Es schwankt so ein wenig vor sich hin. Dieses Hoch von letzter Woche hat sich natürlich nicht ganz so gehalten. Denn da kam dann der Montag und auch wenn ihr alle sagt, dass ich mich gut gehalten habe und er ein Vollpfosten ist… Er ist ein Vollpfosten der einen Nerv getroffen hat. Nämlich den Nerv, dass man als psychisch Kranker schon mal schnell das Gefühl hat nicht für voll genommen zu werden.

Er sagt – irgendwo auf seinem Blog ,oder seiner Homepage – ziemlich deutlich, dass man die Meinungen von Klienten auf gewissen Portalen sehr mit Vorsicht genießen muss, weil das Klientel ja hauptsächlich in den Empfindungen und Wahrnehmungen gestört sei und deswegen nicht sonderlich aussagekräftig wäre. 

Im Ernst, wenn ich das vorher gelesen hätte, dann hätte ich mir das mit den 1. Gesprächen wohl direkt mal überlegt. 

Und klar.. ich kann sagen, dass es mir am Arsch vorbei geht. Und die meiste Zeit denke ich das auch. Aber heute morgen, da hat jemand den ich vllt. durchaus bald sehr gern mögen würde einen simplen Zusammenhang zwischen meiner Abneigung meinem Namen gegenüber und meiner Erkrankung gezogen… und ich bin fast ausgerastet. Weil es sich angefühlt hat als dürfte ich keine eigene Meinung haben. Als wäre es nicht möglich, dass ich einfach eine Abneigung habe. Als müsste alles was ich denke mit „krank sein“ begründet werden. 

Aber das ist eben nicht so. Ich darf die Gesellschaft so wie sie ist scheiße finden ohne dass es damit zu tun hat wie ich lebe. Ich darf es scheiße finden, dass die Welt hart und kalt ist. Ich darf es scheiße finden, dass das Schönheitsideal der Gesellschaft immer ungesünder wird. Ich darf meinen Namen nicht schön finden. Ich darf rücksichtslose Autofahrer blöd finden, obwohl ich selbst zum Rasen neige. Mir darf Flur putzen unsinnig erscheinen und ich darf gemeine Menschen verabscheuen. Ich darf einen unfähigen Psychologen als das betrachten was er ist, nämlich unfähig. Ich darf sein Handeln anzweifeln. Einfach so. Ohne das damit begründen zu müssen, dass ich zu weich für die Welt bin. Oder mich nicht traue zu putzen. Oder, oder, oder. Ich kann das ganz unabhängig davon einfach alles mies finden. Denn ganz ehrlich? Mein Gehirn funktioniert. Und all das würde ich auch so sehen, wenn ich anders wäre. Wenn ich mich trauen würde durch die Straßen zu tanzen, wenn ich mir nicht Gedanken drum machen würde was andere von mir denken und wie ich gerade aussehe.

Ich würde es trotzdem ganz genauso sehen. 

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