So schnell vergeht die Zeit. Natürlich wird das jetzt nicht mehr so detailliert wie ursprünglich von mir gedacht und vermutlich werde ich mich darüber wieder ärgern. Ärgern kann ich mich ja gut, nicht wahr? 

Machen wir es rückwärts. Und fangen heute an. Sitzung 4. (Übrigens damit die 5. probatorische und damit müssen wir jetzt den Antrag stellen und das hatten wir jetzt irgendwie beide nicht auf dem Schirm und deswegen bin ich jetzt gerade wieder ein wenig aus dem Konzept, zumal meine Hausärztin gerade im Urlaub ist -.-)

Nachdem ich gestern ja schon über meine Bedenken und Ängste schrieb, öffneten sich die Schleusen auf dem Weg zur Therapie dann völlig. Ich war eh schon angespannt, es war plötzlich windig, ich war gedanklich am Deich, vermisste das Meer so sehr und fing an zu heulen. Fand ich scheiße, hatte ich so gesehen aber eigentlich gar keine Lust zu. Anderseits dachte ich mir auch, dass es blöd wäre vor ihm eine Fassade zu errichten… herunter gekämpft habe ich es trotzdem. Bis ich dann mit einem „Ich brauch noch eine Minute.“ ins Zimmer gelassen wurde. In der Minute war es dann vorbei und die Schleusen wieder offen. Zumindest ein wenig. Nicht in Sturzbächen.

Ein Grund wieso ich ihn so großartig finde? Ich bin bisher jedes Mal besser raus aus der Stunde als rein. Egal wie angespannt ich war, danach war es gut. Egal was für ein Thema mir im Kopf rum spinnt, es ist trotzdem ein roter Faden in der Sitzung, ohne aber das Aktuelle zu ignorieren. 

So haben wir heute eben nicht im Schwerpunkt über meine Aufgaben geredet, sondern über meine akute Überforderung. Über das Gefühl alles auf einmal machen zu müssen und die Aufgaben nicht lösen zu können, weil mir Kraft, Energie und Zeit fehlen. Ich erzähle von meinem Rechtfertigungsdialog im Kopf, er grinste und meinte die wären nicht nötig. „Ich weiß.“ Wieder grinsen. Ja, vielleicht würden sich andere ausgelacht fühlen. Nicht ernst genommen. Aber ich bin mir sehr sicher, dass er alles Ernst nimmt. Oft genug sagt er „Das gehört zu ihnen. So sind sie halt. Das ist völlig okay.“ Aber ich ziehe mich selbst immer mal durch den Kakao, da ist Schmunzeln wirklich okay und es ist auch einfach absolut entspannt. Sobald ich da sitze ist von der Angst vorher, dass ich nicht „genüge“ nichts mehr da. Im Zweifel plapper ich einfach los. 

„Ziel sollte es sein eine Basis zu schaffen von der aus man die eigentlichen Ziele angehen kann. Aber dafür muss man halt erst mal überleben.“ Das war der Abschluss zum Thema Maßnahme. Nach dem wir über „zu niedrigschwellig“ und „zu fordernd“ bei einem Mittelweg waren. Aber ja, erst mal überleben.

„Ich erlebe sie als überkritisch.“ Nun ja… echt? 😉 Aber ja, ich habe von den 3 Aufgaben der letzten Woche 2 erledigt. Ich habe bei der TK angerufen (Aufgabe 1) und ich war mit dem Rad alleine an der Bahntrasse (Aufgabe 2). Ich war nicht beim Markt, weil es die ganze Zeit wie aus Eimern geschüttet hat und zwei Tage im Regen rumfahren hat wirklich gereicht. Auch bin ich nicht zu den Recherchen über Zwänge gekommen. Es war einfach auch zu wenig Zeit.
„Man kann nur schaffen, was man schaffen kann. Aber manchmal schafft man mehr als man glaubt.“

Die Aufgaben für die Woche jetzt? Zum Markt gehen. Und Recherchieren. weil ich es so wollte. Mehr nicht.

Kurz zusammengefasst aus den vorherigen Sitzungen? Die Recherche über Soziale Phobie hat ergeben, dass ich da wohl ziemlich gut rein passe. Die Behandlungsmöglichkeiten sind in dem Fall: Kognitive Verhaltenstherapie (läuft), Körperliche Aktivität (läuft), Selbsthilfe (läuft manchmal), Medikamente (nein, danke), Entspannungstechniken (ähm… ja.) Für letzteres gab es einen USB-Stick mit nach Hause. Verschiedene Entspannungstechniken… ich soll mir das passende heraussuchen. Bisher hab ich da noch keine Zeit für gehabt. 😉 Wer Interesse an der kleinen Zusammenfassung bezüglich „Soziale Phobie“ hat, kann ruhig nen Mucks machen. 

Schon in der zweiten Sitzung zeigte sich, dass er gut auf aktuelle Probleme eingehen kann. Statt einfach anzusetzen wo man aufgehört hatte, gab es erst Mal Achtsamkeitsübungen. Atmen. Tee trinken. Solange bis ich mich beruhigt hatte, denn irgendwie war ich auch da wieder sehr neben der Spur. Es läuft wirklich gut. Denke ich.

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