2012.. das war unser Jahr. Ich weiß nicht mehr wie das anfing. Weiß nicht wer bei wem zuerst kommentierte, wie das dann irgendwann im Skype landete und warum überhaupt. Aber ich weiß, dass die Zeit mit dir großartig war. Deine ersten Kommentare hier im Blog… sind von Ende 2011. Der letzte aus dem März. Letzten März. Und ich habe nicht drauf geantwortet. Weil ich das bei den meisten Kommentaren nicht gemacht habe.

Wann auch immer es anfing. 2012 war unser Jahr. Im April warst du plötzlich hier. Und es war toll. Wir haben nie länger über deine Erkrankung gesprochen. Es war nicht wichtig. Natürlich hat man sich gegenseitig gefragt wie es geht.. und was so demnächst ansteht. Aber es hat wenig Raum eingenommen. Stattdessen haben wir Spaß gehabt. Geflirtet. Du mehr mit mir, als ich mit dir… Zu sehr hast du mich beeindruckt und damit auch verunsichert. Fühl dich geknutscht, ja?

Als du mich gefragt hast ob ich dich nach Bremen begleite habe ich das getan. (Der Trailer am Artikelende funktioniert noch.) Gerne. Und es war mir eine Ehre. Mit zu fahren. Mit dir das Hotelbett zu teilen und während der Premiere neben dir zu sitzen. Anschließend mit dir zu feiern. Und überhaupt dabei sein zu dürfen. 

Im Februar 2013 warst du das letzte Mal hier. Wir waren Pizza essen. Im Nord. Du hast auf meiner Couch gesessen und stundenlang über den Dalai Lama geredet. Mit leuchtenden Augen.

Ich war immer beeindruckt wie so viel Rucksack auf so wenig Mensch passt. Und wie so viel Stärke in so wenig Mensch Platz hat. Wenn es den – in meinen Augen – perfekten Umgang mit seinem Schicksal gibt… dann war es deiner.

Irgendwann ging es dir schlechter. Der Kontakt schlief ein. Kommunikation wurde schwieriger und alles was ich irgendwie noch hin bekam war dir ab und an eine Karte schicken, oder dir ein Buch zu schenken. Dieses eine werde ich nie wieder lesen können ohne an dich zu denken. Wir redeten nicht mehr viel. Hin und wieder kam ein Kommentar von dir auch weit nach dem Schlaganfall. Ab und an eine Whatsapp-Nachricht. Ich habe das „früher“ vermisst und trotzdem nichts dran ändern können.

Vielleicht wäre es einfacher gewesen, wenn man sich einfach mal hätte drücken können. Aber dafür warst du dann doch zu weit weg… Mir blieb nicht mehr als im Hintergrund ein klein wenig zu walten… die Adventskalenderproduktion für dich anzuschubsen… und den ein oder anderen Hinweis zu geben. Nicht viel, aber ein wenig. Deine Freude über den Kalender. Unvergessen.

Letztes Jahr hast du mich plötzlich gefragt ob ich mit dir in den Urlaub fahre. Und ich konnte nicht. Einfach weil ich, ich bin. Obwohl ich es so gerne gemacht hätte. So gerne spontan gewesen wäre und dich gesehen hätte. Auch ohne Meer und Urlaub.

Gestern war ich viel unterwegs. Heute früh hab ich meine Timeline durchgescrollt. Die Timeline der letzten 48 Stunden… und war kurz davor es sein zu lassen… Weil es so viel war… und stockte dann bei

Es hat einen Moment gedauert zu begreifen, dass es um dich geht. Und mein erster Impuls war ein einfaches „Nein…“
Ein Blick in deinem Blog verriet mir in den Kommentaren beim letzten Artikel, dass du schon länger palliativ warst… auch als ich im Urlaub überlegt habe dir noch eine Karte zu schicken und deine Adresse sogar dabei hatte … du hättest sie wohl nicht mehr bekommen. 

Nadine sagt: 27. November 2015 um 10:07
Ihr Lieben,

heute Morgen, kurz vor 8 Uhr, hat sich still und leide ein letzter Pfotenabdruck im Novembernebel verloren.
Meine Gedanken gelten der Familie, die sich bis zuletzt rührend um Sandra gekümmert hat.
Nadine

Kätzchen.. du hast alles richtig gemacht und jeden einzelnen Moment den du noch hattest ausgefüllt mit den Dingen die du liebtest… Musik, Festivals, Kickern, Sex, Reisen…

Ich werde immer an dich denken.
Wo auch immer du nun bist… dort ist es jetzt sicher verdammt laut. ❤

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