… und der großen Ungeduld…

Jetzt habe ich diesen Artikel schon wieder so lange vor mir her geschoben, dass ich sicher die Hälfte vergessen habe. Im Ernst… mir fällt ja jetzt schon nichts mehr ein… 

Es sollte ein positiver Artikel werden. Ein „Hey… das und das und das… funktioniert gerade sooo super“. Und jetzt fällt mir nix mehr ein. Was vllt. auch daran liegt, dass ich mich bereits jetzt um 22.40 wie 2 Uhr früh fühle. Ich könnte vermutlich auf der Stelle schlafen. Und wirklich blöd wäre das wohl auch nicht, aber an so einem letzten „alleine sein“ Abend… da kann ich nun mal nicht früh schlafen gehen… 

Und die Müdigkeit führt dazu, dass ich alles wieder relativieren will. 

Die Anmeldung zum Englischkurs. Der Ende September beginnt. Vor dem ich unglaubliche Angst habe, der aber so viel verändern könnte.

Ja. Super. Noch bin ich ja nicht hingegangen, ne? 😉

Die Karten für den Poetry-Slam. Zu dem ich alleine gehen werde. Alleine, mit vielen fremden Menschen. Wo ich mich trotzdem sehr drauf freue. Wirklich.

Wo es dann jetzt nur 2 Karten für den angestrebten Preis gab, weil man ja gerne mit 6€ Werbung machen kann, aber dann noch 2,60€ Gebühr draufschlagen muss.

Dann wäre da noch der plötzliche „Ich hänge jetzt das London-Poster und die Postkarten auf“-Impuls. Einfach so. Ganz plötzlich. Und es freut mich jeden Tag wieder. 

Nur frage ich mich auch wo Hamburg, Gießen und Berlin gelandet sind. Und ob ich mir morgen noch mal Berlin kaufen sollte oder nicht…und ärgere mich darüber, dass ich es nicht finde.

Ich habe mich so wahnsinnig über die Plasmaspende gefreut. 46 Minuten. *jubel* Das sind mal eben 20 Minuten schneller als beim letzten Mal… und trotz Ibuprofen war das wirklich kein Problem und die Atmosphäre war so entspannt und ich mag die Leute einfach und bin dann jetzt wohl eine Donnerstags-Spenderin. 

Und ich freue mich wahnsinnig über das Geld was ich jetzt in Berlin ausgeben kann…

… denke aber gleichzeitig: Darf ich das? Sollte ich das nicht für wichtigere Dinge ausgeben? Und was ist wenn ich bald nicht mehr spenden kann…? Dann bereue ich es vllt. dass ich das Geld ausgegeben habe…

Dann stelle ich fest, dass meine Wohnung in einem Zustand ist in dem man innerhalb von 1 Stunde alles bis auf das Schlafzimmer aufgeräumt bekommt. Und mit ner Stunde mehr wäre das alles auch noch gesaugt und geputzt. 

Und mein Schreibtisch ist seit der Umstrukturierung nicht mehr in Chaos verfallen! Ja… es geht hier alles schneller. Was für eine „aufgeräumtere“ Grundordnung spricht. Für einen Fortschritt. 

Aber wenn ich mir dann heute meine Küche anschaue… *seufz*

Gestern sagte ich zur Lieblings-Katja. „Die Kartoffelsuppe macht sich halt fast von alleine.“ Hinterher fiel mir auf, dass ich das Ernst meinte. Obwohl ich 1kg Kartoffeln dafür schälen und schnibbeln musste. Wäre vor nem Jahr wohl auch noch undenkbar gewesen. Genauso wie ich mit einer absoluten Selbstverständlichkeit jede Tomatensoße selbst aus Tomatenmark herstelle… und überhaupt nur äußerst selten Fertigzeugs esse. Und dann halt mal ne Pizza… oder Frischkäse-Jalapenos. Das ist genehmigt denke ich…

Das ist eine so große Sache, dass ich sie selbst fast nicht greifen kann… 

Bei einem Gespräch mit D. sagte ich , dass mir auch auffällt, dass ich die Arztbesuche meistens alleine mache. Sie nicht schleifen lasse. Auch mit letzter Energie noch einen Termin mache, wenn es sein muss. Und ich habe auch immer Pille und Medis und alles hier… und vergesse sie nicht und brauche dafür äußerst selten jemanden… Und sie meinte, dass es so viel mehr ist als das was ich sage…. dass es eine Einstellungsänderung ist… und dass sich Menschen und Einstellungen nicht schnell ändern. Dass es oft Jahre dauert. Und dass ich was das angeht schon sehr schnell wäre… und sich so viel tun würde… 

Dass ich eine klare Haltung hätte zum 1. Arbeitsmarkt. Zu gesellschaftlichen Normen. Dass ich weiß, was ich will und damit auch so viel weiter bin als viele andere. Und dass es gut ist. Dass ich es nicht zwangsläufig schon jetzt umgesetzt haben muss, aber dass es der richtige Weg wäre…

Natürlich tue ich mich schwer damit so etwas als gut zu akzeptieren. Ich bin mir persönlich zu langsam. Werde das Gefühl vermutlich auch nicht los…

Es war wichtig und richtig hier das Anonymitäts-Dingen noch mal anzureißen. Und ich denke ich hab da jetzt einen guten Weg für mich gefunden. Und  auch wenn ich den Kampf immer wieder mit mir führen werde. Klappe halten ist keine Option.  „Du musst dich einfach trauen durch zu ziehen was du für richtig hältst.“ Sagte man mir vor kurzem. „Du bist niemandem was schuldig. Das ist dein Leben.“ 

Nur noch umsetzen.

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