Während ich am Anfang der Therapie noch regelmäßig geschrieben habe (Genau 5 Termine lang… wie ich gerade gesehen habe…) ging das dann irgendwann unter. Das ist nicht nur sehr schade, sondern auch … unvernünftig. Wenn ich über etwas schreibe, dann halte ich es fest. Dann ist es da. Schreibe ich nicht, versickert es irgendwie im Nebel und ich weiß eine Woche später schon nicht mehr, dass es so gewesen ist… Mal total überspitzt… aber doch sehr realistisch… Irgendwo dazwischen.

Heute war eine merkwürdige Therapiesitzung. Er gab mir ein Stichwort. „Achtsamkeit“. Völlig ohne Bezug zu mir, denn eigentlich ging es darum, dass er vergessen hatte das Fenster zu schließen… 

Ich griff es auf, weil es heute so gut passte. Weil Papa gestern gefragt hat, ob ich heute mit zu Oma will und ich das abermals verneinte. Weil Abends dann ein „Morgen 9 Uhr“ kam und ich es wieder verneinen musste. Und ich das im Endeffekt auch durchgezogen habe. Ich bin nicht zum Frühstück und nicht mit zu Oma. Standhaft geblieben. Achtsam. Auch wenn ich mir sicher bin, dass ich mich da heute noch mal erklären darf. Und in nem halben Jahr wieder. „Wissen Sie… da geht jeder mit anders um. Ich hab selbst schon alle Varianten in der Familie erlebt. Das müssen Sie für sich entscheiden.“

Thema durch. 

Und dann wurde es „merkwürdig“ und ein wenig verwirrend. Es fing mit Halbsätzen an die bei mir den Eindruck hinterließen, dass er nicht mehr weiß was er mit mir anfangen soll. Es war schwammig. Ungenau. Kurz war da Angst, dass er glaubt, dass wir nicht mehr weiterkommen. Was selbstverständlich total überzogen und unbegründet war. Es stellte sich am Ende einfach nur heraus – in den letzten 5 Minuten – dass er den Verlängerungsantrag geschrieben hat und das zum Anlass genommen hat um zu resümieren was wir getan haben, was wir nicht mehr getan haben und was wir jetzt vielleicht tun können.

Wenn man bedenkt, dass wir jetzt 2 Wochen Pause haben und ich im Urlaub sicher auch mal ein wenig Zeit zum Nachdenken habe, dann ist das der perfekte Zeitpunkt. Sich darauf besinnen was funktioniert hat, was ich von ihm brauche, was er geben kann.

„Und möglicherweise sitzt hier dann irgendwann eine junge Frau, die Entscheidungen treffen kann, sich Kritik nicht mehr so zu Herzen nimmt, für ihre Klausuren lernt und mit dem Rad zum Penny fährt. Und es unabgeschlossen vor der Tür stehen lässt.“ – „Nein. Niemals unabgeschlossen!“ Grinsen. Großes Gelächter. Ja… Möglicherweise.

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