Als ich vor ner Weile bemerkte, dass ich mich von dem Zwang jeden Tag zu schreiben gelöst habe, war das ein Grund zur Freude.

Oft hatte ich es auch vorher nicht geschafft etwas sinnvolles zu schreiben. Vor Abwesenheit setzte ich mich unter Druck. Häufig kam dann kurz vor 0 Uhr irgendein kurzer, sinnfreier Artikel nur um die mir selbst gestellte Aufgabe zu erfüllen. Trotzdem nahm ich mir das immer wieder vor. Als es in der Therapie dann um Zwänge ging und mir mal auffiel wo ich die überall so finden kann, nahm das ab. Hinzu kam, dass ich mich mit einem „Solange du auf dem Buchblog einen Artikel geschrieben hast, zählt das auch als ein Artikel täglich.“ eine willkommene Ausrede für mich gefunden hatte. Die Blubberwoche nahm mich sehr in Anspruch, die Recherchen über Zwänge gaben mir Recht, dass ich mir da keinen Stress machen muss. Und schon passierte hier nicht mehr so viel. Wie gesagt… es ist ein Grund zur Freude mich nicht mehr mit dem Bloggen unter Druck zu setzen.

Doch die Kehrseite der Medaille?
Mit der „Verpflichtung“ schreiben zu müssen, brach da auch die Motivation ein. Gerade wenn es um anstrengende Themen geht. Und davon gibt es im Moment einfach viele. Aber gerade bei denen, wäre es so wichtig sie auch festzuhalten. Therapie zum Beispiel. Wo es mir doch so schwer fällt das zu rekonstruieren, wenn es lange her ist. Auch über die Betreuung könnte man schreiben. Oder generell einfach mal den Ist-Zustand festhalten.

Von den vielen Artikeln die ich „versprochen“ habe noch gar nicht geredet. Wenn man da zum Beispiel ans Wanderalbum denkt… Ich zeige es mit Stolz jedem der hier meine Wohnung betritt. Ich schwärme von dem was ihr getan habt, aber ich komme nicht dazu, auch darüber zu schreiben. Es gibt Artikel die warten seit fast einem Jahr darauf geschrieben zu werden. Manches ist nicht ganz so lange her, fühlt sich aber so an. (An dieser Stelle sei gesagt: Der Gewinner der Bloggeburtstag-Verlosung wurde ausgelost und hat seine Karte bereits erhalten. Das sogar relativ zeitnah. Irgendwo existieren auch Fotos davon. ^^) Vieles verliere ich aus den Augen. Egal ob es Sachen sind bei denen ich mir mal dringend Luft machen müsste oder Dinge die ich einfach gerne festhalten würde. Und je weniger ich drüber schreibe, desto weniger fühle ich mich selbst auch sortiert.

Letzte Woche stand das Bloggen auf meiner To-Do-Liste. Das hat funktioniert. Allerdings waren die Deichbrand-Artikel jetzt auch nicht wirklich anstrengend…

Keine Ahnung wie das weiter gehen wird.

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