„So wie ich deinen Wochenplan gerade gesehen habe, hast du eh keine Zeit zum Rätseln.“ Das mag jetzt ein wenig aus dem Zusammenhang gerissen sein, aber der Satz hinterlässt mich ein wenig verwundert. 

Er stammte von M. meinem neuen G. Was jetzt irgendwie merkwürdig klingt. 😀 Also M. ersetzt die spontan ausgeschiedene G. und hatte heute hier seinen ersten Vorstellungstermin bei mir. M. ist männlich, irgendwie mein Alter, tendenziell etwas jünger und das hat mich zunächst etwas verschreckt sein lassen, als F. mir diese Vorstellung angeboten hat. Vor Männern ist meine Scham größer. (Frage mich gerade mal wieder wie schlimm das eigentlich klingt… was hier – gerade die neuen Leser – eigentlich denken wie das hier wohl bei mir aussieht… *grübel* ) Vor Männern in meinem Alter ist die Scham noch größer. Da läuft dann immer der „potenzielle Kandidat“-Film im Kopf ab und selbst wenn der Typ total uninteressant ist, dann konfrontiert mich das dennoch immer mit dem „Wenn er das hier sieht, würde er mich eh nicht mehr wollen.“- Gedanken. (Und nein… ich bin noch nicht wegen meiner Wohnung verlassen worden. Zumindest hat mir das keiner so gesagt. 😉 )

Aber zurück zum Thema. M. kam, nachdem er F. kurz vorher angerufen hatte, dass er ein paar Minuten später kommt (schon mal sehr gut ^^), fast pünktlich und hinterließ sofort einen netten, angenehmen Eindruck. Nicht nur bei mir. Auch Nana sprintete sofort auf ihn zu und ließ sich ausgiebig den Pelz kraulen. Abgesehen davon ist er selbst Katzenhalter. So Menschen können nicht schlecht sein. Oder so. Oben genanntes Zitat ergab sich bei der Schlafzimmerbesichtigung und meinem Hinweis, dass es da irgendwo massig Rätselhefte gibt… 😉 Die Terminsuche gestaltete sich dann zunächst schwierig, weil ich mein Hirn verknotete und nach irgendwelchen bahnbrechend neuen Gelegenheiten suchte…. Und weil die ursprüngliche Terminplanung wie bei G. nicht mehr ging. Im Endeffekt ist es jetzt Mittwoch 12 Uhr. F. kommt Mittwochs 13 Uhr. Und Donnerstags um kurz vor 8 Uhr gehen wir schwimmen. Es hat sich also Mittwochs nur eine Stunde vorgeschoben. Denn… um 14.30 Uhr ist mein Tafeltermin. 

Ich habe es heute endlich, endlich geschafft mich anzumelden. Und es tat im Endeffekt auch gar nicht weh. ^^ Als ich um 9.33 Uhr ankam, waren bereits 16 Leute vor mir. Incl. einem alle Klischees erfüllenden besoffenen Alki, der mitten im Gebäude die Kippen rausholte und überhaupt nicht verstehen wollte, dass er das nicht darf. Er argumentierte mit „Ich bin süchtig, das ist halt so.“, stand irgendwann auf und ging raus, kippte sich ein Bier runter, kam wieder und wollte seinen alten Platz in der Schlange. Ungeachtet der Tatsache, dass 20 Leute mehr aufgetaucht waren. Ich habe tatsächlich den Mund aufgemacht. Ihm gesagt, dass es so ja nicht geht und er sich gefälligst hinten anzustellen habe. Wir würden alle warten. Gemurmel wurde laut. Er wurde laut, meinte ich solle keinen Streit anfangen und er hätte ja wohl das gute Recht mal draußen zu rauchen. Wäre er unmittelbar vor mir gewesen, ich hätte mich mit ihm angelegt und wäre einfach vor ihm durch. Ehrlich. Ich hasse so Menschen. Aber er war nicht unmittelbar vor mir und das laute zustimmende Gemurmel verstummte, als es dann Ernst wurde und im Endeffekt bekam er tatsächlich seinen Platz in der Schlange zurück. Mehr als meinen Standpunkt vertreten kann ich nicht. Ohne Unterstützung kann ich ihn kaum alleine ans Ende der Schlange befördern. ^^
Noch lange bevor ich dran war, wurde ich vom zuständigen Mitarbeiter entdeckt. Er mag mich. Ob er sich noch an mich erinnert oder sich einfach jedesmal aufs Neue verliebt weiß ich nicht. Aber er mag mich. 😀 Ich erinnere mich jedenfalls an diverse Gespräche darüber warum ich nur Essen für eine Person hole und ich solle mir doch dringend einen älteren Mann zulegen. Nicht zwangsläufig ihn, aber definitiv älter. Die Männer in meinem Alter wären ja meistens noch zu sprunghaft. ^^ Er kommentierte die Zöpfe auf meinem Perso, ich versprach ihm nur für ihn jedes Mal mit Zöpfen zu kommen und als es um die Terminvergabe ging ergab sich folgendes Gespräch. „Wieder Freitag?“ – „Nein, bloß nicht. Montag wäre gut.“ – „Montag sehen wir uns aber nicht.“ – „Oh… ja dann… Mittwoch? So 14.30 Uhr?“ – „Ja, da ist was frei.“ Ehrlich. Es schadet nicht jemanden an der Obst- und Gemüsetheke zu kennen. Absolut nicht. Davon ab hat mir mein Therapeut aufgetragen Lächeln zu üben und zu flirten. Mit wem hat er nicht spezifiziert. Warum also nicht bei der Tafel? ^^ Ebenfalls ging mir nachher auf, dass es vllt. blöd ist einen Tafeltermin nach der Therapie zu haben. Das könnte einfach auch mal emotional ins Auge gehen. Also alles gut so.

Auf dem Weg raus habe ich dann bei den Menschen vom EnergieSparService Essen Halt gemacht. Sie hatten vorher Flyer verteilt und eigentlich kannte ich das Angebot auch schon. Ich habe es nur nie hinbekommen einen Termin zu machen. Da sie jetzt eh schon da waren, wäre es hirnrissig gewesen daran vorbei zu laufen. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Umwelt gefördert und von der Stadt, dem JobCenter, diversen Wohngesellschaften und Stromanbietern und vielen mehr unterstützt. Nach Anmeldung gibt es zwei Termine. Beim ersten werden sämtliche Stromquellen in der Wohnung geprüft und es wird geschaut wo man einsparen kann und vor allem wie. Es gibt Tipps und einen Energiesparbericht. Beim zweiten Termin bringen sie dann diverse Utensilien mit. Leuchtmittel und Steckdosen zum Beispiel. Bis zu einem Wert von 70€ dürfen diese pro Haushalt raus gegeben werden! Letzteres hätte ich nicht erwartet, denn der Service ist absolut kostenlos. Also Tipps: Ja. Wirklich auch Mittel in der Höhe? Nein. Voraussetzung ist natürlich, dass man bedürftig ist. 😉 Ich bin gespannt und erhoffe mir da nicht nur Leuchtmittel für meinen Leuchter, sondern auch eine klitzekleine Rückzahlung beim Strom am Jahresende. ^^

An der Haltestelle wurde mir dann klar: Oh. Ist ja Mittwoch. Also griff ich – spontan! Ich! – zum Telefon, rief bei der Tafel an und fragte nach „Gilt das schon ab heute?“ – „Wenn da Mittwoch drauf steht? Klar.“ Das hat mich ein wenig in Chaos gestürzt, aber im Endeffekt hat es dann doch alles geklappt. Ich hab die liebe Nina gefragt, ob sie mich begleitet, F. angerufen und gefragt, ob sie M. für ein paar Minuten früher bestellen kann und war dann pünktlich zwischen 14.30 Uhr und 15.00 Uhr auch bei der Tafel.

Es war… leer. Sehr leer. Leider nicht nur was die Menschen angeht, sondern auch was das Obst und Gemüse angeht. Nun weiß ich natürlich nicht, ob das heute einmalig war. Oder ob es Mittwochs immer so aussieht. Oder ob sich im letzten Jahr einfach die Spenden sehr reduziert haben. Das werden die nächsten Wochen zeigen. Von den Menschen her kann das natürlich gerne so leer bleiben. Die Ausbeute dürfte ruhig etwas größer werden. Also gerade im Obst- und Gemüsebereich. Obwohl ich mich natürlich nicht beschweren möchte!!! Ich habe für den obligatorischen Euro echt tolle Sachen bekommen!

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Sowohl Putenschnitzel als auch Tomaten standen auf meinem Einkaufszettel. Und auch Schinken habe ich eigentlich immer im Haus. 🙂
2014-07-02 16.02.02Laktosefreie Milch!!! Da kostet ein Liter alleine schon 95 Cent! „Ich bin froh, dass die jemand haben möchte. Wollen sie noch einen Liter?“ 😀 Brötchen und Brot. Das Frühstück für morgen ist gesichert. Und Dank Dr. Frost werde ich das Brot auch wirklich mal verwenden können bevor es mir weg rennt. ^^2014-07-02 16.03.23Melonen! Mehrzahl! Werde ich jetzt gleich auch direkt mal eine bearbeiten und vernichten. *g* 3 Bananen, ein Haufen Süßigkeiten (ungewöhnlich) und Backwerk-Kram ❤ Mit Nougat übrigens. Natürlich schon vernichtet.

Wie Katja schon sinngemäß sagte ist das aber alles Zeug was ich ohne großes Hirnjogging auch verarbeiten kann. Und immer dran denken: Das hat nur einen Euro gekostet. Tafel ist eine großartige Erfindung!
Schön wäre es, wenn ich damit im Monat so etwa 20€ einsparen könnte. Ich bin da relativ zuversichtlich. Vor allem weil ich definitiv weniger Verluste habe, wenn ich Dr. Frost gescheit nutze. Und weil ich glaub ich auch fitter in der Küche bin als noch vor einem Jahr. 🙂

Zwar ist das hier jetzt schon massig Text… aber ich bin noch nicht fertig. ^^ Neben dem Auftrag einen Wochenplan zu erstellen, habe ich ja auch den „Denkzettel“ im Hinterkopf. Ich hab ihn schon mal genutzt, aber mit Bleistift geschrieben um ihn nicht zu verschwenden. Weil ich ihn so hübsch finde und mir nicht so fix nen neuen kaufen könnte und überhaupt… Das ist dämlich. Ehrlich gesagt. Denn Bleistift kann man radieren. Damit kann man sich selbst konsequent sehr gut selbst verarschen und auch einfach mal nen Datum ändern. Das ist irgendwie sehr förderlich was Prokrastination angeht. 😉 Jetzt gibt es ein Kugelschreiber-Exemplar. 2014-07-02 23.08.38
Es sind 14 Punkte. Mit Blick auf 101/1001 möchte ich 10 davon in der Woche schaffen. Was durchaus auch ambitioniert ist. Aber es könnte tatsächlich funktionieren. Alle werden es nicht werden. Ist ja auch nur noch Morgen und der halbe Freitag. Danach bin ich ja dann in Hannover. Aber es besteht Hoffnung. 😉 Das läuft parallel neben dem großen Wochenplan den ich im Rahmen der Therapie erstellen soll um meinem Leben Struktur zu geben. Da mein Therapeut mit keinem Wort etwas von normalem Tagesrhythmus erwähnt hat bin ich da auch nicht ganz so auf Abwehr wie sonst. 😉

Irgendwo hab ich den Faden verloren. Ich bin mir sicher, dass ich noch was sagen wollte, aber das reicht jetzt ja auch wirklich. 😀

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