Es ärgert mich zutiefst, dass ich es seit geraumer Zeit nicht schaffe über die Betreuung zu schreiben. Wo sie doch so ein wichtiger Punkt in meinem Leben ist. Und ich könnte jetzt nicht mal sagen seit wann ich das nicht mehr getan habe, aber nachschauen würde das Schreiben hier bremsen, also lasse ich es. 😉
Stattdessen nehme ich mir jetzt vor das mindestens einmal im Monat zu tun. Einen Ausblick und einen Rückblick. Was geplant ist, was passiert ist. Denn ganz ehrlich wir wissen doch mittlerweile alle, dass mein Hirn sich Fortschritte alleine nicht merken kann. Ich muss das aufschreiben, sonst hat es nicht stattgefunden.

So ist mir zum Beispiel letztens ganz nebenher aufgefallen, dass ich früher mit D. ab und an gekocht habe. Weil ich es alleine nicht geschafft habe mich gesund zu ernähren. Ehrlich jetzt? Das erscheint mir so ewig her. Natürlich klappt es jetzt immer noch nicht ständig und natürlich gibt es auch Tage an denen ich dann eben doch ne Pizza in den Ofen schiebe. Aber hey, die schmeckt nun mal. Und in 99% der Fälle belege ich sie selbst noch mal nach. Klar gibt es auch mal nur Nudeln. Aber die Tomatensoße kam dazu sicher seit über 1 Jahr nicht mehr aus nem Glas sondern ist selbst gemacht. Und häufig esse ich auch einfach mal nichts, weil ich ehrlich gesagt nichts mehr im Haus habe was man mit „Tüte aufreißen“ erledigen könnte. In so akuten Fällen gibt es dann häufig Maultaschen. Die wären mir einfach zu anstrengend zum selbst machen. Hab auch keine Ambitionen Pasta generell selbst zu machen. Und sie sättigen. Also was ich aber eigentlich wollte: Das ist nur eine Sache die läuft. Genauso wie ich anfange die Küche aufzuräumen während ich koche, oder auch während der Kaffee durchläuft. Denn alles was unter 20min an Zubereitung dauert soll mich in der Küche halten. Habe ich mir aufgeschrieben. Halte ich mich fast immer dran. Alles wo ich bei stehen muss nutze ich zum rum räumen. Raus gehen darf ich nur, wenn etwas länger braucht und keine Bewachung.

Seit Wochen loben mich sowohl G. als auch F. für meine Wohnung. Ständig höre ich wie gut das hier aussieht. Gut, ich sehe das nicht. Ich sehe nach wie vor Chaos. Aber sie sagen es unabhängig voneinander, also wird das schon so sein, oder? Denn sie treffen sich eigentlich nie und meistens muss ich den einen davon unterrichten wann der andere kommt. Absprache um mich aufzubauen kann es also nicht sein. Auch wird der Kontakt zu F. immer besser. War da am Anfang noch eine gewisse Distanz wird das jetzt nach 10 Monaten sehr gut und ich vermisse D. nur noch selten. Gut war F. sicher immer schon, aber Vertrauen entsteht ja nun mal langsam. Meistens. Es sei denn es ist G. Die kann man nur lieben. 😉

Was ich immer noch nicht hin bekomme ist Wäsche waschen und auch direkt aufhängen. Diese Blockade einfach zu jeder Zeit den Arsch zu bewegen und hoch auf den Dachboden zu gehen ist ne echt hartnäckige Angelegenheit und nervt mich. Könnte ich die Wohnung in meiner Wohnung aufhängen wäre das was anderes.

Ich bemühe mich Dinge sofort zu erledigen. Das klappt abhängig von der Stimmung auch ganz gut. Im absoluten Tief natürlich nicht, aber ich schätze das erwartet auch niemand abgesehen von mir.;)

In den letzten Wochen hat F. mir zu verschiedenen Gelegenheiten ihre Begleitung angeboten. Ich habe es nie angenommen, denn es ging alleine. Sie wäre mit zum Zahnarzt gekommen. Auch zu sämtlichen anderen merkwürdigen Arztterminen oder Amtsgeschichten. Aber es funktioniert. Ich erledige meinen Papierkram zeitnah und habe zumindest bei Anrufen bei Ärzten kein Problem mehr. (Wenn das Internet ausfällt geht das sogar auch mit Hotlines. Verzweiflung hilft da ungemein. ;)) Ein zentrales Ziel der letzten Wochen war einen Therapeuten für mich zu finden. Und F. viel aus allen Wolken als ich ihr bereits eine Woche nachdem sie mir die Telefonnummern gegeben hatte einen präsentieren konnte. 😉 So schnell hatte sie damit nicht gerechnet. Ich auch nicht.

Vor ein paar Wochen in einem mir nicht bekannten Zusammenhang sagte sie mal „Vielleicht bist du einfach noch nicht so weit. Wenn es nicht klappt, dann willst du es vielleicht einfach noch nicht genug. Wenn du es wirklich willst, wirst du auch alles dafür tun.“ Und auch wenn das einerseits etwas in die „Wenn du willst kannst du alles schaffen.. haha“-Richtung ging. Ja, mittlerweile denke ich das auch irgendwie. Irgendwas hat in den letzten Wochen arg gescheppert in meinem Hirn. Die 101kg auf der Waage waren scheiße. Die 97 kg gefallen mir ganz gut. Keine 6 Wochen. Und ich hab nicht mal sonderlich viel dafür getan. Ein wenig an der Ernährung geschraubt, vielleicht 1x in der Woche ein wenig Sport. Was kann ich erst erreichen, wenn ich das wirklich konsequent mache? 

Mit F. war ich in den letzten 2 Wochen Schwimmen und Rad fahren. Beim Schwimmen brauche ich die Verabredung als Motivation für das frühe Aufstehen. Auch wenn ich glaube, dass es nicht mehr lange so sein muss. Es tut so gut, dass die Eigenmotivation da vielleicht bald greifen könnte. 🙂 Das mit dem Rad ist etwas schwieriger. Auf der Bahntrasse selbst ist da quasi keine Angst. Aber erst mal dahin kommen. Und ob ich mich, wenn ich alleine bin nicht doch die ganze Zeit auf meine Wirkung konzentrieren würde weiß ich nicht. Zu zweit hat es jedenfalls sehr Spaß gemacht. Und im Endeffekt waren wir in weniger als 10min von hier an der Trasse. Das sollte durchaus auch mal alleine klappen. Bald. 🙂

Vieles funktioniert plötzlich von selbst. Vielleicht ist jetzt die Zeit dafür gekommen.

Für die nächsten Wochen sehen die Pläne wie folgt aus:

F. wird für den sportlichen Aspekt zuständig sein. Wir gehen Mittwoch erneut schwimmen, die Woche drauf können wir vielleicht wieder einen Radtermin unterbringen. Davon abhängig wie es passt. Rad dauert ja schon länger als Schwimmen. Und morgens hat sie selten nen anderen Termin. 😉 Warum das mit der Betreuung möglich ist? Weil wir uns einig sind, dass mir die Abnehmerei und das daraus resultierende Selbstbewusstsein am meisten weiterhelfen können. Und das Rad fahren ist ja auch quasi ein Angsttraining. 🙂

G. wird dann Mittwochs für die Wohnung kommen. Solange das hier nicht ausartet sollte das auch funktionieren. Ich darf nur nicht immer Montags anfangen die Küche versumpfen zu lassen… *hust* 🙂

Jetzt ist das hier doch länger geworden als gedacht. Aber vielleicht wird das jetzt nicht mehr ganz so schlimm, wenn ich es denn regelmäßig hin bekomme. 😀

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