Seit gestern ist das so. Seit gestern drehen sich in meinem Kopf die immer gleichen Fragen. Seit gestern. Seit dem es eben nicht mehr „gerade angekommen“ ist, sondern „Du bist schon 4 Tage hier. Jetzt sind es nur noch 10. Und ab jedem weiteren Tag ist es nur noch einstellig und dann ist es fast vorbei.“

Ich bin müde. So unfassbar müde. Und auch wenn ich hier bin, immer noch angeschlagen. Warum auch nicht. Trauriger Höhepunkt war dann wohl gestern der Moment als mein linker Arm so unkontrolliert zitterte, dass mir meine Tasse fast aus der Hand fiel, weil ich gar nicht so schnell gemerkt habe was eigentlich Sache ist... Vielleicht habe ich mir nur was verklemmt gehabt. Ich hatte Druck auf der Schulter, es knackte irgendwann und dann hörte es auch wieder auf. Vielleicht.
Vielleicht bin ich aber auch einfach so kaputt, dass mein Körper alle Signale schrillen lässt. Selbst hier. Wo alle Sorgen eigentlich am Ortsschild warten. Vielleicht bin ich aber auch einfach selbst Schuld. An der Müdigkeit zumindest. Denn heute fiel mir dann mal auf, dass ich seit Samstag vielleicht gerade mal 2 Liter getrunken habe. Abgesehen von dem Kaffee und Cappuccino natürlich. Aber den leeren Flaschen nach ist es halt nicht viel mehr als das was man eigentlich so an einem Tag trinken sollte. Nicht an 4.

Egal was ich tue, ich denke an das was ich noch tun muss.
Denke beim Lernen an „Du musst noch so und so viel schaffen, damit es überhaupt was wird“. (Wobei überhaupt was werden schon nicht mal das Bestehen der Klausur beeinhaltet, sondern ein perfektes Lernsystem entwickeln um perfekte Leistungen in Teil 1 von 4 zu erbringen um dann bis September auch den Rest perfektionieren zu können… oder so.)

Denke beim Einkauf an „Ach ja.. das wolltest du ja noch unbedingt sehen…“ Beeil dich besser.

Denke am Meer an „Du kannst hier nicht ewig bleiben du musst jetzt zurück, du hast noch so viel zu tun.“ Und gleichzeitig: „Aber wer weiß wann du es wieder siehst. Wer weiß ob du es morgen schaffst es zu sehen. Die Zeit vergeht doch so unfassbar schnell und morgen sind es nur noch 10 Tage. Dann 9 und plötzlich ist es nur noch eine Woche und dann bist du schon schneller zu Hause als du überhaupt glaubst und dann ist alles wieder wie vorher. Und bis du das Meer wieder siehst vergehen 4 Jahre… „

Und warum machst du dir überhaupt wegen Olympia so nen Stress? Wieso willst du alles sehen? Weil ich… mich drauf gefreut habe. Und zwar länger als auf den Urlaub, denn der kam überraschend und überfahrend und er fühlt sich vor allem so gar nicht nach Urlaub an…

Ich sitze hier… starre Gezeitenzeiten, Olympiaplan, Öffnungszeiten (vor dem inneren Auge) und Lernmaterial an und frage mich seit gestern wann ich all das erledigen soll was ich erledigen will… Wann ich zur Kugelbake gehe (sicher 2-3 Stunden)… wann ich den Cache mache den ich so gerne machen würde, weil ich ihn nun mal ausgedruckt habe und wer weiß halt wann ich wieder komme… Wann ich die Karten schreiben soll… und den Brief der so wichtig ist, weil ich so eine unfassbar schreckliche Freundin bin… und wie zur Hölle ich all das lernen soll.

Und ja.. es ist sicher ein Erfolg überhaupt schon jeden Tag zu lernen. Aber wenn es maximal 2 Stunden in kleinen Portionen sind, dann ist das halt beschissen. Und vllt. ist es ein Erfolg jeden Abend vor dem Schlafen wirklich alles aufzuräumen. Vielleicht ist es ein Erfolg jeden Tag vor die Tür zu gehen. Aber es raubt auch alles so viel Kraft… und es reicht einfach nicht.

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