Frau Brüllen hat wieder gefragt.

03:40 Uhr
Ich verabschiede mich bei Twitter und gehe dann auch mal schlafen. Das reißt hier gerade mal wieder etwas ein und ich bin hin und her gerissen ob ich das jetzt gut oder schlecht finden soll mit dem Schlafrhythmus. 

Um 12 Uhr stehe ich auf. Der Wecker hat zu der Zeit sicher schon 2 Stunden geklingelt. Aber insgesamt sind 8 Stunden Schlaf ja jetzt auch nicht sooo viel. Ich brauche ein wenig um wach zu werden. Und realisiere dann, dass ich 5 Stunden später schon startklar sein muss. Gut angezogen, wach, fit, kommunikativ und begeistert. Oder so.

Ich vertreibe mir die Zeit mit Hearthstone, fluche ein wenig (Übers Asthmaspray zum Beispiel. Wir werden keine Freunde.) und klicke mich durch die Adventskalender. In meinem eigenen ist ein Lesezeichen. ❤

Um etwa 14 Uhr denke ich dann doch mal ans Frühstück. Manchmal brauch ich so 1-2 Stunden bis ich „morgens“ etwas runter bekomme. Noch nicht ganz angezogen klingelt es schon. Tatsächlich Streu und Futterlieferung. Knapp 30 Stunden nach der Bestellung! Sehr krass.

Ich verdränge und prokrastiniere noch ein wenig und schleppe mich um 16 Uhr unter die Dusche. Dabei fallen mir unzählige Dinge ein die ich noch dieses Jahr erledigen will, aber was ich anziehen soll weiß ich immer noch nicht. Orr.

Fast 2 Stunden brauche ich um mich dann zurecht zu machen. Ich entscheide mich für nen Rock \o/, suche ewig nach einem Shirt und find mich dann am Ende tatsächlich einigermaßen annehmbar. Sogar der Nagellack hält unfallfrei. *jubel*

Um 17:50 Uhr stehe ich frierend vor der Tür und drehe vor Nervosität fast durch. Warum? Nun ja, ich bin am Tag vorher beim Rehasport eingeladen worden. Eigentlich mehr genötigt und überfallen oder so. Ich solle doch bitte, danke, gerne mit zum alljährlichen Weihnachtsessen kommen und wenn ich mir das nicht leisten könnte, würde man mir das zahlen und so wirklich dagegen wehren konnte ich mich nicht, weil ich zwar absolut keine Lust drauf hatte, aber eben 10 Leute auf mich eingeredet haben. Warum ich keine Lust hatte? Nun ja. a) Ich bin kein Gruppenmensch. Nie gewesen. Werde ich nicht sein. Meine Wohlfühlgruppe besteht aus max. 5 Leuten. Oder nur aus meinen besten Freunden. Die gerne auch in höherer Anzahl. b) Mit den Menschen habe ich mir einfach nichts zu erzählen. Sie sind aus einer völlig anderen Welt. Sie packen Lebensmittel für „die armen Menschen bei der Tafel“ und es schwingt da so viel Mitleid mit, dass mir schlecht wird. Sie leben in völlig anderen Welten. Sie verstehen meinen Humor nicht. So ziemlich alles was ich sage beendet die Gespräche. c) Ich kann Einladungen nicht annehmen. Ich hasse es eingeladen zu werden. Fühle mich verpflichtet und denke die ganze Zeit bei allem was ich bestelle darüber nach wie viel das jetzt insgesamt kostet und ob das überhaupt geht… Und jor. Nicht so entspannend. 😉

Aber nun ist kurz vor 18 Uhr. Ich hätte per Handy absagen können, aber das hätte ich nächste Woche erklären müssen und lügen kann ich ja sowieso schon mal gar nicht gut, also ziehe ich das durch. 

Mein Taxi ist pünktlich und sie ist die mit Abstand angenehmste der ganzen Gruppe. Weil halt zwar „alt“ aber eben jugendlich. Wir unterhalten uns die ganze Fahrt über, plötzlich ist alles mögliche gesperrt, alles voller Blaulicht und ich habe keine Ahnung warum, aber wir kommen trotzdem fast pünktlich an. Sind aber trotzdem die letzten. ^^ Nur eine kleine Unsicherheit der vielen die noch kommen werden.

Die Speisekarte ist riesig. Ich verzettel mich eine Weile beim Aussuchen und nehme im Endeffekt das was ich immer nehme, wenn es auf der Karte steht: Cevapcici. ^^ Hat den Vorteil günstig zu sein, schmeckt quasi immer und beendet den Auswahlprozess. Ähnlich mach ich es beim Getränk. Einfach bestellen was die Nachbarin bestellt, weil es eh in der engeren Auswahl war. ^^

Dummerweise kommt mein Essen dann als letztes. Und zwar erst als alle anderen mit Essen fertig sind. „Hat nicht auf den Grill gepasst. Es tut uns sehr leid.“ Orr. Erwähnte ich mal, dass ich Essen in der Öffentlichkeit schwierig finde? Früher konnte ich das gar nicht. Ich habe es vermieden. Vor Männern war das noch schwieriger. Bei Dates habe ich nicht oder nur sehr wenig und ungerne gegessen. Mittlerweile geht das. Aber es ist einfacher, wenn alle anderen auch Essen. Als einzige zu essen, wenn alle anderen fertig sind und einen theoretisch beobachten könnten ist die Hölle. Zu mal der ganz nette Kursleiter genau gegenüber saß. Aber auch das habe ich überlebt… genauso wie ich mit dem Rücken zum Raum saß. Die Alternative war allerdings auf einer Bank in der Mitte sitzen und immer 3-4 Leute bitten zu müssen aufzustehen. Noch schlimmer. Ich hab mich gut gehalten. Das ein oder andere Gespräch endete trotzdem wegen mir. Mein Humor war immerhin teilweise doch verbreitet und die Stunden gingen überraschend schnell vorbei. Doch je näher die Bezahlung kam, desto schwieriger wurde es und irgendwann standen mir die Tränen in den Augen und ich bin mal kurz aufs Klo verschwunden. Als ich wiederkam war bereits bezahlt. Ich weiß nicht wer das getan hat, habe mühsam ein „Dank“ hinbekommen und fühle mich immer noch ein wenig daneben. Aber ich werde mich wohl bemühen Donnerstag ganz brav hinzugehen. ^^

Um 22:30 Uhr bin ich wieder zu Hause und freue mich darauf, dass ich erst Dienstag um 11:10 Uhr wieder Kommunikation betreiben muss. Gut.. ich muss einkaufen. Aber so ne Kassiererin bekomme ich gerade noch hin. 😉 (Gut jetzt hab ich auch noch ein Paket angenommen und werde mit meiner Nachbarin reden müssen…)

Den Rest des Tages verbringe ich mit zocken. Bis um 4 Uhr. Also bis heute quasi. 😉

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