Alle 4 Wochen. Das ist so selten, aber irgendwie auch ausreichend. Tatsächlich. Es fehlt mir nicht. Ich habe nicht das Gefühl dringend mit ihm über etwas reden zu müssen. Höchstens „Boah, das muss ich ihm erzählen… er wird Augen machen…“ um es dann vermutlich in den 4 Wochen doch zu vergessen.. Nur ein bestimmtes Phänomen nervt ein wenig. „Es lief jetzt die ganze Zeit sehr gut. Donnerstag dachte ich daran, dass heute Sitzung ist… und seitdem geht es mir nicht so gut. Als ob sich mein Hirn denkt ‚Oh, lass es dir schnell schlecht gehen, damit du was zu erzählen hast.'“ Er lacht. 

Im Endeffekt erzähle ich. Von der Hausverwaltung („Sie macht mir keine Angst mehr. Ich find sie nur noch lächerlich.“). Davon, dass ich einfach zum Telefon gegriffen und sie angerufen habe, weil mir Email zu kompliziert erschien. Ich erzähle davon, dass ich auch den Gutachter-Typen einfach angerufen habe und der jetzt in 2 Tagen kommt. Rede über den Termin beim ärztlichen Dienst, der nächste Woche ist und zu dem ich alleine hingehen werde, weil meine Betreuerin nicht kann.

Ich spreche darüber dass meine Wohnung jetzt fast 4 Wochen in einem Top Zustand ist/war. Lediglich aktuell schwächle ich ein wenig, muss das aber bis Donnerstag bis zum Gutachter-Termin eh wieder ausgleichen. „Es ist… die Küche.“ Er lacht.

Dann rede ich von anderen Dingen. Grinse ein wenig debil. Grinse ein wenig sehr debil. Kassiere dafür reihenweise Schmunzeln, komme mir blöd vor und sage „Natürlich, habe ich nicht den einfachen Weg gewählt.“ Er lacht. Der Gesprächsteil geht relativ lang. „Ich wollte da eigentlich gar nicht drüber reden.“ – „Aber das ist doch gut. Und wichtig.“ – „In wie fern wichtig?“ Er kopiert mir den Verlängerungsantrag (der ja längst bewilligt ist) und verweist auf den ein oder anderen Absatz. Selbstfürsorge. Kontaktgestaltung. Ich klopfe mir ein wenig auf die Schulter.

Die Sitzung ist fast vorbei als er sagt „Da war doch gar nichts Negatives bei.“ – „Ja, das habe ich noch nicht erzählt.“ Dann erzähle ich doch noch. Vom Wochenende. Von merkwürdigen Gesprächen und Aussagen. Vom Verlust von Menschen, der mir nicht mal im Ansatz so wehtut, wie vom jeweiligen Menschen vielleicht erwartet. Leben ist so. Menschen kommen und gehen. Manche bleiben länger. „Es hat ein wenig alte Muster getriggert. Aber ich weiß, dass es okay ist.“

Sitzung vorbei. Nächste erst Ende Oktober. Und das ist auch okay so.

 

 

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