Nach mehreren Versuchen stand endlich der Termin für den Hochseilgarten. Ich habe mich sehr drauf gefreut, obwohl ich gleichzeitig sehr viel Angst hatte, weil ich mir das körperlich nur bedingt zutraue und nicht zu verachtende Höhenangst habe. ^^ Aber ich gehe ja auch auf den Free Fall Tower trotz Höhenangst. Und fahre Achterbahn. Warum also nicht Hochseilgarten? Zumal meine Wirbelsäule ja angeblich alles schaffen kann… ^^

In der RuhrTopCard enthalten war der Hochseilgarten am Alpincenter in Bottrop. Und zwar 2 Runden klettern für lau. Ansonsten kosten eben diese 2 Runden 14€ was im Vergleich zu anderen Hochseilgärten hier in der Gegend (ich denke da an tree2tree) natürlich vergleichsweise günstig ist. Dafür ist das Angebot bei eben dieser Kletterkette ein ganz anderes, aber dazu später mehr.

Nachdem von den ursprünglichen RuhrTopCard Mädels niemand konnte bzw. wollte, bekam Alina die zweifelhafte Ehre mich zu begleiten. Die Strecke war überraschend schnell zurückgelegt. Im Ernst, ich hatte nicht im Kopf, dass das Alpincenter (für das es bei der RuhrTopCard auch ein Angebot gibt) so nah dran ist. Also mit dem Auto jetzt.

Vom Parkplatz aus hat man bereits den gesamten Hochseilgarten überblicken können. Dieser ist passend zur Industriekultur nämlich direkt auf diesem und besteht aus Stahlträgern. Also die Stationen sind zwischen den Stahlträgern befestigt. Zumindest ich war von der Kompaktheit des Gartens sehr überrascht. Zwar hatte ich die Bilder gesehen, aber irgendwie nicht damit gerechnet, dass man so präsent mitten auf einem Parkplatz für alle sichtbar herumklettert.

Außerdem war sofort ersichtlich, dass man keinerlei Wahlmöglichkeiten hatte. Es gab exakt einen Aufstieg und eine fest vorgegebene Runde. Zwischendrin hätte es keine Möglichkeit für einen Ausstieg gegeben. Trotzdem sind wir zur Kasse und danach zur Einweisung.

Der einzige Mitarbeiter war ein junger – durchaus sympathischer – Kerl der sowohl die Gesundheitsbögen annahm, als auch die Gurte anlegte. Außerdem war er für die Einweisung verantwortlich und hätte bei Bedarf retten müssen wenn sich jemand aufgehangen hätte. ^^ Beim Gurte anlegen machten wir Witze über das schlechte Wetter und es war deutlich, dass er lieber zu Hause wäre als jetzt im Regen Leute einzuweisen. Dementsprechend kurz war die Einweisung auch. Es wurde nicht gefragt, ob wir schon mal geklettert sind, lediglich auf die Handhabung an zwei Stationen hingewiesen und angemerkt, dass man bei absichtlicher Auslösung der Sicherung 50€ zu zahlen hätte. Einweisung fertig. Einstieg per Strickleiter.

Ich weiß nicht wann ich das letzte Mal eine Strickleiter hoch bin. Vermutlich in der Grundschule. Von Alina hatte ich bereits gehört wie ermüdend die sein kann und dementsprechend mulmig war mir. Trotzdem habe ich es versucht.

Ich fand es von Anfang an schwer. Nach der Hälfte hatte ich nicht nur das Gefühl, dass diese Leiter endlos ist, sondern bereits Angst abzustürzen. 5 Sprossen vor der Plattform wurden meine Arme taub und ich hab nicht mehr geglaubt, dass ich es ohne Auslösung der Sicherung schaffen würde. Ich kann mich nicht erinnern wann ich das letzte Mal so Herzrasen hatte. In dem Ausmaß ist mir das schon lange nicht mehr passiert. Zwar bin ich oben angekommen, mir war aber auch sofort klar, dass ich nicht weitermachen würde.

Zum Glück gab es am gestrigen Tag eine Aktion bei der man die Runden auch einzeln buchen konnte, so dass Alina nur einen Verlust von 7€ hinnehmen musste. Und das auch widerstandlos getan hat. Danke, dafür! :*

Der Kletteraufsicht zu sagen, dass ich wieder runter will hat zwar keinen Spaß gemacht, war mir aber nicht halb so peinlich wie ich es erwartet hätte. Und weitermachen wäre absolut keine Option gewesen. Es war die richtige Entscheidung und nach einer Stunde habe ich auch aufgehört zu zittern. ^^ 

Danach sind wir dann noch mal zur Kasse, haben Tickets für die Sommerrodelbahn gelöst und da eine Runde gedreht. Für Erwachsene kostet eine Runde 3,50€. Bei der RuhrTopCard war eine Fahrt umsonst dabei. Die Fahrt war ganz lustig. Die Aussicht ist schön. Wirklich viel Spaß wird das vermutlich machen, wenn man die Bahn besser kennt und nicht so übervorsichtig ist wie ich. 😉 Außerdem sind an manchen Stellen die Schilder erst spät zu lesen. Also bin ich Alina zum Abschluss noch hinten drauf gefahren. War also ein rundum gelungener Ausflug. ^^

Wir haben beschlossen das mit dem Klettern und mir nicht aufzugeben, sondern bei Gelegenheit bei der oben erwähnten Kette noch mal zu versuchen. Dort gibt es nämlich eine ordentliche, ausführliche Einführung und einen Einführungsparkour in Bodennähe. Außerdem verschiedene Einstiegsmöglichkeiten, da es mehrere Parcours zur Auswahl gibt. Ich denke, wenn die Strickleiter mich nicht so verstört hätte und die Umgebung nicht so „feindlich“ (Parkplatz, für alle sichtbar, Schlange hinter mir, keine Wahl- und Ausstiegsmöglichkeiten) gewesen wäre, hätte ich eine Chance gehabt. Vereinzelte Stationen hätte ihr mir durchaus zugetraut. 🙂

Aber: Ich habe es versucht, nicht als Einbahnstraße betrachtet und getan was für mich richtig war. \o/

Ich habe mich entschieden diesen Artikel jetzt schon zu veröffentlichen, obwohl das chronologisch natürlich keinen Sinn ergibt. Aber ich werde mich bemühen auch die restlichen Artikel zu den Aktivitäten zeitnah zu schreiben. Teilweise muss ich sie auch nur noch veröffentlichen. ^^

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