Bereits vor mehreren Wochen geschrieben und nicht veröffentlicht:

Hilfsangebote sind eine großartige Sache. Niemals würde ich sagen, dass Betreuung nix bringt und sinnlos ist, oder dass die Therapie Zeitverschwendung ist und allgemein bin ich überaus froh, dass ich die Möglichkeit habe diese Angebote zu nutzen. Ich habe einen großartigen Therapeuten und eine tolle Betreuerin. Ich kann mir Lebensmittel bei der Tafel holen. Und habe bis auf nen Orthopäden (in meiner Nähe) auch eine tolle Ärztesammlung mit der ich gut klar komme und eigentlich ist auch der Rehasport echt gut.

Aber ich habe gerade einfach keine Lust mehr. Ich bin so… müde. Oder erschöpft wie der weltbeste Therapeut das zu differenzieren pflegt. Da ist dann Dienstags die Therapie und kaum ist das vorbei muss ich schon zur Tafel und wenn ich mir das heute – aus Gründen – sparen werde, dann ist da „eigentlich nur“ die Schwimmverabredung heute Abend, aber wenn ich dann zu Hause bin ist fast schon Donnerstag und somit dann auch direkt nach dem Aufstehen die Betreuung und wenn die weg ist habe ich halt noch Zeit mir was zu essen zu machen und dann muss ich auch fast schon zum Rehasport. Nachdem ich dann nach Hause komme und einfach auch körperlich im Eimer bin (ich gehe im Moment ständig früh ins Bett -.-), muss ich Freitag früh erst zur Apotheke, dann zum Impfen (Ich hab Schiss… ) und danach zum Zahnarzt (… und noch mehr Schiss…) und dann habe ich ein klein wenig Luft, bevor am Samstag irgendwann (und irgendwann ist ein mieser Zeitpunkt) ein Freund von meinem Vater hier auftaucht um zu schauen, ob die Feuchtigkeit in den Wänden sitzt…. Ansonsten habe ich Samstag nichts vor, aber irgendwann (schon wieder irgendwann… ich kotze) am Sonntag ist eventuell, vielleicht ein RuhrTopCard-Ding, aber ob und wann und wieso erfahre ich ja nicht, weil man mir seit mehreren Tagen nicht antwortet und die ganze Planerei einfach anstrengend und ätzend ist und dem ganzen den Zauber nimmt.

Montag. Da habe ich vllt. ein wenig Ruhe. Da muss ich nicht vor die Tür. Da kann ich dann all das aufholen was im Haushalt so liegen geblieben ist und hab vllt. auch mal die Ruhe mehr zu kochen als Nudeln. Oder ich schaffe es sogar einzukaufen. Das wäre doch großartig.

Ich wünsche mir eine Woche Urlaub. Eine Woche keine Termine. Und nachdem ich dann 2 Tage am Stück geschlafen habe, bekomme ich mich langsam sortiert und komme wieder klar. So zumindest die Wunschvorstellung. In 3 Wochen hat L. eine Woche Urlaub. Und wenn ich mir dann auch noch eine Woche therapiefrei nehme, dann könnte das fast eine Art Urlaub werden. Das wäre doch.. schön.

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Aktuell:

Auch nach 3 Wochen ist das noch aktuell, auch wenn sich die Tagesinhalte etwas geändert haben. Der Geburtstag am Dienstag wich einem Einkauf in der Stadt. Die Schwimmverabredung wurde wieder von Supernatural abgelöst. Der Zahnarzttermin am Freitag wurde durch einen neuen Zahnarzttermin ersetzt. Am Samstag wäre Slam gewesen, aber ich mochte einfach nicht raus. Heute war Schwimmen + RuhrTopCard + Mördermigräne.

Morgen fängt meine Urlaubswoche an. Die ich mir tatsächlich genommen habe. Aber sie fängt denkbar beschissen an, denn heute hatte ich einen Zettel der Hausverwaltung im Briefkasten. „Ich sehe, dass das Erdgeschoss nicht gereinigt wurde. Holen sie das bitte MORGEN nach!“. Die Kurzfassung. Jetzt frage ich mich die ganze Zeit wie ich darauf reagieren soll, denn ignorieren ist irgendwie keine Option, da ich ja demnächst sowieso mit ihr diskutieren muss und es vermutlich ne miese Grundlage ist wenn sie das gegen mich ausspielen kann. Nachdem ich den Zettel gelesen habe, bin ich noch mal durch den Flur gelaufen. Er ist sauber. So sauber wie er maximal immer ist und ich frage mich ob sie den anderen auch ständig Zettel in den Kasten wirft, oder ob sie nur mich kontrollieren kommt. Ich hätte eine Menge passende Antworten. „Sehen sie falsch.“ – „Gucken sie besser hin.“ – „Ich putze wenn sie mir den 2012 versprochenen Handwerker schicken.“ – „Ich habe geputzt, aber für sie tue ich das gerne noch einmal.“ – „Was stört sie denn?“ „Ach übrigens, im Gegensatz zu meinen Nachbarn hab ich sogar den verschissenen Hinterhof gefegt. Da lagen noch Silvesterraketen rum. Haben die letzten beiden auch Zettel im Briefkasten gehabt?“ Und all das werde ich vermutlich nicht sagen, weil ich mich nicht traue. Stattdessen wird mir jetzt einfach noch ausgiebiger schlecht sein wenn ich an sie denke und morgen brav putzen. Im besten Fall kommt sie dann noch mal zum kontrollieren vorbei. 

Dabei wollte ich mich eine Woche mal nicht rechtfertigen müssen (Was durch Tafelabsage und Rehasport ignorieren eh schon nur so halb klappt). Aber ich wollte einfach aufräumen wann ich aufräumen will, nicht weil hier Donnerstag jemand rein kommt und ich dann erklären muss wieso die Woche so schlecht läuft. (Stattdessen gehe ich Donnerstag jetzt zum Zahnarzt. ^^)  Ich wollte Schwimmen gehen wann ich schwimmen gehen möchte – nicht wann es in den engen Zeitplan passt. (Es wird wohl trotzdem Dienstag, aber vllt. ja was früher als sonst.) Ich wollte Zeit zum Lernen haben. Und für mich. Einfach nur für mich.

Im Endeffekt sieht es dann so aus, dass der theoretisch (immer) freie Montag mit „Auf den Paketmann warten“, „Putzen“ und „Angst haben“ vervollständigt wird. Während ich Dienstag wie gewohnt zum Schwimmen gehe und vllt. zum Lernen in die Bib (wie gewöhnlich an nem Dienstag) und vllt. werde ich ja Mittwoch doch ganz normal zur Tafel gehen, weil ich mich nicht traue sie abzusagen und auch zum Supernatural gucken werde ich fahren (Staffelfinale \o/) und dann ist da eben der Donnerstag mit dem Zahnarzt und dem Unperfekthaus (zum lernen), aber deswegen geht Rehasport halt nicht. Und der Freitag ist dann einfach so frei wie jeder normale andere Freitag an dem nicht viele Arzttermine sind auch und am Samstag ist Spieletag und am Sonntag dann halt auch wieder RuhrTopCard und im Endeffekt ist einfach nichts anders als sonst, nur dass ich eben jetzt auch alleine mit dem Hausverwaltungszettel bin, weil ich ja die Therapie abgesagt habe. Weil ich mich einmal nicht mit mir auseinander setzen wollte. Weil ich einmal Ruhe haben wollte. Einmal einfach nur sein.

Jetzt bin ich. Alleine mit diesem „Wie reagiere ich“-Kopfkreisel. Der vermutlich auch morgen nicht aufhören wird. 

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