Es war an Neujahr, als mich irgendwas packte und ich nach Ewigkeiten wieder nach Wohnungen suchte und plötzlich sogar welche fand. Das war bisher nicht so. Meistens war nichts passendes dabei. Entweder gab es nur eine offene Küche, oder keine Badewanne, kein Fenster im Bad, Haustiere waren nicht erlaubt oder es wurde mit Nachtspeicher geheizt. Alles Ausschlusskriterien. Genauso wie die Verkehrsanbindung. Die muss einfach brauchbar sein und darf mich nicht noch mehr einschränken… Bringt mich ja auch nicht weiter, wenn die Hemmschwelle raus zu gehen steigt, weil alle Wege plötzlich 2-3x so lang sind… Sind das so hohe Ansprüche? Immerhin habe ich gerade nicht mal einen Balkon aufgezählt. 😉

Jedenfalls habe ich Wohnungen gefunden… nachdem es jahrelang keine bezahlbaren mit den entsprechenden Kriterien gab… und dann dachte ich mir, dass es vllt. doch besser ist, wenn ich aus diesem angstbesetzten Haus ausziehen würde…

Doch das ist aus diversen Gründen nicht so einfach. So nen Umzug mit Amt ist kompliziert… so nen Auszug aus dieser Wohnung jetzt auch nicht so einfach. Wie hinterlasse ich die denn? Was muss ich bei einem Auszug tun? Darf ich die Wohnung unrenoviert (schimmelig) verlassen (ich hab sie unrenoviert übernommen), oder muss ich noch irgendwas tun? Kann sie Forderungen an mich stellen? Ist dieser unsägliche Mietvertrag überhaupt rechtens… und so weiter…
Also haben wir eine Liste geschrieben. Mit Punkten die geklärt sein müssen BEVOR ich mir eine Wohnung anschaue…

Punkt 1 war die Rechtsberatung. Was darf ich als Hartz4ler bei einem Umzug? Was muss ich tun? Was kann/darf/soll das Amt unterstützend leisten? Wie ist überhaupt der Ablauf? Unter welchen Umständen gibt es überhaupt Zuschüsse? Kann/Darf ich auch ohne Zuschüsse umziehen? Und so weiter… 

Die Beratung war… ernüchternd. Das lag jetzt nicht an der Beratung, denn der gute Anwalt war wirklich kompetent, sympathisch und motiviert. Über 30min hat er sich Zeit genommen und alles beantwortet was uns so eingefallen ist… (obwohl draußen noch 6 andere gewartet haben und er eigentlich nur 2 Stunden da ist). Er hat auch alles so erklärt, dass man es wirklich verstehen konnte… 

Doch leider ist das Ergebnis in erster Linie: Anstrengend. Und ermüdend. Allein das jetzt noch mal drüber nachdenken macht mich müde. Sehr. *seufz*

Zunächst einmal reicht Schimmel alleine nicht als Grund aus um einen Umzug genehmigt zu bekommen. Erst wenn ich alles mir menschenmögliche getan habe um den los zu werden, bekomme ich vllt. eine Genehmigung. Immer auch davon abhängig wie nett der Sachbearbeiter ist. (Ich kenne den aus der Leistungsabteilung gar nicht.) Alles menschenmögliche bedeutet: Hausverwaltung antreiben, Frist setzen, Miete mindern. Da ist so viel Auseinandersetzung drin enthalten, dass ich schon jetzt gerne wimmernd in der Ecke liegen möchte…

Miete mindern darf man übrigens ohne vorherige! Rücksprache mit dem Amt. Nur ausgeben darf man das Einbehaltene Geld natürlich nicht… das gehört dem Amt.. das geht auch zum Amt zurück, aber man muss nicht erst ewig viel Papierkram ausfüllen um Miete mindern zu dürfen… Wie viel man mindert entscheidet man wohl selbst… Was mir jetzt nicht weniger Angst macht… Konfrontation kann ich ja so gut leiden.

Wenn ich so eine Zusicherung zum Umzug bekommen würde, gäbe es auch diverse Zuschüsse. Umzugswagen, Renovierungskosten (unter Umständen), Kautionsdarlehen. Und vor allem würde dann die normale Mietgrenze gelten (Bruttokaltmiete… so blöde kompliziert das in Wohnungsanzeigen herauszurechnen).

Habe ich keine Zusicherung, entfallen alle möglichen Zuschüsse und vor allem darf die Miete nicht höher sein als meine jetzige. Da meine Kaltmiete hier unfassbar niedrig ist, würde dann höchstens ein kleines Kellerloch in Frage kommen. Ohne Zusicherung also kein Umzug. 

Nun war mein Gedanke: Vor dem Stress mit der Hausverwaltung einen Anwalt für Mietrecht über Beratungshilfeschein konsultieren. Den bekommt man, wenn man bedürftig ist… und sich keinen Anwalt leisten kann. Man zahlt selbst nur 15€, der Anwalt bekommt 100€ Pauschale von irgendwoher und darf sich dann dem Fall annehmen. Verständlicherweise haben da wenige Bock drauf. Heißt also zunächst, dass es mühsam wird einen motivierten Anwalt zu finden der sich auf eine „Lüftungsschaden Ja/Nein“- Diskussion mit einer Hausverwaltung einlassen würde… Aber dann wüsste ich was ich darf, ob mein Mietvertrag so okay ist, was ich bei einem Auszug machen muss und in wie fern ich zu Renovierungsarbeiten verpflichtet bin wenn ich meine Kaution wiedersehen möchte. Dummerweise bekommt man die Beratungshilfe nur, wenn man erklärt warum man sie braucht und *trommelwirbel* vorher alles getan hat was man alleine tun kann. Also muss ich erst Druck machen, Frist setzen und Miete mindern bevor ich mit einem Anwalt darüber reden kann was genau ich jetzt eigentlich darf. ^^

Unter gewissen Umständen finanziert das Amt übrigens auch die 2 Jahre Mieterverein, damit die einen unterstützen und beraten. Aber vermutlich könnt ihr es erraten? Ich muss vorher alles getan haben was ich selbst tun kann. Und schon drehen wir uns im Kreis…

Die Sicherheit die ich gerne irgendwie (schriftlich) hätte, dass ich das alles so tun kann ohne dass man mich hier einfach vor die Tür setzt, bekomme ich erst, wenn ich es getan habe. So großartig.

Jeder einzelne Punkt kostet mehr Kraft als ich gerade habe. Brief an die Hausverwaltung schreiben. Irgendwann. Bald. Aber vielleicht vorher mal aufräumen. Nicht, dass sie doch plötzlich schnell reagiert. (Haha… )

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