lief das letztens ab. Hallo Papa. ^^

Ich würde gerne darüber schreiben. Würde gerne über die große Auswahl an Männern reden die es da kurzzeitig gab und die sich auf Grund vieler verschiedener Umstände einfach so wieder zerschlagen hat. Weil der eine nicht versteht, dass man sich interessiert… und dass er einem wichtig gewesen ist… und es schon ein Schlag in die Magengrube war, als man abgelehnt wurde. Weil der andere nicht versteht was man für logistische Schwierigkeiten man mit einer möglichen wie-auch-immer-Bindung hat und dass man eben nicht „einfach mal schauen will“, sondern nur Gefühle investieren will, wenn geklärt ist wie es danach weiter gehen könnte. 

Im Ernst… ist es unnormal, wenn ich sage „Hör mal.. ich bin chronisch pleite. Wenn ich dich mag, dann will ich dich regelmäßig sehen. Wenn ich mir das dann aber nicht leisten kann, dann tut es doch mehr weh als alles andere … also belasse ich es dabei und will gar nicht wissen, wie sehr ich dich mag. Es sei denn du hast konkrete Lösungen.“ Die gab es aber nicht und irgendwann versiegten auch sämtliche Gespräche… wie auch an anderer Stelle… und ich habe es satt immer diejenige zu sein die ein Gespräch am Laufen hält. Die Gespräche anfängt und die versucht irgendwas im Fluß zu halten. 

Und dann ist es ein einziges Mal anders…fühlt sich an wie vor Jahren. Einfach Überwältigend. Und dann lügt man mir mal eben ein ganzes Leben vor… und schlimm ist nicht mal die Lüge, sondern das was dahinter übrig blieb. Enttäuschung ist schon scheiße.

Und jetzt ist da niemand mehr. Und sämtliche Möglichkeiten neue Kontakte zu schließen eingefroren, weil ich sowas von keinen Nerv gerade mehr habe und man es mir echt vermiest hat und ich doch eigentlich insgeheim eh nur an den haarigen, bärtigen Zwerg denke. Der natürlich wie alle anderen auch einfach besser abschließen wird. Mit allem. Weil es immer so ist. Und weil ich mit Schlussstrichen so verdammt mies bin. 

Aber jetzt hab ich drüber geschrieben. Weil das hier mein Wohnzimmer ist. Meine Heimat. Mein Ort. Mein Sprachrohr. 

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