Mein Therapeut würde auf alles was ich jetzt sage mit einem „Das Leben ist halt hart, scheiße und ungerecht.“ antworten. Oder so ähnlich. Das mag sein. Es ist mir auch absolut bewusst, dass es niemals alles so laufen wird wie ich will und es immer Hindernisse geben wird. Mir ist klar, dass ich damit umgehen lernen muss.

Aber verdammt noch mal, kann es nicht mal wenigstens ein paar Wochen/Monate stabil laufen? Ist das wirklich zu viel verlangt? Wie soll ich mich stabilisieren, wenn die Rahmenbedingungen die dafür gedacht sind mich dabei zu unterstützen nicht stabil bleiben?

Da ist gerade der Therapeut gefunden – Ja, ich verdammtes Glückskind… so schnell…. – da kommt heute einfach so der Anruf von meiner Lieblingsbetreuung G. „Es fällt mir wirklich schwer dir das zu sagen. Ich habe schlechte Nachrichten. Ich bin versetzt worden.“ Einfach so. Ohne Vorankündigung. Kein „Du, ich muss in X Wochen die Position wechseln. Danach wirst du von XY betreut, im Übergang lernst du sie kennen.“ Nein. Einfach so. Nicht mal eine Stunde zur Verabschiedung ist vorgesehen. Das macht sie dann morgen in ihrer Freizeit. Sich verabschieden.

Und ich frage mich welcher Vollhonk sich das ausgedacht hat. Das einfach so zu lösen. Die Übermittlung dem Betreuer am Telefon zu überlassen, keine Verabschiedung vorzusehen und das ganze: Während die Hauptbetreuung im Urlaub ist! Sprich: Da hat keiner mal eine Sekunde daran gedacht, dass ich jetzt 2 Wochen ohne da stehe. Dass da jetzt niemand ist der das wirklich auffangen kann. Der mir sagt wie es weiter geht. Der mir irgendwie die Stabilität gibt die das jetzt so ausgleichen könnte. F. im Urlaub. G. weg. Und zu allem Überfluss ist nächste Woche Pfingsten und die Therapie fällt aus. 

Und der Betreuungsverein, der sich ausschließlich mit so Menschen wie mir beschäftigt denkt nicht mal daran, dass der Umgang damit schwer sein könnte. Dass man vielleicht ein Gespräch brauchen würde und dass es ganz, ganz, ganz vielleicht sinnvoll wäre vorher eine alternative Lösung zu besprechen.

Ich bin wütend. In erster Linie. Und das ist auch gut so. Denn wenn ich aufhöre wütend zu sein, dann fällt mir vielleicht auf, dass alle Pläne die jetzt mit der Betreuung gemacht worden sind hinfällig sind. Das nichts so laufen wird wie wir es jetzt geplant hatten. Jetzt, wo wir gerade endlich ein Konzept hatten. Dann fällt mir auf, dass da kein so stabiles Netz ist, wie ich vielleicht dachte. Und das die nächsten Wochen hart werden. Unglaublich hart. Wie gut, dass da jetzt auch gar nichts mit dem Amt auf mich zu kommt. Oder so.

Mühsam von letzter Woche erholt und aufgerafft. Und direkt wieder zurück geworfen. Danke.

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