… an denen einem alles grauer erscheint als es eigentlich ist und man das eigentlich weiß, sich aber trotzdem einfach nur grau fühlt.

Diese Tage an denen ein einziges falsches Wort irgendwie reicht um die Stimmung nachhaltig so weit herab zu senken, dass Atmen schon zur Anstrengung wird. Und hinterher weiß man nicht mal mehr welches Wort es war, sondern nur dass es irgendwann „Klick“ machte und man sich am liebsten ausgeklinkt hätte.

Und es sind gerade diese Tage an denen man sich nichts mehr wünscht als Ruhe oder maximal ausgewählte Gespräche, an denen man morgens aufwacht und schon 9 Nachrichten in 5 Chats hat um 3 Stunden nach dem Aufstehen bereits mit 15! Leuten kommuniziert zu haben, obwohl man das ja eigentlich nicht wollte und Gespräche am liebsten auf 2 bis maximal 3 sehr ausgewählte Personen beschränken wollen würde.

Diese Tage an denen man plant und organisiert und sich trotzdem nicht wirklich freuen kann, obwohl das alles tolle Dinge sind und da sogar jemand einen Kuchen nur für mich backen möchte. Während ich halt nur dran denke, dass zwischen diesem Kuchen und mir noch ein ganzer Freitag steht der mit frühem Aufstehen anfängt und dann eigentlich nichts weiter beinhaltet als „Wäsche zusammen suchen“ und „Muffins backen“ mir aber in diesem grau heute schon so unüberwindlich erscheint… Und diese Bahnfahrt zwischen diesem Kuchen (und dem sehr tollen Typen der mir den backt, der das sehr toll jetzt aber einfach überlesen wird und mich vermutlich damit aufzieht, dass ich ihn „Typ“ genannt habe… sei es nur weil ich jetzt geschrieben habe, dass er mich aufziehen wird…) und mir… die sicherlich schief geht, weil es ja garantiert schneit wenn ich denn dann gerade unterwegs bin… und überhaupt. Alles ist grau und so anstrengend.

Diese Tage an denen einem jeder Schimmelfleck an der Wand doppelt und dreifach auffällt und so viel größer erscheint als er vermutlich ist und an denen man sich dann einfach nur unfähig und nutzlos fühlt weil man das mit der Hausverwaltung immer noch nicht geschafft hat und es einfach total egal ist was man sonst so erreicht, wenn eben nicht Hausverwaltung, Beziehung und Uniabschluss auf dem Plan stehen.

Diese Tage an denen man es nicht mehr schafft der Freundin mit Liebeskummer zuzuhören, weil man sich denkt „Liebeskummer? Hätte ich auch mal wieder gerne.“, einfach weil da seit Jahren nicht mal was in Aussicht ist was mir Kummer bereiten könnte… Zumindest nichts realistisches. Mit realem Kummer.

Diese Tage an denen sich kleine Gedankengänge zu großen Gedankenstrudeln aufbauschen und man vom „Liebeskummer“ zum „Ich bleibe auf ewig alleine, immerhin bin ich ja schon über 30…“ kommt und vom „Hausverwaltung anrufen…“ zum „Du Versagerin.“

Es sind diese Tage an denen einfach nicht zählt, dass ich gestern das Gefühl hatte mich wieder sortiert zu haben. Und dass ich glaubte, dass ich heute viel schaffen würde.

Heute ist alles grau. Und je später es wird, desto weniger glaub ich, dass da heute in mir noch mal ein Sonnenstrahl rauskommt.

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