Ich könnte mich heute freuen. So ein ganz klein wenig. Denn vor 13 Uhr hatte ich schon so unfassbar viel erledigt wie sonst nicht mal in einer Woche. Zumindest was die Außentermine angeht. Oder eigentlich auch generell. Aber irgendwie bin ich auch unglaublich unzufrieden.

Um kurz vor 8 Uhr war ich zum Schwimmen verabredet. Mit F. Und vorher hatte ich unglaubliche 8 Stunden geschlafen.. was ja an sich auch schon eine Leistung ist, aber ich war so unglaublich müde. Also trotzdem. Und vorher. Und überhaupt war das auf so viele Weisen unbefriedigend. Jedenfalls waren wir schwimmen. Und irgendwie hat es mir heute nicht so gut getan wie sonst. Ich war in Gedanken die ganze Zeit bei der Neurologin die meinte Brustschwimmen wäre ungesund für mich und somit hab ich mich überhaupt nicht entspannen können, total verkrampft und im Endeffekt natürlich!!! auch Nackenschmerzen gehabt. Dummerweise kann ich jetzt nicht sagen, ob ich mir die „einbilde“ (was ja jetzt auch nicht so untypisch wäre), oder ob ich mir wirklich die Bandscheibe zerstöre. Vielleicht hab ich mir auch einfach nur in den 8 Stunden den Hals verlegen wie man das ja schon mal macht, wenn man zu lange schläft… Im Endeffekt wurden das mit Ach und Krach 30 Bahnen. Wenn man mir in meiner Timeline dann von 50 Bahnen a 50m erzählt, wird mir mal kurz schlecht.

Danach hatte ich entweder 1 Stunde Zeit um zum Therapeuten zu kommen. Oder 3 Stunden. Er nannte mir nämlich 2 Pausenzeiten in denen ich nötige Papiere abholen könnte. 1 Stunde rumkriegen erschien mir tatsächlich schwieriger als 3. Also bin ich kurzentschlossen in die Innenstadt gefahren. Habe da erst mal Geld abgeholt, mich über mich selbst geärgert, weil ich mir mit F. eine Nussschnecke beim Bäcker geholt habe, was ja das perfekte Diät-Frühstück ist, mir den ersten Kaffee des Tages am Bahnhof geholt und bin dann zur Krankenkasse gestiefelt. Dort wurde ich mit einem „Moin!“ begrüßt was ja schon so ziemlich alles rausreißt was man rausreißen müsste, wenn man denn scheiße wäre. Aber die TK ist ja nicht scheiße. Im Gegenteil. Man stellte mir quasi sofort die Bewilligung vom Rehasport aus, nannte mir die Adresse für das Tens-Gerät-Rezept, und schrieb mir dann per Hand!!!, weil die Seite auch für die TK einfach scheiße ist, eine handvoll Rehasportanbieter heraus. Ich verblieb mit einem schlechten Gewissen, weil ich das ja dann auch wirklich hätte selbst machen können und eigentlich nur davon ausgegangen bin, dass die da eine übersichtliche Liste haben. Haben sie aber nicht. Meine weiteren Fragen wie „Wie lange brauchen sie für die Genehmigung der Psychotherapie?“ und „Was kostet das Tens-Gerät an Rezeptgebühr?“ wurden umgehend beantwortet, man wünschte mir einen schönen Tag, ich widerstand der Versuchung mir Gummibären – die lagen da HAUFENWEISE!!! – mit zu nehmen und zog wieder ab.

Ein Blick auf die Uhr sagte mir, dass ich jetzt immer noch 2 Stunden vertrödeln müsste und selbst die zweite fixe Idee (Markt. Genau. Geh einfach noch mal auf den Markt, das gestern war ja eher so mies. Also nicht wegen dir, sondern generell, weil es ein komischer Markt war…. Als ob einmal Markt nicht gereicht hätte!!) würde nicht so lange dauern. Gehste doch einfach mal zum Blutspendedienst und fragst nach wie das jetzt mit dem Blutspenden so ist. Bist ja gerade schon in der Stadt. Tja… wie ist das jetzt mit Blutspenden und Hashimoto? Ehrlich gesagt bin ich jetzt ziemlich verwirrt. Denn von einem generellen Ausschluss ist nicht die Rede gewesen. Weder von Blut noch von Plasma. Es sei eine ziemlich temporär davon abhängige Angelegenheit ob ich gerade Antikörper hätte oder nicht. Wenn ich den – polnischen, leider nicht so gut verständlichen :/ – Arzt richtig verstanden habe, kann das medikamentös richtig eingestellt auch einfach mal antikörperfrei sein und dann könnte ich spenden. Wichtig wäre: Aktuelles Attest vom Hausarzt. Sprich: Wenn sie alle 3 Monate mein Blut testet um die Medikamenteneinstellung zu testen, Antikörper mittesten lassen und wenn ich gerade keine hätte, könnte ich mal fix 1-2 Runden Plasma spenden. Oder so ähnlich. Verwirrt mich und widerspricht allem was ich so im Netz gelesen habe. Aktuell dürfe ich aber vermutlich erst mal gar nicht spenden, weil die Diagnose ja neu und frisch wäre und ich im Moment ja auch definitiv Antikörper habe. Er gab mir eine Adresse von einem Dienst, der diagnostische Untersuchungen macht und dafür auch Spender benötigt. Darüber könnte ich es in jedem Fall versuchen.

Auf dem Weg  zum Bahnhof blieb ich an dem Marktstand stehen. Im Gegensatz zu dem Markt gestern (Ich bin da kurz mit dem Rad hin geflitzt und es standen unglaubliche 4 Marktstände da und ich bin mir nicht sicher, ob das immer so ist, oder ob das an der Uhrzeit lag.. und eine Schale Erdbeeren hätte 3,50 gekostet…) waren die Erdbeeren heute bezahlbar. 2 Schalen für 3€. Das ist für mich machbar. Natürlich sind die dann auch nicht alle so wunderhübsch, aber ich kann euch sagen sie haben geschmeckt. Sind nämlich zur Hälfte vernichtet und zur anderen Hälfte püriert in Dr. Frost. Gut, teilweise haben sie sich auf dem Weg nach Hause schon selbst püriert… 

Ich war pünktlich in der Bahn, Lief auf dem Weg dann noch mal über einen Markt und fand da ähnliche Preise. (3 Märkte in 3 Tagen… yeah… ^^) und war pünktlich beim Therapeuten. Warum überhaupt? An einem Donnerstag? Nun ja… *aushol* Am Montag nachdem ich weg war fiel ihm auf, dass die 5 probatorischen Sitzungen rum sind. Therapieantrag muss gestellt werden. Dafür ist ein Konsiliarbericht von irgendeinem Arzt nötig. Hausärztin ist passenderweise bis Anfang Juni im Urlaub. Timing kann ich. Also rief ich bei der Neurologin an. (Alles übrigens spontan, ohne mir groß Gedanken über Panik bei Anrufen zu machen… und alle so Yeah.) Ob sie so ein Formular vorrätig hätten. Ja, haben sie. Aber ich solle doch bitte selbst eins mitbringen, damit sie nicht die Adresse eintragen müssen und so weiter… Wäre ja leichter. Ich könnte das dann zum Termin am 2.6. (der nicht verschiebbar ist, und somit die Therapie gefährdet, aber das ist ein anderes Thema… ) mitbringen. Ob ich es dann auch direkt mitnehmen könnte? Nein, sicherlich nicht. Und wenn ich es vorher einreichen würde… wäre es dann am 2.6. fertig? Nein, vermutlich auch nicht. HALLO? IHR SOLLT KEINEN FUCKING ROMAN SCHREIBEN!!! Was will sie da auch groß schreiben, wo sie mich doch zu wenig kennt um mir ein Attest auszustellen… Orr. Gott verdammt. ORR!!! Übrigens die selbe Praxis, die es seit Januar nicht geschafft hat meine Befunde an den Orthopäden zu schicken: ORRRRRRRRRRRRRRRRR! Aber um später sagen zu können: Ich hab alles versucht. Habe ich mich heute auf den Weg zum Therapeuten gemacht und die Formulare geholt.
„Die grundsätzlich kompetente und intelligente Klientin \o/ zeigt sozialphobische Symptome vor dem Hintergrund einer selbstunsicheren Persönlichkeitsakzentuierung. Durch Vermeidungsverhalten entstehen Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung, die bei einer perfektionistisch orientierten Grundeinstellung 😀 als persönliche Misserfolge interpretiert und depressiv verarbeitet werden.“ Gott, ich wurde noch nie so perfekt zusammengefasst. 😉

Man philosophierte noch über die Verwendung von Erdbeeren (das klingt jetzt zumindest in meinem Kopf viel versauter als es war!), ich machte mich auf den Rückweg… und war noch vor 13 Uhr zu Hause. Da ich aber immer noch nicht die Wäsche aufgehangen habe, man mich mal wieder ausnahmsweise versetzt hat und auch die Katzen vllt. ein klein wenig vernachlässigt sind, keine Post kam, ich nicht ganz so viel Bock auf das Wochenende habe, mir noch viel Papierkram bevorsteht und ich dringend spülen müsste ist meine Freude darüber einfach.. nicht existent. Fühlt sich an wie nix gemacht. Gar nix. Die perfektionistisch orientierte Grundeinstellung interpretiert dann mal als Misserfolg und wartet auf die Depression. 

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