„Warum darfst du hier eigentlich mit schwimmen?“ wurde ich Donnerstag im Reha-Sport gefragt. Und das frage ich mich auch immer mal wieder. (Immer mal wieder während der zweimal die ich bisher da war… 😉 ) Ich passe da nicht wirklich rein. Ich bin mit mindestens! 30 Jahren! Abstand die jüngste. Und auch wenn mir dabei alles weh tut, dann bin ich doch um ein vielfaches beweglicher als der Rest.

Ich kann einfach mal so eine Bahn durchschwimmen. Ich laufe ohne weitere Schwierigkeiten von der Umkleide bis zum Becken und ich brauche auch keine Hilfe beim Anziehen. Darüber könnte man sich jetzt freuen. Oder aber sich wieder wie ein Alien fühlen. Damit ihr das nicht falsch versteht. Natürlich bin ich froh drum. Dummerweise sieht man mir – mal wieder – meine Beschwerden nicht an.

Man sieht nicht, dass mich die Übungen anstrengen. Dass ich heute Muskelkater habe. (Nicht so tragisch.) Und gestern Schmerzen hatte. (Schon eher…) Das sieht man nicht. Man sieht halt nur, dass ich mal eben eine Bahn durchschwimme und mich bewegen kann.

Da ist es überhaupt nicht verwunderlich, wenn man mich dann fragt warum ich auch dabei sein darf. Und sie hat das auch nicht abschätzig gefragt oder verwundert. Sondern einfach nur interessiert. „Wir duzen uns übrigens hier alle. Ich bin Inge.“ – „Svenja. Aber ich hab nen ganz schlechtes Namensgedächtnis.“ – „Ich auch.“ Großes Gelächter. Alles gut.

Solange bis ich dann eine Übung 10x konzentriert ausführe und beim 11. Mal nachlasse und der Wasserwiderstand verloren geht. Weil es wirklich anstrengend ist. „Unter Wasser! Über Wasser kann ja jeder.“ Von einer anderen Teilnehmerin. Wieder Gelächter. Ich fühle mich aber dezent bloßgestellt. Als würde man mir mein „Tut weh. Ich kann nicht anders.“ eh nicht abnehmen. Weil ich eben der junge Hüpfer bin.

Trotz allem sind sie nett. „Wo warst du denn letzte Woche? Wir haben dich schon vermisst.“ Und es gibt keinen Grund der schlimm genug wäre um nicht mehr hinzugehen. Wir haben viel Spaß. Der Trainer ist höchst amüsant und durchaus nett anzusehen. 😉

Aber ich muss mir halt immer mal wieder sagen, dass ich da keine Freunde suche. Sondern da bin damit es mir besser geht. Muss mich immer wieder bremsen nicht zu kommentieren oder etwas (zu viel) von mir zu erzählen. Weil es nicht passt. Ein klein wenig anstrengend ist es sich mal wieder wie ein Alien zu fühlen. Ich hab zu den üblichen Krankengeschichten in der Umkleide auch einfach wenig zu sagen. Genauso wie ich meine Eltern noch nicht in ein Pflegeheim stecken muss. Und das hoffentlich auch noch mindestens 30 Jahre dauert.

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