Egal wie sehr ich mich bemühe, ich komme nicht zu all dem was ich mir vornehme. Weil ich mir vermutlich mal wieder zu viel vornehme. Weil meine Prioritäten falsch liegen oder weiß der Geier… Frust ist jedenfalls vorprogrammiert…

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Die letzte Woche war hart und anstrengend. Emotional. Alles war eine Ecke schwerer als sonst. Das Gefühl überhaupt nichts erreicht zu haben war überaus hartnäckig und selbst mit dem Blick auf die Tagesprotokolle lässt sich das leider nicht stilllegen. Und wo jetzt alles was klappen muss, mal wieder nicht so läuft, stürze ich mich dann eben in Ablenkung. Da kam mir die Blubberwoche ganz recht… Der Buchblog ist mein World of Warcraft. Oder so. Wobei ich letzteres gerade mehr denn je vermisse. Einfach weil die Realität mich verstärkt ankotzt.

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Also stürze ich mich in Planungen. Um dann mittendrin den Kontoplan zu machen und festzustellen, dass ich mich massiv verrechnet habe und das alles gar nicht so funktioniert. Um zu merken, dass das Deichbrand schon in 6 Wochen ist. Und somit viel schneller kommt als geplant und ich nicht mal weiß, ob ich Klamotten für die Zeit hab. Und egal wie viel Realitätsflucht ich plane. Sie holt mich wieder ein. Und die Entspannung bleibt einfach mal aus. Alles ist anstrengend. Selbst wenn es schön sein sollte.

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Um mich herum passiert so viel. Wo ich mich für andere freuen sollte. Da erfüllen sich plötzlich Träume. Und ich freue mich. Für jeden einzelnen. Nicht zuletzt auch für meine beförderte Betreuerin G. Die jetzt pädagogisch Fachkraft ist und der man einen Job perfekt für sie zugeschnitten angeboten hat. Ein Traum. Dummerweise bleibe ich dabei auf der Strecke. Denn spontan ist sie nicht mehr für mich zuständig. Im Betreuungsverein wird der Chef (Sozialpädagoge) durch eine Chefin ersetzt, die mir noch aus den Zeiten bekannt ist wo sie unsere Zeitungsproduktion überwacht hat und für die Kosten zuständig war. Nein, in dem Zusammenhang wundert es mich überhaupt nicht, dass man keine Sekunde daran denkt was es mit den Klienten macht, wenn man einfach mal eben alles umwirft und NICHT EINMAL BESCHEID SAGT!
Ich gebe mir so Mühe mich für alle zu freuen. Aber es funktioniert nicht. Es funktioniert nicht, wenn hier bei mir gefühlt alles zusammenstürzt und einfach immer noch niemand da ist der das auffängt.

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So viele neue Leser tauchten hier in den letzten Wochen auf. Leser die ich eigentlich eher beim Buchblog vermutet hätte. Leser bei denen ich mich frage wie sie hier gelandet sind. Ob sie mit Absicht hier gelandet sind. Oder ob es ein Versehen war. Ich freue mich. Aber schon wieder wächst in mir der Kloß der verhindert zu schreiben was ich schreiben will.

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„Irgendwann wirst du glücklich sein.“ Irgendwann. Irgendwann. Jedenfalls nicht mehr bevor ich 30 bin. Und ja, vielleicht ist es beschissen ein Alter als magische Grenze zu betrachten. Aber seitdem ich denken kann ist die 30 entscheidend. Und man kann mir sagen was man will. Es klingt komisch, wenn man irgendwann vielleicht sagt „Du… ich bin zwar über 30. Aber ich war noch nie mit einem Partner im Urlaub.“ „Du… ich bin zwar über 30. Aber ich habe erst einmal eine stinknormale Beziehung geführt. So mit Alltag und allem drum und dran.“ „Du… ich bin zwar über 30. Aber ich war noch nie mit einem Partner auf einem Konzert. Am Strand. In Berlin. In Hamburg. Lange glücklich.“ Klingt scheiße. Fühlt sich noch beschissener an.

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Da fragt die Freundin dich nach 4 Wochen, ob die Einsamkeit irgendwann vorbei geht. Und dir fehlen einfach nur die Worte, weil es scheinbar gar nicht auffällt, wie einsam man selbst ist.

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Da ist man so lange so stark. Und vermisst im Grunde genommen einfach nur denjenigen, der einen in den Arm nimmt und sagt: „Jetzt, jetzt darfst du zusammen brechen. Ich bin ja da.“

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Man kann alles eine Weile verdrängen. Doch dann kocht es irgendwann hoch und verschluckt einen. Einfach so. An einem Mittwochabend. Der bis vor  einer halben Stunde noch völlig in Ordnung war. Und es jetzt nicht mehr ist. Wie gut, dass er gleich vorbei ist.

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