Heute hat der NaNoWriMo angefangen… Wie jeden November. Vor 2 Jahren hörte ich davon das erste Mal, meldete mich auf der Plattform an und war damals noch höchst motiviert. In den folgenden 30 Tagen schrieb ich über 15.000 Wörter. Weit weg von den dort „erwarteten“ 50.000, aber ich schrieb. Jeden Tag. Etwas was man vielleicht eine fiktive Geschichte nennen könnte. Eine Geschichte die seit dem nie weiter geschrieben wurde und es vielleicht auch nie wird. Seit damals habe ich so viele gute Geschichten gelesen, gesehen und gehört, dass ich nicht mehr glaube, dass das was ich da produzieren könnte auch nur irgendwann von Bedeutung sein könnte…

Jetzt, 2 Jahre später liegt mein Blog quasi brach. Überhaupt schreibe ich nur noch sehr wenig. Am meisten Wörter produziere ich für die Emails an Emsuiko. Das macht ohne Zweifel sehr viel Spaß, aber irgendwie ist mir die Lust am „nur so für mich schreiben“ verloren gegangen. Vieles erscheint mir wichtiger. „Mal eben noch da zocken“… „Ach, du könntest das Rätsel machen….“ … „Schau mal hier…“ und dann ist es mitten in der Nacht und ich bin zu müde zum Schreiben.

Ich wollte euch dieses Jahr so viel erzählen. So viel von der RuhrTopCard. Immer noch von Berlin. Mittlerweile ist Borkum dazu gekommen. Die Therapie neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu. Meine Wohnung hat einen nie für möglich gehaltenen ordentlichen Status. Ich bin schon wieder älter geworden. Die Betreuung ist vermutlich im letzten Jahr.
Ich weiß nicht mehr wann ich meine Worte verloren habe. Vielleicht irgendwann als das mit den Flüchtlingen anfing. Weil so viel passierte, ich so wütend wurde, dass ich es kaum bei mir behalten konnte, aber nicht öffentliche Angriffsfläche bieten wollte. Ich finde es schrecklich was hier gerade passiert. Und die vielen, vielen Brandanschläge machen mich wütend, hilf- und sprachlos. Vielleicht habe ich mir zu der Zeit so viel Schreiben verkniffen, dass das Verkneifen irgendwann normal wurde.
Natürlich ist das nur ein Aspekt. Mindestens eine andere Gelegenheit hat mich genauso wütend gemacht. Und hat genauso wenig öffentliche Angriffsfläche verdient. Es wäre etwas gewesen was ich hätte unbedingt schreiben wollen, bei dem mir aber so schmerzhaft die Öffentlichkeit bewusst wurde, dass ich es gelassen habe. Vielleicht irgendwann. Mit Gras drüber. Viel Gras.

Jetzt ist also NaNoWriMo. Der Monat des Schreibens sozusagen. Und ich habe mir vorgenommen das zu tun. Zu schreiben. Aber nicht klammheimlich. Sondern hier.

Ich möchte im November wieder jeden Tag bloggen. Und wenn es nur ein paar Zeilen sind, aber die Zeit in der ich hier täglich schrieb hat mir im nachhinein so viel besser gefallen, auch wenn sie manchmal unfassbar anstrengend und nervig war. Es gibt genug zu erzählen. Irgendwie wird das schon gehen.

Parallel werde ich Worte zählen… und vielleicht werden es über 15.000. Das wäre doch auch sehr schön. 🙂

Genauso schön übrigens wie die Geburtstagskarte die ich von Ingrid bekommen habe. Herzlichen Dank, Ingrid! Ich hab mich sehr gefreut und es war so unglaublich passend. Ich habe sie unmittelbar nach meiner Rückkehr aus dem Urlaub gelesen. So schön! ❤

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