Es war ein schöner Tag. Wir hatten Spieletag, diesmal mit richtig vielen Menschen und auch wenn das mit der Gruppenaufteilung nicht so unfassbar ideal war, weil man im Endeffekt halt sowieso immer zu wenig Zeit für alle Spiele hat und so weiter, war es schön. Wir verabschiedeten eins unserer Mitglieder ins weite, weite Hannover und hatten uns für ihren Abschied etwas ausgedacht. Ein kleines Geschenk und die Übernahme des Eintritts. Angeleiert von mir. Der Gedanke, dass ich es mir gar nicht leisten kann kam spät. Irgendwo in diesem Monat habe ich mich massiv verhauen.

Beim Rausgehen erfuhr ich – da ich die ganze Zeit in der anderen Gruppe gespielt habe – dass sie uns ursprünglich zum Abschied einladen wollte. Was ihr selbstverständlich untersagt wurde und auch meinem Verständnis von „Geschenk zum Abschied“ entspricht. Sie bettelte mich geradezu an mich einladen zu dürfen. Und auch wenn ich es zu keinem Zeitpunkt ernsthaft erwogen habe, es war schon hart. „Mach dich nicht ans schwächste Glied heran.“, tönte es von Alina. Und damit hatte sie Recht. Das schwächste Glied. Der Pleitegeier. Das ist bekannt und auch okay. Meistens komme ich klar.

Doch diesen Monat habe ich mich unfassbar verschätzt. Verrechnet. Verhauen. Diesen Monat habe ich so viel unternommen, hatte so viel Spaß, habe so viel Geld „einfach so“ ausgegeben, dass ich jetzt am Monatsende auf meine Spardose zugreifen musste. Zum Einkaufen. Für das Geschenk. Einfach so um überhaupt noch Geld zu haben. Und hey, wenn wir mal ganz aufmerksam in den Kalender schauen. Wir haben heute den 18. Monatsende. Am 18. Ein wenig Pfand habe ich noch. Essen im Haus. Ich werde nicht verhungern. Aber ich werde schon bei den 1,50 fürs Schwimmen mit der Betreuung darauf achten müssen, dass ich sie nicht aus Versehen für mein Frühstück bezahle. Irgendwie muss das noch 12 Tage funktionieren.

Und dann fällt mir plötzlich auf, dass jetzt nächste Woche und im Mai insgesamt 6 Personen Geburtstag haben. Und ich mir mal Gedanken um die Geschenke machen sollte. Also schau ich auf meinen Kontoplan für Mai und stelle fest, dass da keine Ressourcen sind für Geschenke. Auch nicht um die Lücke (sie ist nahezu leer….) in der Spardose aufzufüllen die ich da jetzt rein gerissen habe. Da ist kein Euro zu viel um mir die Schwimmkarte doch noch zu holen. Da ist kein Euro für nen neuen Badeanzug. Da sind insgesamt nur verschissene 15€ überhaupt die ich „einfach so“ mal für nen Kaffee unterwegs oder so ausgeben kann. Und das in dem Monat in dem so viel Besuch kommt. Ich werde mir keine Geschenke leisten können. Und ich weiß nicht wie ich das gerade im Fall von Papas Freundin erklären soll. Ich werde somit auch nicht in den Mai feiern, weil der Gedanke, dass ich das Geld ja auch theoretisch aus dem Mai nehmen könnte, weil es am 30. ankommt macht ja auch nur wenig Sinn, wenn der Abend nen 10er kosten würde und ich insgesamt nur 15 habe, oder? Wovon soll ich jede Woche schwimmen gehen wenn dann nix bleibt um mal vor die Tür zu gehen? Wovon die Rezeptgebühr bezahlen?

Ich hatte zu viel Spaß. War zu viel draußen. Habe mir zu viel gegönnt. Zu viel Kleidung. Zu viel Freude bei Veranstaltungen. Zu oft gedacht „Hey.. mach dir ne schöne Zeit… genieße den Moment.“ Zu oft gedankenlos gedacht „Das wird schon gehen.“ Von wegen…  Nen Scheiß geht das. 

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