Nein, mir ist nicht aufgefallen dass der letzte Artikel jetzt über 2 Wochen her ist. Überhaupt ist mir nicht wirklich aufgefallen, dass die Zeit so schnell vergangen ist. Wobei das stimmt auch wieder nicht. Ich habe häufiger gedacht. „2 Wochen heulst du jetzt schon durch.“ Mich gefragt wann das vorbei ist. War schockiert, dass es schon so lange ist. Und überrascht, dass der August einfach so an mir vorbei zog.

Ich hatte viele Termine. War kaum zu Hause. Und habe vieles erledigt. Viel funktioniert. Hatte ich nichts zu tun, hab ich mich weggeblendet, überblendet mit irgendwas überflutet. Viel Trash geschaut. Von Termin zu Termin gelebt.

Nach Windmühlen. habe ich mich viele Tage einfach nur ablenken wollen und gleichzeitig einigeln. Mir kam ganz Recht, dass ich Besuch aus der Schweiz hatte. Zwar wollte ich erst alles absagen was ich konnte, aber die ersten beiden Tage waren damit rum… und toll war es ja auch 🙂 An dem Wochenende sagte ich dann aber wirklich alles ab und gammelte rum. Die Tatsache, dass ich das jetzt nur erzählen kann, weil ich meinen Kalender vor mir liegen habe sagt alles, oder? Mein Hirn ist Brei (gewesen.)

Ich hangelte mich also von Termin zu Termin, von Verabredung zu Verabredung. Es waren Highlights dabei. Ehrlich. Ich war mit meinem Bruder Badminton spielen. (Und hab ihn abgezogen ^^) Und mit der Weltbesten im Kino. Wir hatten viel, viel Spaß und „Saphirblau“ war echt gut! Ich war das erste Mal beim Rehasport und war positiv überrascht von der Stimmung. War beim Orthopäden – bin weitestgehend Schmerztabletten frei – und bekam ein weiteres Rezept für Krankengymnastik. Auch ein Treffen mit meiner ältesten Freundin (Grundschule 1991!) passte in die Zeit. Ich habe in der Zeit sogar fleißig den Flur geputzt. War mehrfach bei der Apotheke, habe alle nötigen neuen Termine gemacht und auch sonst alles getan was man so erwartet hat.

Nur meiner Wohnung, der konnte ich beim Verfall zusehen. Beim einfach nur funktionieren war da aufräumen nicht wirklich drin. Schon gar nicht mit der aktuellen Betreuungssituation.

Das Gespräch verlief letzte Woche…passabel. Der weltbeste Therapeut hatte mir am Tag vorher ein „Zeigen Sie es denen!“ mit auf den Weg gegeben und mich noch mal daran erinnert, dass es ja auch andere Mein Hilfebedarf war innerhalb von Minuten klar ersichtlich. Vielleicht hilft es, wenn man anfängt Holzfasern auf dem Tisch zu zählen oder nervös ein Wasserglas in der Hand dreht. Vielleicht kann ich aber auch tatsächlich einfach überzeugend darstellen und reden. Ressourcen und so, ne? Es wurde also entschieden, dass ein neuer Antrag gestellt wird. Allerdings wurde auch klar gestellt, dass ich kein Anrecht auf eine Ergänzungskraft habe und somit M. nicht mehr kommen dürfte. Wir hatten Mittwoch unseren Abschied quasi.

Zum Abschluss habe ich mich tatsächlich getraut und eingeworfen, dass ich mich frage wie man weiter zusammen arbeiten sollte, wenn ich es scheinbar nicht geschafft habe meiner Betreuung zu vermitteln, dass ich noch Hilfebedarf habe. Es wurde entschieden, dass F. ersetzt wird. Allerdings ist noch unklar gegen wen und ich habe ein wenig Angst davor, dass das auch nicht funktionieren wird. Meine geliebte G. steht wohl leider nicht zur Verfügung. Bis das geklärt ist müssen F. und ich weiter zusammen arbeiten. Was ein wenig angespannt ist. Oh Wunder.

Im Gespräch wurde mir mehrfach vermittelt, dass es sich bei der Betreuung nicht um einen Putzdienst handelt. Häufig und mit Nachdruck. Es gibt nicht viele Menschen die das der – mir – fremden Mitarbeiterin so haben vermitteln können. Weder G. noch M. würden so etwas tun ohne mir vorher zu sagen, dass sie glauben, dass ich falsch ticke bzw. etwas schief läuft. Denkt euch den Rest selbst.

Da die Betreuung kein Putzdienst ist – nur damit das allen klar ist – sich hier aber durch die 2 Wochen Heulerei einfach viel angesammelt hat, stand und ich nun vor dem Problem, dass ich nicht weiß wo ich ansetzen soll. Der Berg ist riesig. Seit dem letzten Wochenende geht es einigermaßen. Weniger Geheule, mehr Energie. Ich habe seit Montag insgesamt 3 Stunden gespült. Nur mal so als Ansatzpunkt für das Ausmaß. Heute lief die 3. Maschine Wäsche in dieser Woche. 3 weitere könnte ich ohne weiteres noch waschen. Ab Montag wusste ich nicht mehr was ich anziehen soll, weil ich keine saubere Hose mehr hatte. Was jetzt nicht so schwierig ist, wenn man eh nur noch eine besitzt. 😉 Aus dem Loch raus krabbeln, wenn der Berg so groß ist und die eigentlich unterstützende Betreuung ausfällt ist nicht einfach… Aber ehrlich gesagt traue ich mich nicht mehr F. um Hilfe zu bitten wenn es um alltäglichen Kram geht. Immerhin ist sie ja kein Putzdienst. 

Am Donnerstag kam Mama zu Besuch. Das macht sie einmal im Jahr. 4 Tage nach Essen kommen. Weil wir viel Zeugs austauschen mussten kam sie auch hier hoch und es dauerte nicht lange bis sie quasi die Hände über dem Kopf zusammenschlug und ich mal wieder heulte, weil ich das selbst hier alles so grausam finde… „Soll ich Sonntag zum Putzen kommen?“ Und jetzt kommt sie Sonntag. Nachdem wir Donnerstag shoppen waren, heute früh … also Freitag … einkaufen… kommt sie eben Sonntag zum Aufräumen und Putzen. Damit der Berg kleiner wird und ich danach alleine irgendwie klar komme… Solange bis ich weiß was ich von meiner Betreuung erwarten kann und darf… 

Wird ja irgendwie weiter gehen. Geht es immer.

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